Tiere im Kindergarten halten

Text: A.W., Mutter / Letzte Aktualisierung: 05.04.2020

Meerschweinchen und andere Tiere im Kindergarten
Tiere im Kindergarten sind sehr beliebt! Zum Beispiel Meerschweinchen oder Wellensittiche / Foto: © tan4ikk - stock.adobe. com

Tiere im Kindergarten - Maus und Co. in der Gruppe erleben

Immer häufiger wird auch in Deutschland der positive Effekt von Tieren auf die menschliche Psyche thematisiert. Schon kleinere Kinder profitieren von der Gegenwart eines tierischen Kameraden, da Verantwortungsbewusstsein, Empathie und Sozialverhalten gefördert werden.
(Lesen Sie auch: Tiere als Seelentröster) Daher kann es durchaus sinnvoll sein, auch im Kindergarten Tiere zu halten. Eine tiergestützte Pädagogik im Kindergarten wird immer beliebter! Damit es Tier und Mensch dabei aber gut geht, sollten einige Fragen rechtzeitig geklärt werden.

Welche Haustiere eignen sich für eine tiergestützte Pädagogik im Kindergarten?

Grundsätzlich kann die Haltung von Tieren im Kindergarten förderlich sein. Hier sollten verantwortliche Erwachsene jedoch nicht nur bei der Auswahl der Tierart mit Bedacht vorgehen. So kommen für die Haltung im Kindergarten meist

in Frage. Allerdings sollte bei Nagern, Vögeln und Reptilien schon im Vorhinein ausgeschlossen werden, dass es sich um Wildtiere handelt, die entsprechend Wirte verschiedener Erreger sein können. Als wenig risikoreich aus dieser Sicht sind Tiere, die von Geburt an in Käfighaltung oder Terrarien leben.

Darüber hinaus ist es wichtig, auch den allergologischen Aspekt nicht zu vernachlässigen. Immer mehr Kinder leiden heute schon in jungen Jahren unter Allergien gegen Tierhaare, Hausstaub und andere Dinge, die im Rahmen der Tierhaltung in die Raumluft abgegeben werden könnten. Daher ist die Haltung von Tieren direkt in der Gruppe nicht zu empfehlen. Besser ist es, einen gesonderten Platz für Käfig oder Terrarium zu schaffen und Kinder mit Allergien möglichst nicht in Kontakt mit den Tieren oder auch dem Streu gelangen zu lassen.

Tiere im Kindergarten - Eine artgerechte Haltung ist wichtig!

Dass Tiere nicht in den Gruppenräumen gehalten werden sollten, hat einen weiteren Grund. So ist es hier meist recht laut und es herrscht den gesamten Tag über Trubel. Für Tiere mit ihren empfindsamen Sinnen kann ein Leben inmitten vieler Kinder zur Qual werden. Ständiger Stress sorgt dann nicht selten für Verhaltensauffälligkeiten, Erkrankungen oder sogar den Tod der Tiere.

Ein ruhiges Plätzchen ist daher die beste Wahl. Hier sollten die Tiere die Möglichkeit bekommen, sich regelmäßig zu erholen und nicht den gesamten Tag über mit Kindern konfrontiert werden. Ein Raum, der nicht für den Aufenthalt der Gruppen gedacht ist, sondern etwas gesondert innerhalb des Kindergartens liegt, eignet sich deutlich besser. Darüber hinaus sollte die Behausung der Tiere stets groß genug sein und über eine artgerechte Ausstattung verfügen. Auch Einzelhaltung ist für die meisten Tiere nicht empfehlenswert.

Dann ist es möglich, die Pflege der Tiere und das Beschäftigen mit ihnen in geregelte Bahnen zu lenken. So könnte ein Plan aufgestellt werden, der verschiedene Dienste enthält. Kinder, die sich hier eintragen lassen, können sich dann gemeinsam mit einer erwachsenen Person um die Kindergartentiere kümmern.

Tiergestützte Pädagogik im Kindergarten

Folgt das Zusammenleben mit Tieren im Kindergarten einem geregelten Ablauf, kann das für Tier und Mensch sehr positiv sein. Kinder lernen dann, dass Regeln wichtig sind und können sich unter Aufsicht eines Erwachsenen im richtigen Umgang mit Tieren üben. Vor allem Kinder mit sozialen Auffälligkeiten profitieren hiervon und entwickeln nicht selten eine enge Bindung zu den Kindergartentieren.
Kindern lernen Verantwortung zu übernehmen, sich Rücksichtsvoll zu verhalten und sich um andere Lebewesen zu kümmern.

Die Tiere im Kindergarten müssen auch am Wochenende und an Feiertagen versorgt werden!
Doch auch Kindergärten schließen regelmäßig. Über das Wochenende und während der Ferien sollte sich stets eine Person finden, die die Kindergartentiere bei sich aufnimmt und sie entsprechend pflegt. Eine weitere Option ist es, zur Pflege der Tiere während freier Tage im Kindergarten vorbeizuschauen. Insbesondere bei eher kurzen Zeitspannen müssen sich die Tiere dann nicht ständig an eine neue Umgebung gewöhnen.

Ist abschließend geklärt, wer sich um die Tiere kümmert, wann Tierarztbesuche anstehen und wie die Kosten hierfür gedeckt werden sollen, steht der Anschaffung tierischer Freunde im Kindergarten nichts mehr im Wege.
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