Wie bringt man Kindern das Tabletten schlucken bei?

Tabletteneinnahme bei Kindern
Wenn Kinder Tabletten schlucken müssen, geht das nicht
immer so glimpflich ab - Foto: © Boris Ryaposov


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Kindern Tabletten verabreichen

Mit einfachen Hausmitteln lässt sich so manche Erkrankung gut in den Griff bekommen.

Doch hin und wieder sind solche Maßnahmen nicht ausreichend und der Kinderarzt verordnet dem kleinen Patienten ein Medikament. Heutzutage werden Arzneimittel, welche für Kinder bestimmt sind, meist auch in kinderfreundlicher Form (Saft, Tropfen, Zäpfchen) angeboten. Doch leider gibt es auch Situationen, in denen der Arzt Tabletten oder Kapseln zum Einnehmen verschreiben muss. Ist das der Fall, so stehen viele Eltern vor einem großen Problem, denn Kinder weigern sich sehr häufig eine Tablette einzunehmen.

Zuerst einmal: Versuchen Sie selbst ruhig zu bleiben und üben Sie keinen Druck aus. Ihr Kind merkt nämlich schnell, wenn Sie sich zu viele Sorgen machen oder die Situation an sich problematisch betrachten. Schulkindern kann man in der Regel die Notwendigkeit der Tabletteneinnahme erklären und sie verstehen meist auch recht gut, dass in diesem Moment eben kein Weg daran vorbei führt. Schwieriger wird es bei Kids im Kindergartenalter. Nicht selten versuchen Eltern dann mit allen Mitteln die Tablette in ihr Kind zu bekommen.

Zerkleinern oder in Lebensmitteln verstecken? Immer erst den Arzt fragen!

Eine sehr oft angewandte Methode besteht darin, die Tablette zu zerkleinern. Doch bevor Sie dies tun, fragen Sie unbedingt beim behandelnden Kinderarzt oder in der Apotheke nach, ob das bei den verschriebenen Tabletten überhaupt möglich ist. Manchmal haben diese einen Überzug, der bewirken soll, dass sich das Medikament nicht schon im Magen auflöst. Ähnlich verhält es sich bei Kapseln, welche meist im Ganzen geschluckt werden müssen. Spricht nichts gegen das Zerkleinern der Tablette, so kann diese beispielsweise in etwas Wasser gelöst und dem Kind dann gegeben werden. Da viele Medikamente in aufgelöster Form recht bitter schmecken, werden sie oftmals mit Saft, Milch oder Apfelmus verabreicht. So gut diese Idee auf den ersten Blick auch scheint: erkundigen Sie sich auch hier, ob das verordnete Medikamente mit anderen Lebensmitteln zusammen eingenommen werden darf oder ob Sie Ihrem Kind nur ein Glas Wasser dazu reichen dürfen. Gibt der Kinderarzt das OK, so können Sie die Tablette beispielsweise in ein Stück weiche Banane drücken oder unter etwas Fruchtmus rühren. Kartoffelbrei ist ebenfalls geeignet und hilft, dass die Arznei besser rutscht. Manche Kinder kommen allerdings besser damit zurecht, wenn sie etwas Bissfesteres im Mund haben. Ein paar Stücke Brot oder Knäckebrot - leicht gekaut -, dann die Medizin dazu und hinterschlucken.

So klappt das Tabletten Schlucken besser

Muss die Tablette oder die Kapsel unbedingt im Ganzen geschluckt werden, so hilft es, wenn eine bestimmte Technik dafür zum Einsatz kommt. Die Tablette wird auf die Zungenspitze gelegt und das Kind nimmt einen Schluck Wasser zu sich. Es beugt den Kopf nach vorne und legt ihn anschließend in den Nacken. Dabei soll es kräftig schlucken. Anschließend wird noch ein Glas Wasser getrunken (bei vielen Medikamenten steht in der Packungsbeilage, dass sie mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden sollen).

Weitere Tipps für die Tabletteneinnahme

Im Alltag ist es häufig so, dass unsere Kinder sich nicht ausreichend Zeit für die Mahlzeiten nehmen und leider viele Dinge einfach hinterschlingen. Die Nahrungsmittel, welche dann kaum oder nur flüchtig zerkaut im Magen landen, sind oftmals wesentlich größer als eine Tablette. Diese Tatsache kann man den Kids ruhig einmal vor Augen halten, wenn sie sich sträuben, eine Tablette zu schlucken. Manche Kinderärzte raten den Eltern sogar, dass ihr Nachwuchs mit kleinen Schokolinsen oder kleinen Gummibärchen das Schlucken üben soll. Meist geht das problemlos und wenn Sie dann mit ihrem Kind zusammen die Größe einer Tablette und einer Schokolinse vergleichen, so dürfte die Einnahme in der Regel danach wesentlich besser funktionieren.
Text: K. L. / Stand: 04.06.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

In unserem Verzeichnis finden Sie übrigens auch einige Kinderärzte, die Ihnen sicher weiterhelfen können.

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