Zecken nur im Sommer?

Zeckenbiss - Wie gefährlich ist er?

Kein Plagegeist aus Wald und Wiese ist wohl so gefürchtet wie die Zecke. Kein Wunder - überträgt sie doch die gefährliche Hirnhautentzündung und weitere Krankheiten. Gerade in der jüngeren Vergangenheit häufen sich daher "Zeckenwarnungen", die die Bevölkerung zu erhöhter Vorsicht aufrufen.

Mythos vom "Lebensraum Baum"

"Zecken leben in Bäumen und befallen ihre Opfer von oben!" - Dieses Ammenmärchen bürgerte sich rasch ein, da Zecken beim Menschen vor allem den Kopfbereich befallen. Bevor sie jedoch stechen, krabbeln sie meist unbemerkt bis zu mehreren Stunden auf dem menschlichen Körper herum, um die ideale Einstichstelle zu finden.
Zecken leben grundsätzlich in Bodennähe. Bevorzugt werden von ihnen vor allem Waldgebiete mit dichtem Unterholz, Waldränder und dichte Wildwiesen. Dabei verharren sie oft mehrere Stunden in der Angriffsstellung, bevor ein Mensch durch das Gras oder Gebüsch streift, und sich der Blutsauger so an seinen Wirt hängt. Anschließend krabbelt das Spinnentier bevorzugt an feuchte, warme Körperstellen wie den erwähnten Kopfbereich, die Kniekehlen und Achselhöhlen.

Zecken - Kein Problem des Sommers

Die nördlich der Alpen am häufigsten vorkommende Zeckenart ist der "Gemeine Holzbock". Er wird ab einer Temperatur von 8°C aktiv und kommt deshalb von Anfang April bis Mitte November vor. Der Anschein der ausschließlichen Sommeraktivität liegt auf der Hand: In den kälteren Jahreszeiten haben es Zecken durch die warme Kleidung schwerer, einen geeigneten Stechplatz zu finden. Der Sommer hingegen bietet mit kurzen Hosen und T-Shirts optimale Stechmöglichkeiten.

Krankheitsüberträger Zecke

Zecken übertragen verschiedene Krankheiten. Neben der Borreliose, die zu gefährlichen Nervenerkrankungen führen kann, ist hier vor allem die gefürchtete Hirnhautentzündung zu nennen. Beide Krankheiten gelangen über den Speichel der Zecke in den Blutkreislauf des Menschen und können bei zu später Diagnose tödlich verlaufen.

Krankheitszeichen nach einem Zeckenbiss

Die Infektion beider Krankheiten beginnt wie eine leichte Erkältung mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei der Borreliose zeigen sich relativ schnell runde Hautrötungen an der Bißstelle. Die Ähnlichkeit der Infektionen mit der "Sommergrippe" erschwert die Diagnose erheblich. Dieses macht eine rechtzeitige Früherkennung von Zeckenbissen besonders wichtig. Übrigens: Gegen die von Viren ausgelöste Hirnhautentzündung kann man sich impfen lassen. Das empfiehlt sich besonders, wenn man in Zeckengebieten lebt oder dort einen längeren Aufenthalt plant.

Gibt es Mittel gegen Zecken?

Einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Auch wenn der Markt eine Vielzahl an "wirksamen" Cremes und Sprays bereithält, ist Kleidung der beste Schutz vor Bissen des Holzbocks. Festes Schuhwerk, lange Hosen und Shirts reduzieren die Gefahr beträchtlich. Zusätzlich sollte man darauf achten, bei Wald- und Wiesenspaziergängen besonders helle Kleidung zu tragen, auf der man die Spinnentiere sofort erkennen kann.

Was tun beim Zeckenbiss?

Nach dem Aufenthalt in Wald und Flur ist jeder gut beraten, der systematisch nach Zecken am Körper sucht. Besonders die erwähnten, bevorzugten Bissstellen sollten auf "schwarze, kleine Sterne" untersucht werden. Werden bereits saugende Zecken entdeckt, sollte nicht auf die weitverbreiteten Hausmittel wie Öl und Klebstoff zurückgegriffen werden. Diese reizen die Zecke nur zur erhöhten Speichelabsonderung und erhöhen so das Infektionsrisiko. Zu empfehlen ist die Verwendung von Zeckenzangen, die man in jeder Apotheke bekommt.

Die Gefahr von Zeckenbissen ist auch außerhalb des Sommers nicht zu unterschätzen. Wer sich allerdings richtig kleidet und im Falle des Falles besonnen reagiert, kann auch den Sommer in Wäldern und Wiesen genießen.

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

Stand: 13.07.2017

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