Stillberatung - kompetente Hilfe und Unterstützung für Mütter

Mutter ist unsicher beim Stillen
Mache ich beim Stillen alles richtig? - Foto: © Artranq

Muttermilch ist die natürlichste Nahrung für ein Baby. Die meisten Frauen möchten ihrem Kind die Brust geben. Doch manchmal klappt das Stillen nicht so problemlos, wie die Mutter sich das vorgestellt hat.

Dafür kann es viele Gründe geben. Zum einem: Stillen muss erst gelernt werden. Mutter und Baby müssen sich erst aneinander gewöhnen und sich mit der Technik des Stillens vertraut machen. Zum anderen können Erkrankungen des Babys oder der Mutter zu Stillproblemen führen. Und nicht zuletzt sind es die vielen Stimmen aus der Verwandtschaft, die eine Mutter an der Fähigkeit, ihr Baby zu stillen, zweifeln lassen. Aber keine Sorge - es gibt ja die Stillberatung!

Hier einmal ganz typische Fragen, welche Stillberaterinnen immer wieder gestellt werden:

Weitere Fragen an die Stillberaterin:

  • Was tun, wenn das Baby einen wunden Po hat?
  • Muss ich meine Brust auf das Stillen vorbereiten?
  • Welche Anlegetechniken gibt es?
  • Reicht meine Milch aus, um mein Baby zu ernähren?
  • Wie kann ich die Milchbildung steigern?

Fragen über Fragen - aber zum Glück ist Hilfe in Form der Stillberatung in Sicht. Wir wollen uns hier mit den verschiedenen Arten der Stillberatung befassen und klären, welche Unterstützung für stillende Mütter möglich ist.

Die Beratung beginnt schon vor der Geburt

Die Stillberatung beginnt genau genommen bereits in der Schwangerschaft.

Wenn Sie einen Geburtsvorbereitungskurs bei Ihrer Hebamme besuchen, so ist eine Stunde davon dem Stillen gewidmet. Ihre Hebamme erklärt die grundlegenden Anlegetechniken und versucht Mythen rund um das Stillen auszuräumen. Nach der Geburt steht sie Ihnen bei regelmäßigen Hausbesuchen in allen Fragen rund um Ihr Baby und dessen Ernährung bei. Was viele Frauen nicht wissen: Sie haben Anspruch auf Hebammenhilfe so lange Sie Ihr Baby stillen. Treten beispielsweise nach 6 oder 8 Monaten Stillprobleme auf, so benötigen Sie nur ein Rezept von Ihrem Frauen - oder Kinderarzt auf eine Stillberatung und schon können Sie die Beratung Ihrer Hebamme wieder in Anspruch nehmen.

Was ist eine Stillberaterin?

Neben der Stillberatung durch die Hebamme gibt es die Unterstützung durch eine Still- und Laktationsberaterin der IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant - international examinierte Still- und Laktationsberaterin). Eine Stillberaterin IBCLC gehört dem medizinischen Fachpersonal an und hat sich speziell auf dem Gebiet des Stillens und der Laktation weitergebildet. Wenn Sie Hilfe bei einer Stillberaterin IBCLC suchen, so müssen Sie diese Beratung selbst bezahlen. Ihre Krankenkasse kann aber in einigen Fällen einspringen und die Kosten dafür übernehmen - eine Nachfrage dort ist daher empfehlenswert.

Eine weitere Art von Unterstützung bieten die Stillberaterinnen der La Leche Liga (LLL) und der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen (AfS) an. Diese Stillberaterinnen haben alle selbst Kinder und kennen das Stillen daher aus erster Hand. Sie arbeiten ehrenamtlich und leisten so eine wertvolle Hilfe "von Mutter zu Mutter". Ihre Beratung erfolgt meist telefonisch und ist für die Mütter kostenfrei.

Beratung in der Stillgruppe

Viele Stillberaterinnen bieten eine Stillgruppe an. Hier finden junge Mütter einen Erfahrungsaustausch und kompetente Beratung. Es tut einfach gut sich mit anderen Frauen, die ebenfalls ihrem Baby die Brust geben, auszutauschen. So erfährt man, dass auch andere Mütter manchmal Probleme mit der Brusternährung haben und kann von deren Lösungen profitieren. Kleiner Tipp: auch schwangere Frauen sind in der Stillgruppe gern gesehen, denn eine rechtzeitige Beschäftigung mit dem Thema Stillen kann unrealistische Vorstellungen ausräumen und entscheidend zu einer guten Stillbeziehung beitragen.

Ehrenamtliche Stillberaterinnen beraten "ihre" Mütter meist am Telefon, per E-Mail oder in der Stillgruppe. Manchmal kommen Sie auch zu der Mutter nach Hause. Hausbesuche sind bei der Stillberatung durch eine Hebamme oder durch eine Stillberaterin IBCLC dagegen die Regel.

Egal welche Probleme oder Fragen Sie zum Thema Stillen haben - in der Stillberatung kann Ihnen geholfen werden. Manchmal tut es schon gut einfach mit jemandem zu reden und so das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, seinem Baby die Brust zu geben, zu stärken.
Text: K. L. - Stillberaterin / Stand: 22.06.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können den Rat eines Arztes nicht ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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