Wandern mit Kindern

Wandern mit Kindern
Beim Wandern mit Kindern kann man viel entdecken - Foto: © luckybusiness - stock.adobe.com

Tipps für Wanderungen mit Kindern

Strahlende Sonne, ein traumhaftes Landschaftspanorama - der Tag könnte perfekt sein. Wenn da nicht die kleinen Nörgler wären, die pausenlos fragen: "Wann sind wir denn endlich da?". Doch Wandern mit Kindern kann auch sehr viel Spaß machen. Ein paar Tipps und Tricks helfen, die Kleinen zum Laufen zu motivieren. Beginnen Sie doch erstmal mit einem Waldspaziergang, bevor Sie lange Wandertouren machen.

Ein spannendes Ziel ansteuern

Kinder wollen unterwegs etwas erleben. Dass der Weg das Ziel sein soll, verstehen sie noch nicht. Genauso wenig haben Kinder bereits einen Blick für die Schönheit der Natur. Daher besteht im Prinzip die einzige wirksame Methode, ein Kind für das Wandern zu begeistern darin, ein spannendes Ziel anzusteuern: einen See, einen Grillplatz, eine Ruine oder einen Spielplatz. Das, was uns Erwachsene lockt, eine Einkehr in einem schönen Restaurant etwa, ist für Kinder meist uninteressant. Ein prasselndes Lagerfeuer hingegen, in welchem sie Stockbrot rösten können, kann sehr verlockend sein.

Am besten ist es, schon unterwegs für Abwechslung zu sorgen, beispielsweise, indem man den Weg zur Schatzsuche deklariert und es kleine Aufgaben zu lösen gilt. (Das kann man prima beim Geocaching.) Der Erlebnisfaktor muss dabei klar im Vordergrund stehen. Trockene, belehrende Vorträge über die Natur regen die Fantasie weniger an als Naturerlebnisspiele oder ein Kinderlied, das dabei hilft, sich an die Erlebnisse und Beobachtungen in der Natur zu erinnern. Eine tolle Motivation für Kinder ist das Wandern in einer etwas größerer Gesellschaft, statt immer nur zu dritt oder zu viert loszumarschieren. Sind mehrere Kinder mit von der Partie, macht die Entdeckertour gleich doppelt so viel Freude. Können die Kinder gemeinsam vorneweg flitzen, haben die Erwachsenen ab und an auch die Gelegenheit, unter sich ein paar Minuten entspannt zu plaudern.

Im Zweifelsfall lieber kürzere Strecken wählen

Ebenso wichtig wie die Action unterwegs ist es, auch darauf zu achten, dass die Strecke nicht zu weit ist und dass immer wieder kleine Pausen miteingeplant werden. Klar sind Kinder unterschiedlich, aber es gibt eine ganz gute Faustregel des Deutschen Wanderverbands, die besagt: Lebensalter mal 1,5 - in der Ebene. Das bedeutet konkret: Die Strecke beispielsweise mit einem sechsjährigen Kind sollte neun Kilometer nicht überschreiten. Geht es bergauf, zählen 100 Höhenmeter als ein Kilometer. Der Multiplikationsfaktor 1,5 hat sich übrigens auch bei Zeitangaben bewährt, die auf Wanderschildern ausgewiesen sind. Bei Kleinkindern kann man die Zeitangabe auch mit der Zahl 2 multiplizieren. Kalkuliert man Pausen und Spiele in eine reine Gehzeit von drei bis vier Stunden ein, ist man locker sechs bis sieben Stunden unterwegs.

Im Zweifelsfall wählt man immer lieber eine etwas kürzere Route und hat auch schon einen Plan B im Kopf, falls man dennoch die Wanderung - aus welchem Grund auch immer - abbrechen muss. Ideal ist es, wenn es unterwegs die Option gibt, eine Bushaltestelle oder einen Regionalbahnhof anzusteuern. Und ein ganz wichtiger Tipp: Ein halbwegs zuverlässiges Handynetz auf der Wanderroute kann im Ernstfall Gold wert sein! Trotz der Strecke dürfen Kinder ruhig auch einen kleinen Teil des Gepäcks selbst tragen. So fühlen sie sich eher ernst genommen und haben das Gefühl, dass man ihnen auch etwas zutraut. Man kann zum Beispiel ein bisschen Proviant in einen kleinen Kinderwanderrucksack packen oder ein Fernglas (im Gebirge) oder eine große Lupe (im Wald) zum Tragen geben.

Beliebte Urlaubsregionen zum Wandern:

  • Harz
  • Erzgebirge
  • Allgäu
  • Schwarzwald
  • Alpen
  • Tirol

Sicherheit hat Vorrang

Zu guter Letzt das Thema Sicherheit: Generell sollte die Wandergruppe immer zusammenbleiben und der Langsamste läuft vorn. Sind die Kinder noch keine Wanderprofis, sollten Balanceakte über glitschige Flusssteine lieber gemieden werden ebenso wie das Queren von Steilwänden. Und wenn doch einmal solche Touren anstehen, dann kann man kleineren Kindern einen Klettergurt umlegen und sie an einem Seil am eigenen Hosengürtel sichern. Unfallgefahr lauert natürlich auch bei Wanderungen am Rand von befahrenen Autostraßen. Am besten hält man sich nur auf Wanderwegen auf, doch mitunter sind solche Passagen auch nicht immer ganz zu vermeiden. In diesen Fällen läuft man am besten auf der linken Straßenseite, um nicht von hinten von Autos überrascht zu werden bzw. um entgegenkommende Fahrer rechtzeitig sehen zu können. Diese Situation können Sie auch gleich zur Verkehrserziehung nutzen.
Text: A. B. / Stand: 11.12.2019

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