Milchüberschuss bei stillenden Müttern

Baby trinkt an Mamas Brust
Wenn die Brust zu viel Muttermilch produziert, kann das
beim Stillen Probleme bereiten - Foto: © Svetlana Fedoseeva


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wenn die Brust zu viel Muttermilch produziert

Oft hört oder liest man von besorgten stillenden Müttern, dass ihre Milch nicht ausreicht und ihr Baby nicht satt wird. Aber auch im umgekehrten Fall kann es zu Problemen kommen, nämlich dann, wenn die Mutter an einem Milchüberschuss leidet.

In den ersten Tagen nach der Geburt erlebt jede stillende Mutter das Phänomen der anschwellenden Brüste im Zuge des Milcheinschusses. Bereits während der Schwangerschaft bereitete sich die Brust auf die Ernährung des Babys vor, indem vermehrt Drüsengewebe gebildet wird. Die Brust "weiß" aber zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, ob ein, zwei oder sogar noch mehr Kinder ernährt werden müssen. Die meisten Geburten sind hierzulande Einlinge. Die Brust muss sich also darauf einstellen, dass nur Muttermilch für ein Kind benötigt wird. Der anfängliche Milchüberschuss regelt sich je nach Bedarf des Babys in den ersten Tagen ganz von selbst herunter - die Brust produziert nun genau die Menge an Muttermilch, welche das Baby benötigt.

Manchmal jedoch wird dieser sensible Vorgang gestört. Das kann zu Beginn aber auch in späteren Zeiten der Stillperiode geschehen. Die Gründe dafür finden sich in einer erhöhten Stillfrequenz in Folge von Wachstumsschüben oder Erkrankungen des Babys (wie Erkältungen, Magen-Darm-Infekten) oder durch eine zu große Anregung der Milchbildung durch Verwendung einer Milchpumpe.

Symptome eines Milchüberschusses

Die Symptome eines Milchüberschusses zeigen sich häufig in einer gehärteten Brust, welche besonders schmerzempfindlich ist. Sie kann zudem unangenehm spannen und "auslaufen". Das Baby bekommt Probleme beim Stillen, weil es gar nicht so schnell schlucken kann, wie die Muttermilch in seinen kleine Mund schießt. In Folge dessen kann es sich verschlucken oder genervt schreien.

Was kann man gegen zu viel Muttermilch tun?

Wenn Sie bisher nach dem Stillen noch Muttermilch abgepumpt haben, so unterlassen Sie dies bitte. Durch das Pumpen wird die Milchproduktion nämlich immer weiter angeregt - und genau das möchten Sie ja im Moment nicht. Eventuell kann es sinnvoll sein, wenn Sie Ihrem Baby zu einer Stillmahlzeit jeweils nur eine Brust geben. Schreit Ihr Kleines kurz darauf wieder, dann legen Sie es noch einmal an dieselbe Brust. Ihre andere Brust wird sicherlich dann spannen und vielleicht auch leicht schmerzen. Massieren Sie vorsichtig etwas Muttermilch aus - aber nur soviel, das der größte Druck weg ist. Es geht nicht um das Gewinnen von Muttermilch, sondern nur darum, die größte Spannung aus der Brust zu nehmen und so einen Milchstau zu verhindern. Bei der nächsten Stillmahlzeit ist dann die andere Brust "dran". Mit Quarkwickel oder aufgelegten, gewalzten Kohlblättern, welche in den BH gelegt werden, können Sie Ihre Brust kühlen, was zusätzlich einen hemmenden Effekt auf die Milchbildung hat. Als gute Hilfe bei einem Milchüberschuss hat sich auch das Trinken von Salbei-Tee bewährt. Salbei hemmt die Milchbildung auf eine sanfte Art und Weise. Bis zu 4 Tassen täglich können Sie davon zu sich nehmen. Arbeitet Ihre Hebamme oder Ihr Frauenarzt homöopathisch, so kann die Milchbildung auch mit Globulis sanft gemindert werden.

Wie weiter oben bereits erwähnt kann ein Milchüberschuss auch Ihrem Baby beim Stillen Probleme bereiten. Mit einer geeigneten Stillposition können Sie erreichen, dass Ihr Kind nicht von Ihrer Muttermilch "überschwemmt" wird. Es bieten sich der Hoppe-Reiter-Sitz (Baby sitz auf Ihren Oberschenkel), der aufrechte Rückengriff (auch Fußballer-Haltung genannt) und das Stillen im Liegen an, wobei hier die Mutter auf dem Rücken und ihr Baby mit dem Bauch auf ihrem Bauch liegt. Ihre Stillberaterin oder Ihre Hebamme zeigt Ihnen sicher diese Stillpositionen einmal vor Ort und kann Ihnen zudem weitere Hinweise in Hinblick auf einen Milchüberschuss geben.

Manche Mütter entscheiden sich auch dafür, dass ihre überschüssige Muttermilch anderen Babys zu Gute kommen soll und pumpen daher weiter Milch ab. Frauenmilchsammelstellen sind immer dankbar für Muttermilchspenden, mit denen kranke Babys oder Frühgeburten gefüttert werden können. Ob diese Möglichkeit für Sie persönlich in Frage kommt, das entscheiden Sie am besten in einem Gespräch mit Ihrer betreuenden Hebamme.
Text: K. L. - Stillberaterin / Stand: 22.06.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können den Rat eines Arztes nicht ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

[ Zum Seitenanfang ]