Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Schwangere bekommt Tabletten von der Ärztin
Eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft kann
man mit Tabletten behandeln - Foto: © Dmitriy Melnikov


Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Wissenswertes über die Hypothyreose

Die Monate der Schwangerschaft sind geprägt von vielen Umstellungen und unterschiedlichsten Gefühlen. Angefangen von der Freude über das heranwachsende Leben bis hin zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Ängstlichkeit und der Sorge, dass dem Ungeborenen etwas passieren könnte. Der Körper der werdenden Mutter und natürlich auch ihr Hormonhaushalt passen sich der momentanen Situation an. Auch die Schilddrüse ist von dieser Umstellung betroffen.

Jodbedarf in der Schwangerschaft stark erhöht

In der Schwangerschaft laufen die Stoffwechselvorgänge auf Hochtouren und somit werden etwa 50 Prozent mehr Schilddrüsenhormone benötigt. Doch diese Hormone können nur dann in ausreichendem Maße produziert werden, wenn die notwendige Zufuhr von Jod gewährleistet ist. Der Bedarf an diesem Spurenelement liegt bei ca. 200 Mikrogramm pro Tag - eine Frau, welche nicht schwanger ist, benötigt dagegen nur etwa 100 Mikrogramm Jod am Tag. Die Schilddrüsenfunktion der Mutter hängt sehr eng mit der des Ungeborenen zusammen. Denn nur dann, wenn die Schwangere ausreichende Mengen an Schilddrüsenhormonen produziert, kann auch die kindliche Schilddrüse optimal arbeiten. Bis zum zweiten Trimester der Schwangerschaft ist das Baby komplett auf die Schilddrüsenhormone seiner Mutter angewiesen - danach produziert seine Schilddrüse selbst die notwendigen Hormone.

Wo ist Jod enthalten?

  • Seefisch und Meeresfrüchte
  • Milch und Milchprodukte
  • Spinat
  • Algen

Schilddrüsenunterfunktion kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen

Ohne eine ausreichende Zufuhr von Jod kann also weder die Schilddrüse der Mutter noch die des ungeborenen Kindes zuverlässig arbeiten. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (medizinisch auch als Hypothyreose bezeichnet) in der Schwangerschaft werden die notwendigen Schilddrüsenhormone nicht in ausreichender Menge produziert, was zu einer Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Entwicklung des Fötus führen kann. Frühgeburtsbestrebungen und im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt können die Folge einer mütterlichen Schilddrüsenunterfunktion sein. Zum Glück lässt sich diese Fehlfunktion der Schilddrüse sehr gut medikamentös behandeln, so dass Störungen in der Entwicklung des Ungeborenen aus diesem Grund in der Regel vermeidbar sind.

Ursachen und Symptome der Schilddrüsenunterfunktion

Eine Hypothyreose kommt nie von einem Tag auf den anderen. Die Symptome entwickeln sich langsam und schleichend. So können ausgeprägte Kältegefühle, Muskelschmerzen, Verstopfung, vermehrte Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und eine verringerte körperliche Belastbarkeit auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten. Manche Frauen leiden schon vor der Schwangerschaft unter dieser Erkrankung - bei anderen wiederum treten die Symptome einer Hypothyreose erst mit Beginn der hormonellen Umstellung in der Schwangerschaft auf. Die Ursachen einer Unterfunktion der Schilddrüse können ganz verschieden sein. Häufig ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung (Hashimoto-Thyreoiditis) der Auslöser für eine verringerte Produktion an Schilddrüsenhormonen. Aber auch eine Radiojodbehandlung oder eine Strahlentherapie im Halsbereich kommen als Ursache für eine Hypothyreose in Frage. Wichtig ist zudem darauf zu achten, dass die notwendige Zufuhr an Jod sichergestellt ist.

Diagnose und Therapiemöglichkeiten der Hypothyreose

Besteht bei der Schwangeren der Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion, so wird der Arzt nach einem gründlichen körperlichen Check weitere Untersuchungen veranlassen. Mittels Bluttest, Sonografie und eventuell einer Feinnadelpunktion und einer Szintigrafie (nuklearmedizinisches Untersuchungsmethode) kann die Diagnose der Hypothyreose sicher gestellt werden. Wird eine Unterfunktion der Schilddrüse festgestellt, so muss unverzüglich mit der Therapie begonnen werden, damit das Ungeborene nicht geschädigt wird. Die Behandlung besteht dabei in der Gabe von Schilddrüsenhormonen, welche der werdenden Mutter in Form von Tabletten verabreicht wird.

Eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft ist gut in den Griff zu bekommen. Je früher diese behandelt wird, desto besser stehen die Chancen, dass das Baby gesund auf die Welt kommt.
Text: K. L. / Stand: 30.11.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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