Angst vor der Geburt

In diesem Artikel erfahren Sie welche Ursachen der Angst vor der Geburt zu Grunde liegen. Außerdem erklären wir was gegen die Geburtsangst hilft.

Geburtsangst - Wo kommt sie her und was hilft?

Schwangere hat Angst vor der Geburt
Was hilft gegen die Angst vor der Geburt?
Foto: © Oscar Brunet

Der positive Schwangerschaftstest sorgt in den meisten Fällen für überbordende Freude. Viele Paare haben lange warten müssen, bis sich die gewünschte Schwangerschaft endlich eingestellt hat und fühlen sich sowohl erleichtert als auch vorfreudig. Je stärker sich der Babybauch wölbt und je näher die Geburt kommt, desto wahrscheinlicher ist es jedoch, dass sich all die positiven Gefühle mit einer gewissen Angst vermischen. Schließlich ist die Geburt keine Kleinigkeit, die sich schnell erledigen lässt, sondern ein Vorgang mit gewissen Risiken. Frauen, die Angst vor der Geburt haben, sollten dieses Gefühl daher nicht verdrängen, sondern lernen, damit umzugehen.

Ursachen für die Angst vor der Geburt

Es gibt zahlreiche Gründe für Angstgefühle vor der Geburt eines Kindes. Viele werdende Mütter fürchten sich vor den Schmerzen, während wiederum andere in Sorge darüber sind, ob sie den Belastungen des Geburtsvorganges wirklich stand halten können. Auch Angst davor, dass es dem Baby nicht gut geht, dass ein Notkaiserschnitt notwendig werden könnte und dass dem eigenen Körper möglicher Schaden zugefügt werden könnte, treiben viele Schwangere um. (Komplikationen bei der Geburt)

Hierzu sei zunächst gesagt, dass Angst vor der Geburt vollkommen natürlich und normal ist. Keine Frau muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht voller freudiger Erwartung auf die Geburt blickt. Schließlich ist die Geburt ein Vorgang, bei dem werdende Mütter einen großen Teil der Kontrolle abgeben und - insbesondere bei der Geburt des ersten Kindes - vollkommen neues Terrain betreten. Angst und Unsicherheit gehören beim Gedanken hieran als zu den ganz gewöhnlichen Gefühlen.

Gute Vorbereitung hilft gegen die Geburtsangst

Steigert sich die Angst vor der Geburt hin zu einer gewissen Panik und haben Schwangere schon Wochen vor dem errechneten Termin Herzrasen und Schlafprobleme, so sollten sie sich Hilfe holen. Vor allem die eigene Hebamme ist ein guter Ansprechpartner bei großen Angstgefühlen, denn sie kennt sich aus und kann Frauen genauere Informationen geben. Großen Schreckgespenstern wie beispielsweise einem Dammriss kann die Hebamme durch Erfahrungsberichte und Tatsachen ihren Schrecken nehmen. So ist es in den meisten Fällen so, dass Frauen vom selten vorkommenden Dammriss gar nichts mitbekommen. Auch die Option einer Wassergeburt, die oft schmerzfreier und weniger riskant im Hinblick auf Verletzungen ist, können Schwangere mit ihrer Hebamme näher besprechen. Mit vorbeugenden Maßnahmen wie einer Dammmassage lässt sich der eigene Körper zudem gut vorbereiten.

Auch die Besichtigung des Kreißsaales in der ausgewählten Geburtsklinik kann Abhilfe bei Angst vor der Geburt bieten. Hier sehen betroffene Frauen, in welcher Umgebung sie ihr Kind zur Welt bringen können und erhalten wichtige Informationen darüber, welche Notfallversorgung im Ernstfall bereitsteht. Bei großer Angst davor, dass dem eigenen Baby während der Geburt etwas zustoßen könnte, lohnt sich auch die Auswahl einer Klinik mit Neugeborenen-Intensivstation, denn hier ist schnelle Hilfe möglich. Angst vor großen Schmerzen bei der Geburt lindern Schwangere durch ein Gespräch mit einem Anästhesisten über die Möglichkeit einer PDA. Zu wissen, dass Schmerzmittel im Zweifelsfall zur Verfügung stehen, hat eine sehr beruhigende Wirkung. Hilfreich ist auch ein Geburtsplan.

Ängsten offen begegnen

Zusätzlich zu allen offiziellen Anlaufstellen wie Hebamme, Anästhesist oder Gynäkologe sollten Schwangere nicht zögern, auch ihre Familie über eventuelle Ängste aufzuklären. Die eigene Mutter oder andere Frauen aus der Familie können gut nachvollziehen, welche Sorgen eine werdende Mutter hat und sind dazu in der Lage, beruhigend und ermutigend auf sie einzuwirken. Auch der eigene Partner kann eine Stütze bei Angst vor der Geburt sein, indem er deutlich macht, dass er seine schwangere Frau oder Freundin unterstützen wird. (Vater bei der Geburt dabei)

Wichtig ist nur, dass schwangere Frauen ganz offen und ungeniert über ihre Angst sprechen können. Meist nämlich verschwindet das lähmende Gefühl schon dann, wenn es einmal angesprochen und thematisiert wurde.
Text: A. W. / Stand: 22.09.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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