Bindehautentzündung

Arzt mit Schild Bindehautentzündung
Bei einer Bindehautentzündung sollte man zum Augenarzt gehen - Foto: © DOC RABE Media

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Bindehautentzündung nicht auf die leichte Schulter nehmen

Der 8-jährige Lukas sitzt am Nachmittag mit seiner Mama im Sprechzimmer des Augenarztes. Seine Augen jucken und tränen und sondern eitriges Sekret ab. Am Morgen war noch alles in Ordnung und erst im Laufe des Tages begannen seine Beschwerden. Der Augenarzt diagnostiziert bei Lukas eine Bindehautentzündung und gibt ihm ein Rezept für eine antibiotisch wirkende Augensalbe mit.

Ursachen der Bindehautentzündung

Bindehautentzündungen können viele Ursachen haben. Meist sind Bakterien oder Viren für tränende und eitrige Augen verantwortlich. Aber auch äußere Einflüsse, wie etwa grelles Sonnenlicht, Staub, Rauch oder ein Fremdkörper im Auge können zu einer Bindehautentzündung führen. Manchmal ist sie auch eine Begleiterscheinung von anderen Krankheiten, wie zum Beispiel Masern oder die Folge von allergischen Reaktionen. Wie dem auch sei: eine Bindehautentzündung ist sehr unangenehm und schmerzhaft. Treten Beschwerden am Auge auf, so sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden. Neben den von ihm verordneten Medikamenten können Sie jedoch auch selbst mit einfachen Hausmitteln die Heilung der Bindehautentzündung fördern und mit einer entsprechenden Hygiene die Ansteckung weiterer Familienmitglieder verhindern.

Bindehautentzündung mit Hausmitteln behandeln

Augenspülungen wirken entzündungshemmend
Kochen Sie einen schwarzen Tee und lassen Sie diesen mindestens 1 Stunde lang ziehen. Damit können Sie mehrmals am Tag die Augen spülen. Erfahrungsgemäß ist dieses Vorgehen jedoch besonders für Kinder recht schwierig. Hier hat sich der Kauf einer kleinen "Augenbadewanne", welche in der Apotheke erhältlich ist, bewährt. Sie ist meist aus Keramik oder Kunststoff und ähnelt einem flachgedrückten Eierbecher. Die Augenbadewanne passt gut auf die Augenpartie und somit lässt sich die Spülung ohne große Matscherei durchführen. Schwarzem Tee wird eine leicht keimtötende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Bitte verwenden Sie für die Augenspülung auf keinen Fall Kamillentee - auch wenn dieser in der Vergangenheit immer empfohlen wurde. Inzwischen ist bekannt, dass die Kamille winzig kleine Widerhaken enthält, welche das Auge reizen und verletzen können.

Kartoffeln gegen Schwellung und Schmerzen
Bei einer Bindehautentzündung ist nicht selten die gesamte Augenpartie stark angeschwollen. Betroffene können kaum noch aus den Augen schauen - und dazu schmerzen diese sehr unangenehm. Mit einer rohen Kartoffel können Sie hier schnell Linderung schaffen. Schälen Sie diese und schneiden Sie sie in etwa 0,5 cm dicke Scheiben. Diese geben Sie in eine Schale mit Eiswasser (einfach einige Eiswürfel dem Wasser beifügen). Legen Sie sich nun entspannt hin und platzieren Sie die Kartoffelscheiben auf den Augen. Bei Bedarf werden die Kartoffelscheiben ausgetauscht. Noch wirkungsvoller ist ein Brei aus geriebenen rohen Kartoffeln, welcher ebenfalls auf die Augen aufgelegt wird.

Auswaschen der Augen
Wer kennt das nicht? Bei einer Bindehautentzündung können die Augen besonders am Morgen richtig zugeklebt sein, so dass es unter Umständen unmöglich ist, diese zu öffnen. Mit einem frischen Tuch aus Baumwolle oder Leinen (für jedes Auge bei jeder Behandlung ein neues verwenden!) und lauwarmen Wasser können Sie ganz vorsichtig die Verklebungen lösen. Sollten die Augen auch am Tag schleimiges oder eitriges Sekret absondern, so können Sie diese Waschungen ganz nach Bedarf wiederholen.

Schutz vor Licht

Wer eine Bindehautentzündung hat, der ist meist sehr lichtempfindlich. Am besten bleiben Betroffene dann im abgedunkelten Zimmer und schonen ihre Augen. Fernsehen oder die Arbeit am PC sind tabu, da diese Tätigkeiten die Augen sehr belasten. Lässt sich ein Aufenthalt im Freien nicht verhindern, so empfiehlt sich das Tragen einer guten Sonnenbrille.

Ist die Bindehautentzündung ansteckend?

Bindehautentzündungen sind in den meisten Fällen sehr ansteckend. Ist erst das eine Auge betroffen, so folgt das zweite nicht selten innerhalb kürzester Zeit. Das passiert, wenn Tränenflüssigkeit und Sekret durch Schmierinfektionen weiter verbreitet werden. Der von einer Bindehautentzündung Geplagte sollte daher ganz penibel auf Sauberkeit und Hygiene achten. Immer ein frisches Handtuch, welches nur für den Patienten ist, kann die Ansteckungsgefahr schon deutlich reduzieren. Gründliches Händewaschen sollte selbstverständlich sein. Vorsicht auch bei benutzten Taschentüchern oder Baumwoll-Lappen zum Auswaschen der Augen. Nach Benutzung sollten diese immer sofort entsorgt oder zur Wäsche gegeben werden. Waschen Sie möglicherweise infizierte Wäsche so heiß wie möglich und geben Sie zur Sicherheit einen Hygienespüler dazu, um Bakterien und Viren abzutöten.

So lästig eine Bindehauentzündung auch ist: mit den richtigen Medikamenten, einfachen Hausmitteln und der notwendigen Hygiene haben Sie dieses Übel in wenigen Tagen hinter sich. Gute Besserung!
Text: K. L. / Stand: 13.12.2018

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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