Klassenfahrten - Das sollten Eltern wissen

Jugendliche auf einer Klassenreise
Bei einer Klassenreise kann man auch was lernen
Foto: © ehrenberg-bilder


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Spaß und Lernen auf Klassenfahrten

Reisen bildet, heißt es oft, und vielleicht haben viele Eltern diesen Spruch im Kopf, wenn sie an die bevorstehende Klassenfahrt ihres Kindes denken.

Eventuell versuchen sie auch, auf diese Weise die Einwände wegzuwischen, die sie bei dem Gedanken haben, dass ihr Kind demnächst ein paar Tage ohne sie auskommen muss. Drei oder vier Tage, in denen man nicht wie gewohnt sagen kann: "Mach' die Jacke zu!" oder "Hast Du Dir die Hände gewaschen?" - Tage voller Ungewissheit für besorgte Eltern.

Für ein Kind sieht die Sache sicher ganz anders aus. Natürlich mag die Klassenreise unter einem pädagogischen Motto stehen: Fremdsprache erleben in London, Geschichte "anfassen" in Trier, Kultur spüren im Louvre, was auch immer. Doch besteht darin wirklich der Lerneffekt von Klassenfahrten? In Erinnerung an die eigene Schulzeit fällt vielen Eltern wieder ein, was von solchen Reisen bei Kindern tatsächlich im Gedächtnis bleibt. Ein Kind wird kaum innerhalb dreier Tage auf Klassenfahrt seine Sprachkenntnisse enorm verbessern oder hinterher begeistert erzählen, wie beeindruckend es war, einmal zu sehen, was die Römer vor 2000 Jahren schon alles Tolles gebaut haben... Koffer packen für die Klassenfahrt

Tipps für die Klassenreise

Im Vordergrund steht für Kinder das Erlebnis in und mit der Gemeinschaft, das Zusammensein mit Freunden, dass man eben mal nicht zu Hause schläft und dass für eine kurze Zeit andere Regeln gelten. Was hängen bleibt, ist nicht notwendigerweise ein Kunstgenuss oder eine historische Geschichte, sondern vielleicht, wie der sonst so strenge Mathelehrer im lila Freizeitanzug mit gekreuzten Tennisschlägern auf der Brust aussieht. Damit müssen Eltern rechnen - Illusionen zwecklos! Wichtig zu klären auf einer Klassenfahrt ist für Kinder nicht so sehr die Frage: "Was sehen wir uns als Nächstes an?", sondern vielmehr: "Wer sitzt im Bus neben wem, und wie schaffen wir es, den kontrollierenden Blicken unserer Lehrer vorübergehend zu entkommen?"

Klassenfahrten sind für Kinder eine gute Gelegenheit, sich auszuprobieren, auch im Umgang mit anderen. Hier erleben sich Kinder anders als in der Schule, wo sie immer nur einen Vormittag lang miteinander auskommen müssen. Selten reagieren Kinder begeistert, wenn Mama freudestrahlend verkündet, sie habe sich beim Elternabend zur unterstützenden Teilnahme an der Klassenreise bereiterklärt. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Kind passieren kann, denn damit fällt ein wesentlicher Vorteil weg, den Klassenfahrten für Kinder haben: das zeitweise Entkommen aus der elterlichen Kontrolle nämlich. Nichtsdestotrotz müssen Eltern hin und wieder bei Klassenfahrten dabei sein. In diesem Fall ist es angeraten, sich etwas zurückzuhalten und das eigene Kind so laufen zu lassen wie jedes andere auch. Der Reißverschluss der Jacke muss auf Klassenfahrt nicht unbedingt noch einmal persönlich nachkontrolliert werden, und drei Tage ohne den obligatorischen allabendlichen Gute-Nacht-Kuss sind nicht schädlich. So können Eltern enorm dazu beitragen, die Klassenfahrt für ihren "Kleinen" nicht zu einer peinlichen Angelegenheit werden zu lassen, sondern zu einem schönen Erlebnis unter Freunden, über das auch beim Klassentreffen dreißig Jahre später noch begeistert gesprochen wird.

Beliebte Klassenfahrtziele

Klassenfahrten innerhalb Deutschlands:

  • Ostsee
  • Bodensee
  • Norderney
  • Nordsee
  • Berlin

Klassenfahrten außerhalb Deutschlands:

  • Italien
  • Spanien
  • Kroatien
  • Tschechien
  • Polen

Eltern werden in den seltensten Fällen über alle Ereignisse bei einer Klassenreise informiert werden. Das muss jedoch nicht beunruhigend sein. Reisen bildet, das ist bekannt. Und auf Klassenfahrten lernt man so eben fürs Leben... Kinder UND Eltern!
Text: S.H. / Stand: 17.05.2018

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