Lesen üben mit Kindern

Mutter übt mit der Tochter lesen
Wie kann man mit Kindern lesen üben? - Foto: © dmitrimaruta


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Mit Freude üben statt Lesen büffeln

Die Lesekompetenz ist ein entscheidender Baustein im Leben eines Kindes.

Sie verspricht neben Selbstständigkeit eine Welt voller Fantasie und Abenteuern. Gemeinsam mit Lindgrens "Michel aus Lönneberga" Streiche spielen oder mit Kästners "Doppeltem Lottchen" die Erwachsenenwelt auf den Kopf stellen - Kinder profitieren in vielfachem Sinne von den Büchern ihrer Kindheit. Die Fähigkeit des Lesens wird jedoch nur durch das heimische Üben trainiert. Die Schule allein bietet dafür oft nicht ausreichend Zeit und persönliche Betreuung. Die Liebe zu Büchern kommt dank des Übens meist von ganz allein.

Kinder lernen am besten, wenn sie Freude dabei empfinden. Und besonders Grundschüler, die die typischen Startschwierigkeiten beim Lesen oder gar eine Legasthenie haben, scheuen den Griff zum Buch. In diesem Fall ist die Unterstützung durch die Eltern essentiell in der Entwicklung der Lesekompetenz der Kinder. Das tägliche Üben darf dabei jedoch nicht zur quälenden Lektion werden. Oft sind es die einfachen kleinen Dinge, die ein Kind zum Schluss zur Leseratte werden lassen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind das sichere und verstehende Lesen fördern. Kinder beim Lesen lernen unterstützen

10 Tipps zum Lesen üben mit Kindern

Tipp 1: Lesen als Ritual
Kinder sollten bereits von klein auf mit Büchern vertraut sein. Nicht nur Bilderbücher oder Vorschulbücher zählen zu den wichtigsten Einflüssen, vor allem das Vorlesen durch die Eltern und Großeltern prägt das Kind. Es fördert seine Sprache und Fantasie. Dadurch wird bereits ein wichtiger Grundstein für das spätere Lesen gelegt. Besucht das Kind die Schule, darf die Gutenachtgeschichte gern als Ritual bleiben. Nach einem stressigen Tag abends gemeinsam Zeit mit Papa oder Mama zu verbringen und eine Geschichte zu lesen, kann nicht nur vom Kind, sondern auch von den Eltern genossen werden.
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Tipp 2: Gewähren Sie dem Kind Zugang zu Büchern
Oft kennen Kinder ihre Bücher bereits auswendig, bevor sie die Schule besuchen. Langeweile hingegen kommt nicht auf, wenn Abwechslung im Bücherschrank herrscht. Die Schulbibliothek oder Kinderbibliotheken sind ideal, um das Interesse am Lesen aufrecht zu erhalten. Des Weiteren sollten die Bücher auch für das Kind jederzeit erreichbar sein und nicht im obersten Fach des Bücherregals verwahrt werden.

Tipp 3: Das Kind bei der Bücherwahl mitentscheiden lassen
Bringt ein Kind Bücher aus der Bibliothek nach Hause, so kommen mitunter Eltern aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie selbst hätten die Wahl wahrscheinlich anders getroffen. Doch der Geschmack der Kinder variiert stark. Während ein Kind sich für Rittergeschichten interessiert, brauchen manche Feen und andere suchen wiederum in Lexika oder in Comics ihr Lesevergnügen. In den ersten Lesejahren sind Bücher wie die des CBJ Verlages "Erst ich ein Stück dann du" ideal, um die Textpassagen nicht zu lang und schwierig ausfallen zu lassen. Eltern und Kind wechseln sich beim Lesen ab.

Tipp 4: Auf die Schriftart und deutsche Sprache achten
Liest ein Kind ein Buch, indem "John" seiner "Mom" etwas über die "Megapower der Actionheros" berichtet, wird es wohl schnell aufgeben. Es kann die Anglizismen des Buches nicht lesen. Auch verschnörkelte oder unklare Schrift, bei der Buchstaben anders geschrieben werden als es das Kind lernt, führen zu Verwirrungen (beispielsweise das "a" im Schrifttyp "Arial").

Tipp 5: Anfangs viele Hauptsätze, keine Nebensätze und kurze Wörter
In der ersten Lesephase rücken viele Nebensätze den Inhalt in den Hintergrund. Kinder sind verwirrt und können den Schachtelsätzen nicht folgen. Erstlesebücher hingegen, oder auch durch die Eltern selbst verfasste kurze Sätze, sind mit Wörtern von maximal drei Silben geschrieben. Sie enthalten vor allem einfache klar definierte und zu lesende Substantive, wie etwa "Pirat" statt "Seeräuber". Das Lesen in Silben, die entweder farbig geschrieben wurden oder mit einem Kärtchen nach und nach freigegeben werden, erleichtert das Üben.

Tipp 6: Die Inhalte nach dem Lesen besprechen
Vor allem in der Grundschulzeit muss das verstehende Lesen geübt werden. Anfangs sind die Leseanfänger noch mit dem Zusammenziehen der Buchstaben beschäftigt, den Sinn des Wortes erfassen sie dabei nicht. Nach und nach kommt mit dem sicheren Lesen auch das Verständnis für den Inhalt hinzu. Das sich später aufeinander aufbauende Wissen hilft dabei, auch längeren Geschichten folgen zu können. Nach dem Lesen üben ist es hilfreich, über den Text zu sprechen.
Tipp 7: Kinder lesen nicht nur in Büchern
Selbstverständlich üben Eltern am besten mit ihren Kindern zu Hause in ruhiger Atmosphäre. Doch kaum verlassen sie gemeinsam mit dem Kind die Wohnung, beginnt ein Grundschüler zu lesen: Mama, in dem Haus ist die Post. Schau mal Papa, hier steht drauf Lotto! Auch dieses Lesen sollten Eltern unterstützen.

Tipp 8: Mit unsicheren Kindern allein üben
Speziell wenn ein Kind große Schwierigkeiten beim Lesen zeigt und bei dem Erwerb des Leseverständnisses hängt, ist es hilfreich, allein mit dem Kind zu üben. Oft haben die Jungen und Mädchen negative Erfahrung durch Hänseleien oder Lachen der Mitschüler erlebt. In einer sicheren Umgebung, in der kein Geschwisterkind ständig stört oder korrigiert, lässt sich leichter das Lesen üben.

Tipp 9: Den Lesepartner wechseln
Mitunter hat entweder Mama oder Papa nicht das richtige Händchen, um gemeinsam mit dem Kind das Lesen zu üben. Doch eventuell ist es von Nutzen, wenn der Lesepartner wechselt. So korrigiert Oma vielleicht seltener das Kind oder die große Schwester ist weniger genervt, wenn es nur stockend voran geht.

Tipp 10: Eltern als Vorbild
Die Bedeutung der Literatur und die Möglichkeiten, die sich einem durch Bücher erschließen, erlernt ein Kind am besten, wenn es dieses Verständnis von den eigenen Eltern vorgelebt bekommt.
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Auch wenn Kinder täglich ein großes Pensum zu leisten haben, ist das tägliche Lesen Üben vor allem in den Anfangsjahren sehr förderlich für die Sprachentwicklung, die Rechtschreibung und die Vorstellungskraft der Kinder. Der Aufwand lohnt sich!
Text: C. D. / Stand: 10.01.2018

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

Beliebte Kinderbuchreihen zum Lesen lernen

  • Leserabe von Ravensburger
  • Lesemaus aus dem Carlsen Verlag
  • Lesedetektive von DUDEN
  • Bücherbär aus dem Arena Verlag
  • Der kleine Lesedrachen aus dem Klett Verlag
  • Leselöwe, Das magische Baumhaus aus dem Loewe Verlag
  • Büchersterne aus dem Oettinger Verlag
  • Erst ich ein Stück dann du aus dem CBJ Verlag

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