Die U6 Untersuchung

Baby krabbelt
Bei der U6 Untersuchung werden u.a. die motorischen Fähigkeiten überprüft
Foto: © Claudia Paulussen

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Wann ist es Zeit für die U6?

Die Vorsorgeuntersuchung U6 steht zwischen dem 10. und dem 12. Lebensmonat des Kindes auf dem Programm. Sie ist die letzte Untersuchung im Babyalter und wird genau wie die vorangegangenen vom Kinderarzt in der Praxis durchgeführt.

Was passiert bei der U6 Untersuchung?

Die Entwicklung des Babys ist im ersten Lebensjahr rasant vonstatten gegangen. Ob alles seine Ordnung hat, das prüft der Kinderarzt bei der U6 Untersuchung. Bei dieser wichtigen Vorsorgeuntersuchung liegt der Schwerpunkt auf der motorischen und der sozialen Entwicklung. Im Einzelnen prüft und hinterfragt der Arzt, ob das Kind

  • sicher und zielgerichtet krabbeln kann
  • sich im Langsitz (gerader Rücken, locker gestreckte Beine) gut halten kann
  • den so genannten Zangengriff anwendet
  • sich an der Hand gehalten vorwärts bewegen kann
  • in der Lage ist, sich an Möbeln hochzuziehen und so in den Stand zu kommen
  • Spielzeug (z. B. Nachzieh-Tiere) hinter sich herzieht

Im Bereich der Sprache und der sozialen Entwicklung sollte das Kind nun in der Lage sein,
  • Doppelsilben zu bilden (z.B. mamama)
  • immer mehr sinnvolle Silben zu bilden und nachzusprechen
  • die Lautstärke der Stimme zu variieren (z.B. auch Flüstern)
  • einfache sprachliche Aufforderungen zu verstehen
  • auf Verbote zu reagieren, indem es seine momentane Tätigkeit unterbricht
  • ein Spielzeug nach Aufforderung zu suchen und zu erfassen
  • Freude an einfachen Spielen, wie etwa dem Verstecken, zu entwickeln.
Zudem fragt der Kinderarzt die Eltern nach dem so genannten Fremdeln. Das Fremdeln ist ein wichtiger Prozess in der Entwicklung des Kindes. Es lernt zwischen vertrauten und fremden Personen zu differenzieren und lässt sich in dieser Zeit nur schwer beruhigen. (Wenn Kinder Angst vor Fremden haben)

Natürlich wird der Arzt das Kind wie immer gründlich untersuchen. Er hört Herz und Lungen ab, tastet das Köpfchen und den Bauch ab und trägt Babys Größe, Länge und seinen Kopfumfang in das gelbe Untersuchungsheft ein. Im Gespräch mit den Eltern erfragt er außerdem die Nahrungsaufnahme, das Schlafverhalten sowie mögliche Sorgen und Probleme, welche im Alltag mit dem Kind aufgetreten sind.

Bei der U6 Untersuchung wird meist auch die 1. Auffrischungsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Haemophilus influenzae (Hib), Hepatitis B und Kinderlähmung gegeben. Entscheiden sich die Eltern bei Ihrem Nachwuchs für die Mumps-Masern-Röteln-Impfung, so wird der Kinderarzt hierfür in der Regel zeitnah einen extra Termin mit Ihnen vereinbaren.
Text: K. L. / Stand: 27.07.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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