Zecken nur im Sommer?

Schild Achtung Zecken
Was man über Zecken wissen sollte - Foto: © animaflora

Erfahren Sie in diesem Artikel alles Wissenswerte über Zecken. Wo findet man sie? Was tun beim Zeckenbiss? Wie kann man einem Zeckenbiss vorbeugen?

Zecken: Wissenswertes rund um die kleinen Plagegeister

Sie wirken unscheinbar und sind dennoch gefürchtet: Kleine Vertreter der Milbenordnung, besser bekannt als Zecken. Vom gemeinen Holzbock über die Hundezecke bis hin zur Auwaldzecke sind die kleinen Blutsauger vor allem in der Natur zu finden und suchen sich Wirte. Das Problem: Auch der Mensch ist eine potenzielle Quelle, der sich Zecken gerne bedienen. Was ohnehin unangenehm klingt, bringt außerdem ein gewissen Risiko für die Übertragung gefährlicher Krankheiten mit sich.

Was sind Zecken?

Wie bereits erwähnt, gehören Zecken im weitesten Sinne der Milbenfamilie an. Sie sind nur wenige Millimeter groß und können in verschiedenen Farben vorkommen. An ihrem Kopf verfügen Zecken über spezielle Mundwerkzeuge, mit denen sie die Haut ihres Wirtes durchstechen, sich dort festhalten und Blut saugen können.

Die Zeit, in der Zecken aktiv sind, lässt sich nicht pauschal eingrenzen. Grundsätzlich gilt: Zwischen März und Oktober sind die kleinen Blutsauger besonders rege auf der Suche nach Wirten. Doch auch in milden Wintern mit Temperaturen von über acht Grad Celsius ist es möglich, dass Zecken erwachen und sich vermehren.

Welche Zecken es in Deutschland gibt, ist bislang noch nicht abschließend geklärt. So gibt es hier einerseits den Gemeinen Holzbock, auch Ixodes ricinus genannt, aber auch die Auwaldzecke, die Schafzecke, die Igelzecke und eine 2016 neu entdeckte Art namens Ixodes inopinatus. Um welche Zeckenart es sich im Einzelfall handelt, lässt sich meist im Rahmen einer kurzen Begutachtung herausfinden.

Das größte Risiko, das von Zeckenbissen ausgeht, ist die Übertragung von Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommermeningoenzephalitis (FSME). Gegen FSME empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Impfung vor allem für Menschen, die in Risikogebieten leben oder dort Urlaub machen.

Wo leben Zecken?

Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass sich Zecken auf Bäumen aufhalten und von dort aus auf ihre Wirte springen. In Wirklichkeit nämlich sitzen Zecken in höherem Gras, auf niedrigen Sträuchern und im Laub auf Waldböden. Hier warten sie darauf, dass ein möglicher Wirt vorüber kommt und lassen sich dann abstreifen.

Einmal auf ihrem Wirt angelangt, beißt die Zecke nicht sofort zu. Vielmehr wandert sie für mehrere Stunden über den Körper und sucht nach einer warmen und möglichst gut durchbluteten Stelle, die sich zum Saugen von Blut besonders gut eignet. Diese Suche kann mitunter bis zu zwölf Stunden dauern, weswegen gründliches Absuchen des eigenen Körpers nach Spaziergängen eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Zeckenstichen ist.

Wie kann man einem Zeckenbiss vorbeugen?

Dass sich eine Zecke an der Kleidung festhält und auf die Suche nach einer geeigneten Einstichstelle geht, lässt sich nicht immer verhindern. Das bereits erwähnte Absuchen des Körpers ist daher auch bei der Anwendung weiterer Vorsichtsmaßnahmen wichtig.

Zusätzlich hilft es, geschlossene Schuhe zu tragen, die über einen knöchelhohen Schaft verfügen. Auch lange Hosen, bei denen sich keine Lücke zwischen Schuh und Hose bildet, können vor Zeckenstichen schützen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, nicht abseits der Wege durch hohes Gras oder Laub zu laufen, denn hier steigt das Risiko, auf eine Zecke zu treffen. Wer sich beim Spazieren von höheren Gräsern, Gestrüpp und Laubansammlungen fernhält, verringert diese Gefahr.
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Auch Haustiere können Zecken abstreifen. Gelegentlich kommt es hier vor, dass die Zecke dann in der Wohnung den Körper des Tieres verlässt und einen Menschen beißt. Daher sollten auch Hund und Katze nach einem Ausflug in die Natur gründlich gebürstet und abgesucht werden. Zur Vorbeugung eines Zeckenbisses bei Hunden reiben manche Hundebesitzer ihre Tiere mit Kokosöl ein, damit die Zecken es schwerer haben durch das Fell zu dringen oder geben den Tieren Knoblauch. Beides sind aber Maßnahmen die nicht wissenschaftlich belegt sind und somit nicht wirklich wirksam.

Was tun beim Zeckenbiss?

Zecke mit Zeckenkarte entfernen
So sollte man eine Zecke entfernen - Foto: © mirkograul

Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Zeckenbiss, ist zügiges Handeln wichtig. Je kürzer sich die Zecke in der Haut festbeißen kann, desto geringer fällt auch das Risiko für die Übertragung von Krankheiten aus. Daher lohnt es sich, nicht nur im eigenen Zuhause, sondern auch im Rucksack geeignete Mittel zur Entfernung von Zecken zur Hand zu haben. Spezielle Zeckenkarten, Zeckenzangen oder auch eine Pinzette reichen aus.

Um eine Zecke zu entfernen, sollte das Tier dicht an der Einstichstelle gegriffen und dann behutsam aus der Haut gezogen werden. Hierbei ist es wichtig, den Körper weder zu drücken, noch stark zu drehen. Auch abruptes Reißen ist ein Fehler, denn dann kann es passieren, dass Teile der Beißwerkzeuge nach der Entfernung unter der Haut verbleiben. Auch sollten weder Öl noch andere Substanzen auf Zecken getropft werden, da sich Zecken dann übergeben und das Übertragungsrisiko steigt.

Hat sich eine Zecke nicht vollständig entfernen lassen, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen. Auch lohnt es sich, die Zecke aufzubewahren, um sie in der Apotheke oder Arztpraxis auf Krankheitserreger zu untersuchen. Wer nach dem Biss über Fieber, Schmerzen oder eine kreisförmige Rötung an der Einstichstelle klagt, sollte unbedingt einen Arzt konsultieren.
Text: A. W. / Stand: 11.08.2018
[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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