Wenn die Großeltern zu Besuch kommen

Text: A. B. (Erfahrene Mutter) / Zuletzt aktualisiert: 06.11.2019

Großeltern zu Besuch bei den Kindern und Enkeln
Wenn die Großeltern zu Besuch kommen... - Symbolbild: © Pixel-Shot - stock.adobe. com

In diesem Artikel gibt eine Mutter Tipps wie der Besuch der Großeltern harmonisch wird.

Tipps für den Großelternbesuch - Streit und Stress vermeiden

Großeltern sind etwas Wunderbares, manchmal aber auch fürchterlich nervig: Kündigen Sie ihren Besuch an, mischen sich mitunter auch zwiespältige Gefühle in die Vorfreude von Eltern kleinerer Kinder. Wird es wieder Zank um Erziehungsthemen geben oder lässt sich das diesmal vermeiden? Nachfolgend ein paar Tipps, wie das generationenübergreifende Miteinander harmonischer gestaltet werden kann.
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Zankthema Erziehungsmethoden: Von Süßigkeiten bis hin zu Schlafenszeiten

Medienkonsum, Schlafenszeiten, Süßigkeiten, ein Zuviel oder Zuwenig an Aufmerksamkeit für die Kleinsten - das sind die Evergreens in der Hitliste der beliebtesten Konfliktthemen mit den Großeltern. Oft haben Eltern für die Kritik ihrer eigenen Eltern besonders sensible Antennen, da sie sich in diesem Moment (immer noch nicht) als ebenbürtiger Erwachsener respektiert fühlen. Die eigenen Eltern nörgeln schon wieder herum wie früher in der eigenen Kindheit. Und auch manche Großeltern müssen oftmals erst lernen, dass ihre Kinder nun selbst einen verantwortungsvollen Erziehungsauftrag haben und damit - endgültig - im Leben der Erwachsenen angekommen sind.

Aus alten Rollenmustern lösen: Abschied vom Kinder-Ego und der "Besserwisser"-Rolle

Was also ist angeraten, um nicht gleich wieder in nervenaufreibende Diskussionen à la "Jetzt musst du aber mal bestrafen, sonst lernt sie das nie!" oder "Theo ist viel zu kalt angezogen" führen zu müssen, die im schlimmsten Fall dann wieder in wüsten Wutexplosionen enden? Beiden Seiten hilft es in solchen Situationen, sich aus alten festgefügten Rollenmustern zu lösen. Die Großeltern aus ihrer eigenen "Besserwisser-Rolle" und die Eltern aus ihrem trotzigem Kinder-Ego. Wenn Beziehungskonstellationen sich verschieben, dann ist damit meistens viel konstruktive Arbeit verbunden. Die eigene Rolle und die des Gegenübers muss neu definiert werden - insbesondere dann, wenn Generationen sich gegenseitig den Staffelstab in die Hand drücken.

Sachlich bleiben und positive Aspekte in der Generationen-Beziehung betonen

Im Idealfall ist es möglich, über diese Gefühle oder Wahrnehmungen sachlich miteinander zu sprechen. Das kann helfen, gemeinsam zum Kern des Streits vorzudringen und entspannt in manchen Fällen die Lage erheblich. Das ändert jedoch mitunter nichts daran, dass Meinungen zu Erziehungsthemen unterschiedlich bleiben. Jedoch sollten Großeltern auch in der Lage sein, zu akzeptieren, dass die Eltern die Entscheidungen treffen. Man könnte z.B. sagen: "Ich respektiere deine Meinung. Natürlich mache ich mal Fehler und bin gern bereit, immer wieder dazuzulernen, aber in diesem Punkt sehe ich das tatsächlich anders. Ich bitte dich darum, dich hier nicht weiter einzumischen." Solche Gespräche sollten am besten so lange geführt werden, bis sich der Konflikt entspannt hat. Ein gewisses diplomatisches Geschick oder eine gute konstruktive Streitkultur kann sich da als sehr vorteilhaft erweisen. Am besten ist es, bei aller Aufregung auch immer die positiven Aspekte in der Beziehung zu den Großeltern zu betonen und auch direkt auszusprechen.

Lebensweisheiten: Gut gemeint aber nicht immer erwünscht

Großeltern hingegen sollten gelegentlich hinterfragen, ob ihre Lebenserfahrungen, die sie gerne teilen möchten, auch tatsächlich immer und überall erwünscht sind. Es kann lohnen, vorher nachzufragen: "Darf ich Dir dazu etwas empfehlen oder möchtest Du das nicht?" Natürlich muss dann auch akzeptiert werden, wenn ein "Nein" als Reaktion folgt. In manchen Fällen ist es sogar gut, proaktiv eigene Fehler aus der Vergangenheit zur Diskussion zu stellen. Man kann zum Beispiel fragen: "Gab es etwas, dass Du damals in unserer Erziehung nicht so gut fandest?" Das signalisiert, dass man sein eigenes "Kind" ernst nimmt und mit so einer Frage bewusst in Kauf nimmt, selbst kritisiert zu werden. Vielleicht nimmt der ein oder andere Tipp ein wenig Wind aus den Segeln? Ein gutes Miteinander zwischen Enkeln, Eltern und Großeltern ist viel wert. Wenn letztlich alle - trotz Differenzen - im Wesentlichen an einem Strang ziehen, können sich auch die Kleinsten am besten entfalten und Oma und Opa eine tolle Bereicherung für die Familie sein! So ist man zusammen eine starke Familie!

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