Das Bäuerchen nach einer Mahlzeit

Baby macht Bäuerchen
Damit das Baby sein Bäuerchen machen kann,
legt man es über die Schulter - Foto: © S.Kobold

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Satt und zufrieden schleckt sich der 5 Monate alte Mika die letzten Tropfen Muttermilch von den Lippen. Seine Mama nimmt ihn hoch und legt ihn sich an die Schulter. Eine Hand klopft sanft auf seinen Rücken und dann kommt auch schon das erhoffte Bäuerchen. So endet jede der Milchmahlzeiten und erst nach dem Aufstoßen kann das Kleine ruhig schlafen und sich seinen Träumen hingeben.
Tipps für die Baby Ernährung

Warum heißt das Bäuerchen eigentlich Bäuerchen?

Über diese Frage haben wohl schon viele Menschen nachgedacht. Im Mittelalter war es gang und gäbe, nach einer Mahlzeit aufzustoßen. Schließlich musste die Luft entweichen, um eine ungehinderte Verdauung zu gewährleisten. Doch ab dem 19. Jahrhundert galt es als ein Tabu, sich ungehemmt solcher Körpergeräusche hinzugeben. Die "feinen Leute" taten so etwas einfach nicht und nur den Bauern war es egal, ob sie nun rülpsten oder nicht. Heutzutage gilt es ebenfalls als ungehobelt, nach dem Essen in aller Öffentlichkeit aufzustoßen. Nur bei kleinen Babys stört sich niemand daran. Allerdings wäre es schon etwas seltsam, wenn man dieses Aufstoßen als "Rülpser" bezeichnen würde. Der Ausdruck "Bäuerchen" bedeutet also soviel wie "kleiner Bauer" und verniedlich in gewisser Weise den "Rülpser".

Ist das Bäuerchen wichtig?

Ein Baby sollte nach jeder Mahlzeit die Möglichkeit zum Aufstoßen haben. In diesem Alter funktioniert das Zusammenspiel zwischen Speiseröhre und Luftröhre noch nicht zuverlässig und daher ist es wichtig, dass die mit der Nahrung aufgenommene Luft entweichen kann. Zudem trinken manche Säuglinge sehr hastig, was ebenso zu vermehrter Luft im Bauch führt. Kann diese Luft nicht entweichen, so drückt es im Bäuchlein und schmerzhafte Koliken können das Kleine belasten.

Wie bringt man ein Baby zum Bäuerchen machen?

Manche Babys machen ihr Bäuerchen sobald sie die Brust oder das Fläschchen losgelassen haben - andere dagegen müssen noch etwas mit aufgerichtetem Oberkörper herumgetragen werden. Dabei ist es hilfreich, sich das Baby leicht über die Schulter zu legen und sanft seinen Rücken zu klopfen oder zu reiben. Manche Säuglinge machen ihr Bäuerchen besser, wenn sie dazu auf den Bauch gelegt werden. Neigt das Baby dazu, besonders viel Luft zu schlucken, so nehmen Sie es nach der Hälfte der Milchmahlzeit hoch und geben ihm so die Möglichkeit zum Aufstoßen. Das Bäuerchen am Ende des Stillens oder des Fläschchengebens sollte allerdings trotzdem nicht wegfallen.

Das Baby spuckt beim Bäuerchen

Besonders junge Mütter sind manchmal erstaunt, wenn beim Bäuerchen auch etwas Milch mit heraus kommt. Doch keine Sorge, das ist wirklich völlig natürlich. Der Säugling schluckt beim Trinken noch sehr viel Luft mit. Das kann an der Brust genauso passieren wie an der Flasche. Die Luft bahnt sich automatisch ihren Weg nach oben und vermischt sich dabei eben auch mit etwas Milch. Diese kommt dann beim Bäuerchen mit heraus. Damit die Milch nicht Ihre Kleidung verschmutzt, legen Sie sich am besten eine Baumwollwindel über Ihre Schulter.
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Wenn das Baby beim Trinken einschläft - Bäuerchen nachts

Das Kleine ist friedlich an der Brust eingeschlafen. Muss ich es jetzt zum Bäuerchen machen aufwecken? Diese Frage stellen sich viele Mütter. Nun, nehmen Sie in solch einer Situation Ihr Baby trotzdem hoch und reiben Sie sanft seinen Rücken. Kommt nach etwa 10 Minuten das Bäuerchen immer noch nicht, so legen Sie Ihr Kind ruhig in sein Bettchen. Viele Babys schlafen auch ohne das Aufstoßen problemlos ein, während andere dann von Koliken geplagt werden. Hier sollten Sie individuell entscheiden und bei einem unruhigen Schlaf Ihr Kleines gegebenenfalls noch einmal hoch nehmen.

Das Bäuerchen gehört zum Babyalltag genauso dazu wie das Füttern und das Windeln wechseln. Schnell werden Sie herausfinden, ob Ihr Baby viel oder wenig Luft schluckt und wie Sie ihm das Bäuerchen am besten "entlocken".
Text: K. L. / Stand: 18.05.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]