Muttermilch abpumpen - So gehts

Eine Frau pumpt Muttermilch mit einer Hand-Milchpumpe ab
Zum Muttermilch abpumpen kann man eine
Hand-Milchpumpe verwenden - Foto: © Joshhh

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wie pumpt man Muttermilch ab?

Muttermilch in ihrer einzigartigen Zusammensetzung ist wie ein Geschenk der Natur. Optimal auf das jeweilige Alter des Babys abgestimmt bekommt das Kleine immer all das in einer perfekten Kombination, was es zum Wachsen und Gedeihen braucht. Neben Vitaminen, Mineralstoffen und einem Fettgehalt von etwa 4 Prozent liefert sie zudem Immunglobuline und abwehrfördernde Enzyme, welche die Gesundheit des Babys stärken und Krankheitserregern wenig Chancen lassen. Doch nicht immer besteht die Möglichkeit seinem Baby diesen "Zaubertrank" direkt an der Brust zu verabreichen. Das Abpumpen von Muttermilch ist eine Option, um dem Säugling trotzdem die Milch seiner Mutter angedeihen zu lassen.
Was macht die Muttermilch so einzigartig? - Ein Überblick über die Inhaltsstoffe

Gründe für das Milch abpumpen

Die Gründe, warum eine Frau ihr Baby nicht direkt stillen kann oder will, sind verschieden. Sehr früh geborene oder kranke Kinder müssen vielleicht einige Zeit in der Klinik verbringen und sind noch zu schwach, um an der Brust zu saugen. Manche Brustwarzenformen erschweren das Stillen und das Kleine hat Schwierigkeiten, die Brust richtig zu erfassen. Oder aber die Mutter möchte einfach einmal allein ausgehen oder mit ihrem Partner einen schönen Abend ohne den Nachwuchs verbringen. In all diesen Situationen muss das Baby nicht auf die Muttermilch verzichten, wenn die Frau vorher ausreichend Milch abgepumpt hat. Das Abpumpen hält zudem die Milchproduktion aufrecht, wenn das Baby nicht bei der Mutter sein kann und verhindert bei der Frau die Entstehung eines Milchstaues.
Wenn stillende Mütter mal eine Pause brauchen

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Elektrische Milchpumpe oder Handmilchpumpe?

Die Frage, welche Milchpumpe eine Frau am besten verwendet, ist zum großen Teil davon abhängig, wie oft sie ihre Muttermilch auf diese Weise gewinnen möchte. Zum gelegentlichen Abpumpen der Milch reicht meist eine einfache Handpumpe völlig aus. Modelle mit Gummiball sind schon für etwa 5 bis 10 Euro in der Apotheke oder dem Sanitätshaus zu bekommen. Komfortabler in der Handhabung sind jedoch Handmilchpumpen namhafter Hersteller - diese beginnen bei einem Preis von ca. 20 Euro. Möchte die Mutter regelmäßig Milch für ihr Baby abpumpen, so empfiehlt sich die Nutzung einer elektrischen Milchpumpe. Besonders zeitsparend arbeiten Modelle mit einem Doppelpumpset - hierbei wird zeitgleich aus beiden Brüsten Milch gewonnen. Die meisten Hebammen verleihen an "ihre" Mütter elektrische Milchpumpen - ansonsten bieten auch viele Apotheken diesen Service an. Egal für welche Pumpe Sie sich entscheiden: der Aufsatz muss zu ihrer Brustwarzengröße passen und gut an der Brust anliegen. Tipps für den Kauf einer Milchpumpe

Wie lange dauert das Abpumpen?

Eine Frau beim Milch abpumpen mit elektrischen Milchpumpe ab
Eine elektrische Milchpumpe erleichtert das Milch abpumpen! - Foto: © spunk74

Milch abpumpen ist eigentlich nicht schwer - dennoch haben nicht selten die Mütter Probleme, auf diese Art und Weise an die kostbare Nahrung für ihr Baby zu gelangen. Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass sie sich an diesen Geräten wie an einer Melkmaschine fühlen. Für das Fließen der Muttermilch ist das Hormon Oxytocin verantwortlich, welches nur gebildet wird, wenn die Frau entspannt ist. Stress hemmt nachweislich den Milchspendereflex und wenn beim Abpumpen dann auch noch "nichts kommt", verursacht das natürlich weiteren Druck bei der Mutter. Daher: suchen Sie sich einen ruhigen Ort an dem Sie ungestört sind. Sorgen Sie für eine bequeme aber aufrechte Sitzposition, legen Sie sich eine schöne Musik ein und stellen Sie sich vielleicht auch eine Tasse warmen Tee bereit. Körperkontakt zum Baby lässt die Milch schneller fließen - doch wenn das Kleine aus irgendeinem Grund von der Mutter getrennt ist, so hilft es auch, wenn diese ein Foto ihres Säuglings betrachtet und intensiv an ihn denkt. Jetzt geht es los. Setzen Sie den Brustwarzentrichter mittig auf Ihre Brustwarze, so dass dieser dicht mit der Haut abschließt. Nun stellen Sie bei Verwendung einer elektrischen Pumpe den Schalter an und beginnen zunächst mit einer niedrigen Stufe. Bei einer manuellen Pumpe betätigen Sie den Pumpmechanismus. Keine Sorge, wenn in den ersten zwei oder drei Minuten noch keine Milch in den Auffangbehälter tropft. Das Einsetzen des Milchspendereflexes kann manchmal etwas dauern, besonders dann, wenn Sie sehr angespannt sind.

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Wieviel Muttermilch abpumpen?

Fließt die Milch, so pumpen Sie solange, bis diese verebbt. Wechseln Sie nun zur anderen Seite. Dasselbe wiederholen Sie zweimal an jeder Brust. Die so gewonnene Muttermilch können Sie entweder gleich verfüttern oder aber im Kühlschrank bis zu 4 Tagen aufbewahren. Möchten Sie einen Vorrat anlegen, so können Sie die Muttermilch bis zu einem Jahr in der Tiefkühltruhe lagern. Die Benutzung der Milchpumpe sollte nicht schmerzhaft sein. Eine moderne elektrische Pumpe imitiert die Saugleistung des Babys. Je nach Gerät gibt es jedoch beträchtliche Unterschiede. Empfinden Sie das Abpumpen als schmerzhaft und sehr unangenehm, so kann es durchaus helfen, auf ein anderes Modell zurückzugreifen.

Oberstes Gebot beim Muttermilch abpumpen : Hygiene

Muttermilch ist sehr wertvoll - aber nur dann, wenn sie nicht mit Keimen und Bakterien belastet ist. Besonders für zu früh geborene oder kranke Säuglinge stellt die Gabe von verunreinigter Muttermilch eine hohe Belastung dar. Daher waschen Sie sich vor jedem Abpumpen gründlich die Hände und entfernen Sie eventuell aufgetragene Salben oder Cremes von Ihrer Brust. Verwenden Sie ausschließlich frisch sterilisierte Auffangbehälter für die gewonnene Muttermilch und sterilisieren Sie alle abnehmbaren Teile der Milchpumpe vor dem ersten Gebrauch und jeweils nach dem Abpumpen. Ist die Muttermilch für ein zu früh geborenes oder krankes Kind bestimmt, so wird Ihnen die Klinik oder der Kinderarzt mitteilen, ob es notwendig ist, die Brustwarze vor dem Abpumpen zu desinfizieren. Halten Sie sich beim Muttermilch abpumpen in jedem Fall an die Ihnen gegebenen Anweisungen, um die Gesundheit Ihres Babys nicht zu gefährden.

Durch das Abpumpen von Muttermilch profitiert Ihr Baby auch dann von dieser Art der natürlichen Säuglingsernährung, wenn Sie einmal nicht anwesend sind. Auch wenn das Abpumpen am Anfang noch ungewohnt erscheint: mit der Zeit werden Sie auch diese Hürde meistern. Ihre Hebamme oder Stillberaterin ist sicher gern bereit, Sie auch in diesen Fragen zu unterstützen.
Text: K. L. - Stillberaterin / Stand: 13.06.2018

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können den Rat eines Arztes nicht ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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