Wunde Brustwarzen beim Stillen

Wunde Brustwarzen beim Stillen
Schmerzen beim Stillen? Die Ursache sind oft
wunde Brustwarzen - Foto: © Kitty


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Wenn das Stillen schmerzt

Mit geballten Fäustchen und einem entschlossenen Gesichtsausdruck sucht das Baby die Brust seiner Mutter. Es kann ihm gar nicht schnell genug gehen! Da erfasst es schon die Brustwarze und im selben Augenblick könnte seine Mutter an die Decke gehen. Aua! Wenn das Stillen doch nur nicht so wehtun würde!

Ursachen für Schmerzen beim Stillen

Die Ursache für eventuell auftretende Schmerzen beim Stillen liegt nicht selten in wunden Brustwarzen begraben. Jedes Ansaugen des Babys ist unangenehm und die Stillmahlzeit scheint Ewigkeiten zu dauern. Ein kleiner Trost: fast alle Mütter kennen dieses Problem und mit fachkundiger Unterstützung ist dem ganz gut beizukommen. Wunde Brustwarzen können zu allen Zeiten der Stillperiode auftreten - jedoch kämpfen vorrangig Mütter von Neugeborenen mit dieser Problematik. Ganz klar: die Brustwarze muss sich erst an den ständigen Reiz anpassen und ist die Beanspruchung durch ein trinkendes Baby überhaupt nicht gewöhnt. Hinzu kommt, dass sich Mutter und Kind erst aufeinander einstellen und das Kleine zudem lernen muss, wie man effektiv die Muttermilch aus der Brust bekommt. Doch auch nach Abschluss dieser "Lern-Phase" können die Brustwarzen wund werden und schmerzen. Dann kann es sein, dass sich ein Pilz eingeschlichen hat und die Brustwarzen nicht nur wehtun, sondern auch jucken.


In jedem Fall ist es notwendig, den Grund für die wunden Brustwarzen herauszufinden. Als erstes schaut man hierbei auf die Stillposition. Nur wenn das Baby korrekt an der Brust liegt und die Mutter dabei eine entspannte Haltung eingenommen hat, kann das Kleine effektiv saugen. Als Faustregel gilt: Das Ohr, die Schulter und die Hüfte des Babys müssen sich beim Stillen in einer Linie befinden. Muss das Baby den Kopf dabei drehen, so kann es die Brust nicht mehr korrekt erfassen und saugt unter Umständen nur am vorderen Teil der Warze.
Es sollte jedoch soviel wie möglich von der Brust in den Mund nehmen. Das kann es aber zudem nur erreichen, wenn die Mutter ihre Brust beim Stillen richtig stützt. Der viel benutzte "Zigaretten-Griff" - bei dem die Brust zwischen Zeige- und Mittelfinger gehalten wird, ist gänzlich ungeeignet. Besser: der "C-Griff" - die Hand formt dabei ein "C", während sich der Daumen oberhalb und die restlichen Finger unterhalb der Brust befinden.

In manchen Fällen sind die Brustwarzen der Mutter nicht nur wund, sondern sie sind so eingerissen, dass sie bluten und Schrunden bilden. Oft taucht dann die Frage auf, ob es für das Baby schädlich ist, wenn es dann noch weiter an der Brust trinkt. Doch keine Sorge: blutende Brustwarzen sind kein Grund zum Abstillen und das Blut schadet dem Baby überhaupt nicht.

Wunde Brustwarzen beim Stillen - Was tun?

Neben der Ursachenforschung braucht die junge Mutter natürlich konkrete Hilfe. Wunde Brustwarzen benötigen etwas Unterstützung von außen, um sich wieder zu regenerieren. Es ist sehr hilfreich, wenn diese mit reinem Wollfett gepflegt werden. Dazu gibt es in der Apotheke sehr gute Produkte, welche nach dem Stillen auf die Brustwarze aufgetragen werden. Besonders rissige, blutende Warzen mit bereits vorhandenen Schrunden profitieren von der Anwendung des Wollfettes. Die so genannte feuchte Wundheilung verhindert immer wieder neu entstehende Grinde und hilft dem Gewebe, sich zu erholen. Im Gegensatz zu vielen anderen Salben muss das reine Wollfett vor dem Stillen nicht abgewaschen werden - und das ist ein großer Vorteil. Wer bereits einmal unter wunden Brustwarzen gelitten hat, der weiß, wie schmerzhaft jede Berührung sein kann.

Die meisten stillenden Mütter verwenden Stilleinlagen. Die häufigste Form dieser Einlagen sind die Einmal-Produkte. Leider neigen diese dazu, an der Brust "anzukleben" und sind daher bei gereizten Brustwarzen recht unangenehm. Sehr zu empfehlen sind dagegen Stilleinlagen aus Wolle und Seide. Sie wirken heilungsfördernd und sind eine Wohltat für diese geschundenen Partien. Erhältlich sind diese Stilleinlagen in der Apotheke und in gut sortierten Drogeriemärkten.

Als sehr hilfreich bei wunden Brustwarzen empfinden viele Mütter auch die Behandlung mit Rotlicht. Dazu wird eine Rotlichtlampe benötigt, welche man über die Apotheke oder ein Sanitätsfachgeschäft beziehen kann. Mit einem gewissen Abstand werden nun mehrmals täglich die Brustwarzen bestrahlt. Tipp: auch bei Erkältungen ist die Rotlichtbehandlung eine sanfte Methode um Linderung zu erreichen - der Kauf einer solchen Lampe rentiert sich also in jedem Fall.

All diese Maßnahmen bringen jedoch keinen Erfolg, wenn ein Pilz die Ursache für die wunden Brustwarzen ist. In diesem Fall hilft nur die Anwendung einer antimykotischen Salbe oder Tinktur, welche nach Absprache mit der Nachsorgehebamme oder dem behandelnden Frauenarzt auf die Brustwarzen aufgetragen werden muss. Um eine gegenseitige Ansteckung zu vermeiden, kann es notwendig werden, dass auch das Baby mitbehandelt wird.

Wunde Brustwarzen sind kein Schicksal, dem sich die Mutter zu ergeben hat. Sie haben immer ihre Ursache und erst wenn diese bekannt ist, kann aktiv etwas zur Linderung und Heilung unternommen werden. Ihre Hebamme oder Stillberaterin berät Sie dazu gern in einem persönlichen Gespräch.
Bei wunden Brustwarzen kann ein Stillhütchen hilfreich sein.
Text: K. L. - Stillberaterin / Stand: 22.06.2017

[Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Ihre Hebamme. Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

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