Die U7a Untersuchung

Ärztin schaut in das Ohr eines Kindes
Bei der U7a Untersuchung wird u.a. das Hörvermögen überprüft
Foto: © MAST

Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Wann ist es Zeit für die U7a?

Zwischen der U7 und der U8 liegen etwa 22 Monate. Fast zwei Jahre, in denen das Kleinkind noch einmal eine rasante Entwicklung durchlebt. Die U7a Untersuchung, welche im Alter von 34 bis 36 Monaten stattfindet, soll diese "Lücke" in der Reihe der Vorsorgeuntersuchungen schließen. Seit 2008 muss diese Untersuchung von allen Krankenkassen übernommen werden - davor waren es nur vereinzelte Kassen, welche die Kosten für die U7a in ihrem Leistungskatalog hatten.

Die U7a wird von vielen Ärzten auch als die "Kindergartenuntersuchung" bezeichnet. Das Kind ist nun fast 3 Jahre alt und in diesem Alter steht für die meisten von ihnen der Besuch des Kindergartens an. Viele neue Herausforderungen warten nun auf den Nachwuchs und der Arzt prüft bei der U7a, ob das Kind von seiner körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklung her für diesen Schritt bereit ist. (Entwicklung des Kindes)

Was passiert bei der U7a Untersuchung?

Wie bei allen anderen Vorsorgeuntersuchungen auch wird das Kind bei der U7a Untersuchung zuerst gewogen und gemessen. Diese Daten wird die Arzthelferin wieder in das gelbe Vorsorgeheft eintragen. Danach geht es in das Sprechzimmer des Arztes. Dieser untersucht das Kind körperlich und prüft das Hör- und Sehvermögen. Bei eventuellen Auffälligkeiten bekommen die Eltern eine Überweisung für den Augen- beziehungsweise Ohrenarzt ausgehändigt. Je früher diese Störungen behandelt werden, desto weniger wird das Kind in seiner weiteren Entwicklung eingeschränkt. Zur körperlichen Untersuchungen gehört auch die Beurteilung des Gebisses. Ist der Durchbruch aller Zähne altersgemäß geschehen? Gibt es irgendwelche Auffälligkeiten des Kiefers? Bei Unklarheiten wird unter Umständen ein Kinder- und Jugendzahnarzt oder eine Kieferorthopäde zu Rate gezogen.

Großes Augenmerk wird der Kinderarzt bei der U7a Untersuchung auf die sozialen Fähigkeiten legen. Wie verhält sich das Kind fremden und vertrauten Personen gegenüber? Findet es schnell Kontakt zu Gleichaltrigen? Wie ist sein Spielverhalten? Kann es sich in eine Gruppe integrieren oder steht es nur am Rand? Wie reagiert es auf Schwierigkeiten und wie ist seine Frusttoleranzgrenze? Manche Kinder fiebern mit knapp 3 Jahren schon dem Kindergarten entgegen und können es kaum erwarten, mit Gleichaltrigen zusammen zu spielen. Für sehr schüchterne Kinder jedoch ist dieser Schritt eine große Herausforderung und es kann durchaus sein, dass dem Nachwuchs noch ein paar Monate in vertrauter Umgebung zu Hause gut tun würden.

Neben dem Sozialverhalten beurteilt der Arzt auch die Entwicklung der Sprache. Spricht das Kind flüssig oder stottert es? Macht es grobe Fehler in der Aussprache oder kann es manche Buchstaben gar nicht sprechen? Eine fehlerhafte Aussprache kann viele Ursachen haben - unter anderem kann sich ein Problem mit der Hörleistung dahinter verbergen. Auf Rat des Kinderarztes hin kann bei Sprachauffälligkeiten eine logopädische Behandlung sinnvoll sein.

Auch die Ernährung wird bei dieser Vorsorgeuntersuchung unter die Lupe genommen. Isst das Kind ausreichend und vor allem gesund? Ist der Speiseplan abwechslungsreich und enthält er viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte? Leider ist Übergewicht schon bei vielen Kleinkindern ein Thema. Der Kinderarzt achtet daher besonders auf das Verhältnis von Körpergröße und Gewicht und berät die Eltern gegebenenfalls bei Abweichungen vom altersgemäßen Normgewicht.
Text: K. L. / Stand: 11.04.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

In unserem Verzeichnis finden Sie übrigens auch einige Kinderärzte, die Ihnen sicher weiterhelfen können.

Weitere Gesundheitsthemen