Bewegliche Ferientage für den individuellen Urlaub

Schüler in den Ferien
Früher in den Urlaub - dank der beweglichen
Ferientage - Foto: © photocreo


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Was sind bewegliche Ferientage?

So wie Arbeiter und Angestellte ein Anrecht auf Urlaub haben, so haben unsere Schüler ein Recht auf ihre Ferien.

Mehrmals im Jahr kommt es so zu unterrichtsfreien Zeiten, in denen die Kinder vom Schulstress abschalten und sich erholen können. Die einzelnen Bundesländer haben verschiedene Ferienzeiten, jedoch ist die Anzahl der freien Tage für alle Schüler gleich. 75 Tage im Jahr können deutsche Schüler der Schule den Rücken kehren - so besagt es das Hamburger Abkommen.

Wie werden bewegliche Ferientage festgelegt?

Neben den festen Ferienzeiten haben einige Bundesländer bewegliche Ferientage eingeführt. Sie sollen Eltern und Kindern die Möglichkeit geben, ihre Urlaubsplanung individueller zu gestalten. Diese beweglichen Ferientage werden teilweise auf die regulären Ferienzeiten angerechnet; je nach Bundesland müssen sie aber auch an Tagen, an denen sonst kein Unterricht stattfindet, nachgearbeitet werden.

Nicht alle Schüler kommen in den Genuss der beweglichen Ferientage. In Niedersachsen, in Bayern, in Hamburg und in Berlin gibt es diese Tage nicht bzw. wurden sie wieder abgeschafft. Alle anderen Bundesländer können mit Hilfe der beweglichen Ferientage Brückentage ausgleichen oder reguläre Ferienzeiten verlängern. So werden diese freien Tage gern um Pfingsten, Himmelfahrt oder um die Osterferien herum genommen. Manche Schulen hängen auch an die Weihnachtsferien noch ein oder zwei freie Tage und starten so das neue Jahr mit etwas Verspätung.

Der Nachteil bei den beweglichen Ferientagen

Was auf den ersten Blick positiv wirkt, stellt sich in der Praxis häufig problematisch dar. Denn die Schulen können jeweils selbst entscheiden, zu welchen Terminen sie die beweglichen Ferientage einsetzen. So kann es sein, das in ein und derselben Stadt einige Schüler zur Schule müssen, während andere frei haben. Hat nun eine Familie mehrere Kinder in verschiedenen Schulen, so ist die Kinderbetreuung für berufstätige Eltern nur schwer zu organisieren. Hinzu kommt, dass auch die Schülerbeförderung an solchen Tagen nicht immer gesichert ist. Städte und Gemeinden kennen diese Probleme und halten die Schulen an, sich jeweils auf die gleichen freien Tage zu einigen. Manchmal klappt das, häufig jedoch kommt es trotzdem zu unterschiedlichen Ferientagen.

In den neuen Bundesländern ergeben sich hinsichtlich der Kinderbetreuung weniger Probleme als in den alten Ländern. Hortbetreuung ist hier kein Fremdwort und die Kinder werden zum großen Teil auch in den Ferien und an beweglichen Ferientagen von Erzieherinnen betreut. Dennoch gibt es Ausnahmen und jede Familie muss individuell planen, wenn bewegliche Ferientage ins Haus stehen.

Die meisten Schulen räumen den Eltern ein gewisses Mitspracherecht ein, wenn es darum geht, auf welche Zeiten die beweglichen Ferientage gelegt werden. Dazu treffen sich die Elternsprecher der jeweiligen Klassen mit dem Pädagogenteam und der Schulleitung und planen diese individuellen Ferientage. Hier wird auch versucht, die Kinderbetreuung für diese Zeiten zu gewährleisten. Ist seitens der Schule oder des Hortes eine Betreuung nicht gegeben, so müssen gegebenenfalls Oma und Opa oder Freunde einspringen, wenn das Schulkind noch kleiner ist und nicht allein zu Hause bleiben soll. Die Eltern können auch versuchen, an beweglichen Ferientagen selbst Urlaub zu nehmen. Eine rechtzeitige Planung ist dafür unerlässlich - aus diesem Grund werden die beweglichen Ferientage auch immer bereits zu Beginn eines Schuljahres bekannt gegeben.
Text: K. L. / Stand: 06.10.2018

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