Wenn Männer eifersüchtig auf die Stillbeziehung sind

Papa schaut Mama beim Stillen zu
Eifersucht in der Stillbeziehung muss nicht sein
Foto: © Monkey Business


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Eifersucht auf die Stillbeziehung

In einer perfekten Symbiose hält die 24-jährige Marie ihren 3 Monate alten Sohn Leon im Arm und gibt ihm die Brust. Dieser nuckelt selig vor sich hin und schläft schließlich friedlich in Mamas Armen ein. Es ist immer wieder die gleiche Szene: schreit der Kleine, so kann die Mama ihr Baby mit dem Zaubertrank Muttermilch fast auf der Stelle beruhigen. Eine Tatsache, welche Maries Mann besonders in der Nacht zu schätzen weiß. Und doch nagt da irgendwie das kleine Ungeheuer Eifersucht an ihm. Eine Eifersucht auf diese ganz besondere Bindung, welche ein Mann wohl niemals in dieser Art und Weise erleben wird.
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Mutter und Baby - eine ganz besondere Nähe

Frauen kaufen sich einen Schwangerschaftstest, leiden in der Kugelzeit unter diversen Beschwerden und gebären schließlich unter Schmerzen ihr Kind. Die meisten von ihnen stillen ihr Baby die ersten Monate und dies ist ein weiterer Punkt, an denen die Herren der Schöpfung irgendwie außen vor bleiben. Männer von heute nehmen in der Regel in allen Phasen der Schwangerschaft und auch im Alltag mit dem Baby Anteil an den schönen und weniger schönen Momenten und unterstützen ihre Frauen auf vielfältige Art und Weise. Und doch lässt es sich nicht leugnen: meist ist es die Mutter, welche mit ihrer Brust dem kleinen Mensch dieses ganz gewisse Gefühl der Geborgenheit vermittelt. Mit einer Brust, welche noch vor gar nicht allzu langer Zeit zu einem gewissen Grad auch dem Mann "gehörte" und mit der er lustvolle Momente verbindet. Doch das kleine nuckelnde Baby scheint sie ihm irgendwie weggenommen zu haben... So kann der Vater nach der Geburt helfen

Tragen, wickeln, miteinander kuscheln - Männer mitten im Babyalltag

Männer können nun mal nicht stillen und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Doch sie können durchaus eine sehr intensive Bindung zu ihrem Nachwuchs aufbauen. Eine gute Möglichkeit bietet sich beispielsweise durch die Verwendung eines Tragetuches. Dicht an Papas Bach geschmiegt und sicher vom umgebundenen Tuch gehalten erlebt das Baby einen sehr engen Körperkontakt und spürt unmittelbar die Nähe des Vaters. Durch die Körperwärme und die gleichzeitige Bewegung werden zudem unangenehme Blähungen und die so gefürchteten Dreimonatskoliken gelindert. Unruhige Säuglinge finden meist nach wenigen Minuten im Tragetuch zu ihrer inneren Ruhe und schlummern schließlich friedlich ein. Auch beim täglichen Windeln wechseln können und sollten die Väter Hand anlegen. Neben den reinen Routinehandgriffen bietet sich hierbei die Gelegenheit zum ausgiebigen schmusen mit dem Baby und zu einer innigen Unterhaltung, welche schon bald mit fröhlichen Glucksen und dem ersten Gebrabbel kommentiert wird. Mehr über das Bonding

Mutter sein - Frau bleiben

Wie bereits eingangs erwähnt reagieren viele Männer mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Eifersucht auf die Stillbeziehung zwischen dem Baby und der Mutter. Neben der Tatsache, dass sie ihr Baby nun mal nicht stillen können, verunsichert sie die neue Funktion der weiblichen Brust - weg von der erogenen Zone und hin zur reinen Nahrungsquelle für den Nachwuchs. Manche Mütter meinen scherzhaft, die eine Brust sei für den Mann und die andere für das Baby - doch Spaß beiseite: wer sich nur noch in der Mutterrolle wieder findet und sich des eigenen Frau-Seins nicht mehr bewusst ist, der riskiert früher oder später Spannungen in der Partnerschaft. Verständlicherweise schafft es eine frisch gebackene Mutter in der ersten Zeit kaum bis Mittags unter die Dusche und von solch einem Luxus wie Friseur- oder Kosmetikbesuch kann sie nur träumen. Doch irgendwann spielt sich der Umgang mit dem Nachwuchs ein und dann kann es nur von Vorteil sein, wenn Frau wieder mehr auf ihr Äußeres achtet und nicht den lieben langen Tag in Jogginghosen und Schlabberpulli durch die Wohnung läuft. Hin und wieder ein Abend zu zweit als Paar fördert die Beziehung und beugt Eifersucht und Missmut vor. Dieser "Termin" sollte natürlich gut geplant sein. Ein rechtzeitig organisierter Babysitter (am besten die Großeltern) und im Kühlschrank aufbewahrte abgepumpte Muttermilch ermöglichen es auch jungen Eltern, ihre Zweierbeziehung zu pflegen und wieder Kraft für den Alltag zu tanken.
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Interesse am Partner zeigen

Nicht selten reagieren Männer nicht allein auf die Stillbeziehung mit Eifersucht. Meist ist es ein Mix aus dem Gefühl, sich ausgegrenzt zu fühlen, weniger oder keine sexuellen Kontakte mehr zu bekommen und der Tatsache, dass sich in den Gesprächen fast alles nur noch um das Kleine dreht. Doch auch der Partner erlebt über den Tag hinweg vieles, was ihn bewegt und was er vielleicht mit seiner Frau oder Freundin besprechen möchte. Stattdessen bekommt er, sobald er zur Tür herein tritt, sofort die Anzahl der vollen Windeln vorgezählt und kann sich anhören, wie viele Meter die Frau mit dem Kinderwagen gelaufen ist, bis das Baby endlich ins Reich der Träume gefunden hat. Liebe Mütter: versetzen Sie sich einmal in die Lage des Partners und gewähren sie ihm Raum und Zeit, über seine Dinge zu sprechen und schenken Sie ihm ein offenes Ohr. Was bewegt ihn derzeit? Wie läuft es auf der Arbeit? Und auch über gemeinsame Interessen lohnt es in Kontakt zu bleiben. Planen Sie doch zusammen den nächsten Urlaub oder überlegen Sie, wie sie ihre Hobbys und die Bedürfnisse des Babys unter einen Hut bekommen. Wenn sich nicht mehr alles nur um Muttermilch, Spuckwindeln und zu kleine Bodys dreht, dann bekommt die Beziehung zueinander wieder ein ganz anderes Niveau.

Das Leben mit einem kleinen Baby ist eine einzigartige und spannende Geschichte, an der auch der Partner mitschreiben kann, wenn beide Elternteile sich darum bemühen.
Text: K. L. - Stillberaterin / Stand: 11.10.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können den Rat eines Arztes nicht ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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