Welche Lebensmittel in der Stillzeit meiden?

Mutter beim Stillen
Stillzeit - Was sollte ich nicht essen? Foto: © Tomsickova - stock.adobe.com)

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:
Das sagt eine erfahrene Stillberaterin zu diesen Lebensmitteln:

Tipps zur gesunden Ernährung in der Schwangerschaft

Schon in der Schwangerschaft bekommen werdende Mütter von ihrem Frauenarzt und ihrer Hebamme bestimmte Ernährungsempfehlungen in die Hand. Ist das Baby dann auf der Welt und die Mutter entscheidet sich, das Kleine zu stillen, so muss sie ebenfalls mit Einschränkungen hinsichtlich der Lebensmittelauswahl leben. Denn nicht alles, was gut schmeckt, ist für das Baby auch bekömmlich. Hin und wieder kommt es vor, dass ein bestimmtes Lebensmittel beim Säugling zu schmerzhaften Blähungen führt, dass sein Po wund wird oder sich durch den Genuss einer bestimmten Speise der Geschmack der Muttermilch so verändert, dass das Kleine die Brust vorübergehend ablehnt. Was tun beim Stillstreik?

Verbotene Lebensmittel in der Stillzeit

Hier erfahren Sie nun welche Lebensmittel Sie in der Stillzeit meiden sollten und warum.

Alkohol - das Baby trinkt mit

Während der Schwangerschaft sind Mutter und Baby durch die Nabelschnur miteinander verbunden. Alles, was die Frau zu sich nimmt, geht auch in den Blutkreislauf des Ungeborenen über. Daher sollte in diesen Monaten das Trinken von Alkohol absolut tabu sein. Doch auch in der Stillzeit schadet dieses Genussmittel dem Baby - denn Alkohol wird zu einem gewissen Teil über die Muttermilch weitergegeben, so dass das Kleine quasi mittrinkt. Zu besonderen Anlässen darf sich die Mutter dennoch mal ein Gläschen Sekt oder Wein gönnen - am besten nach der letzten Stillmahlzeit des Tages, wenn danach eine längere Trinkpause zu erwarten ist.

Kaffee in der Stillzeit kann zu Unruhe führen

Für viele Menschen gehört Kaffee einfach zum Leben dazu. Doch mehr als ein oder zwei Tassen pro Tag sollten es für stillende Frauen nicht sein, denn der schwarze Muntermacher enthält Koffein, was bei empfindlichen Babys zu Unruhe führen kann. Doch nicht nur bei Kaffee ist Vorsicht geboten: auch schwarzer Tee, bestimmte Energy-Drinks und sogar Schokolade enthalten Teein beziehungsweise Koffein und sollten daher nur in Maßen verzehrt werden.

Kohl-Gemüse, Hülsenfrüchte und weitere blähende Lebensmittel

Ein deftiger Bohneneintopf, gebratener Blumenkohl oder Mischgemüse mit Erbsen - soll das alles in der Stillzeit tabu sein? Nun, viele Babys reagieren auf blähende Speisen mit schmerzhaftem Bauchweh und sind in Folge dessen extrem unruhig. Zu den typischen Vertretern der blähenden Gemüsesorten zählen beispielsweise Kohl, Bohnen, Erbsen, Linsen, Zwiebeln, Porree, Sauerkraut und Kohlrabi. Doch nicht nur Gemüse kann zu Blähungen führen, sondern auch Obst und andere Lebensmittel. Zu den "verdächtigen" Vitaminspendern zählen Pflaumen, Aprikosen, Kirschen und Birnen - aber nur dann, wenn diese frisch geerntet verzehrt werden. Manche Mütter bemerken auch Bauchkrämpfe bei ihrem Baby, wenn sie frisches Vollkornbrot, Eier oder Knoblauch gegessen haben.

Zitrusfrüchte - Vorsicht vor wundem Po

Orangen, Zitronen, Ananas, Kiwi und Erdbeeren sind wahre Vitaminbomben und einfach nur lecker. Leider reagieren viele Babys auf den Genuss dieser Lebensmittel mit einem wunden Po. Schon eine halbe Orange kann ausreichen und die Haut ist in dieser Region derart irritieren, dass das Kleine heftige Beschwerden hat und sich kaum noch beruhigen lässt. Ein Blick in die Windel offenbart die roten Hautstellen, welche in Zusammenhang mit Stuhl und Urin noch weiter gereizt werden. Doch zum Glück kommt es nicht bei allen Babys zu solch heftigen Reaktionen. Tipp: probieren Sie ruhig von Zeit zu Zeit mal eine neue Obstsorte aus. Ein kleines Stück Ananas oder zwei Erdbeeren reichen dabei schon aus und wenn das Kleine dies gut verträgt, dann können Sie die Menge auch allmählich steigern. Verzichten Sie allerdings auf einen bunten Obstsalat, denn im Falle eines wunden Pos wissen Sie hier nicht, welche Obststorte der Auslöser dafür war.

Spargel und Knoblauch können den Milchgeschmack beeinflussen

Endlich Spargelzeit! Doch die weißen, grünen oder violetten Stangen können leider den Geschmack der Muttermilch beeinflussen. Dasselbe gilt für Knoblauch. Manche Babys verschmähen zeitweise die Brust, wenn ihre Mutter diese Speisen zu sich genommen hat. Ihnen schmeckt dann einfach die Milch nicht mehr und sie tun ihren Unmut mit Ablehnung und Geschrei kund. Andere wiederum interessiert es überhaupt nicht, ja, manche von den lieben Kleinen scheinen "Knoblauch-Milch" sogar besonders zu lieben.

Jedes Baby isst anders

Allgemeingültige Ratschläge in Punkto Ernährung während der Stillzeit sind schwer zu geben. Jedes Baby ist anders und was dem Einen Probleme bereitet, darauf reagiert das Andere überhaupt nicht. Als stillende Mutter sollte man sich daher von irgendwelchen "Verbots-Listen" nicht abschrecken lassen. Lediglich beim Alkohol und beim Koffein sind sich die Fachleute einig, dass dies dem Baby wirklich schaden kann. Alle anderen Speisen sollten vorsichtig probiert werden - am besten immer zuerst in ganz geringen Mengen.

Die Stillzeit gehört mit zu den schönsten Phasen im Zusammenleben mit einem Kind. Stressen Sie sich nicht mit strengen Verboten, sondern achten Sie auf Ihren Nachwuchs und wie dieser auf die Nahrungsmittel, welche Sie zu sich nehmen, reagiert. Auch wenn es hier und da vielleicht Einschränkungen hinsichtlich der Lebensmittelauswahl gibt - wichtig ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweiß, Ballaststoffen und Kohlenhydraten.

Für eine gesunde Ernährung in der Stillzeit sollten Sie diese Lebensmittel in der Stillzeit bevorzugen.

Text: K. L. - Stillberaterin / Stand: 04.06.2019
[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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