Die U1 Untersuchung

Neugeborenes bei der U Untersuchung
Die U1 Untersuchung wird direkt nach der Geburt durchgeführt
Foto: © Marcin Sadlowski

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Wann ist es Zeit für die U1?

Mit den letzten Presswehen schiebt sich das Baby durch den Geburtskanal und erblickt das Licht der Welt. Nachdem die Nabelschnur vom Vater des Kindes oder von der Hebamme durchtrennt wurde, steht schon die erste Vorsorgeuntersuchung an. Bei der so genannten U1 - welche den Anfang von 14 Vorsorgeuntersuchungen bildet - geht es in erster Linie um den APGAR-Test.

Was passiert bei der U1 Untersuchung ?

Bei der U1 Untersuchung werden verschiedene Parameter bewertet und die Hebamme beziehungsweise der Kinderarzt können so beurteilen, wie das Baby die Geburt überstanden hat. APGAR steht dabei für die Anfangsbuchstaben von 5 wichtigen Aspekten des Allgemeinzustandes (A = Atmung, P = Puls, G = Grundhaltung, A = Aussehen der Haut, R = Reflexe). Jeder Aspekt kann mit 0 bis 2 Punkten bewertet werden, wobei eine 2 bedeutet, das alles bestens ist. Ein Gesamtergebnis von 9 oder 10 Punkten deutet darauf hin, dass das Baby sich in einem guten Gesundheitszustand befindet. Werte unter 5 Punkten sind besorgniserregend. Sofortige medizinische Maßnahmen sollen dann dem Baby helfen sich zu stabilisieren. Manche Neugeborene kommen krank auf die Welt und haben daher schlechte APGAR-Werte. Einige Babys jedoch sind auch nur extrem durch eine lange, anstrengende Geburt geschafft und haben in den ersten Minuten ihres Lebens Anpassungsstörungen. Wie dem auch sei - ein Team aus Kinderärzten, Schwestern und Hebammen wird sich um das kleine Wesen kümmern und die Eltern auf dem Laufenden halten. Lesen Sie auch: Kind wird unerwartet behindert geboren

Der APGAR-Test wird direkt nach der Geburt und dann nochmals nach weiteren 5 - 10 Minuten durchgeführt. Davor wird eventuell verschlucktes Fruchtwasser vorsichtig abgesaugt und so die Atemwege des Neugeborenen von Schleim und Fruchtwasser befreit. Wird das Baby in einem Krankenhaus geboren, entnimmt die Hebamme meist einige Tropen Nabelschnurblut, um den ph-Wert zu bestimmen. Anhand des Sauerstoffgehaltes des Blutes kann ebenfalls festgestellt werden, wie es dem Baby geht. Nach Rücksprache mit den Eltern wird bei der U1 auch die erste Vitamin-K-Prophylaxe durchgeführt. Sie wird in der Regel oral in Tropfenform verabreicht und soll eine eventuell auftretende Vitamin-K-Mangelblutung verhindern. Etwa 1 Neugeborenes von 10.000 Babys hat auf Grund eines Vitamin-K-Mangels Probleme bei der Blutgerinnung. Die Vitamin-K-Prophylaxe soll hier vorbeugen und einen gesundheitlichen Schaden durch solch eine Blutung verhindern.
Text: K. L. / Stand: 04.06.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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