Waldorf Kindergarten

Spielen im Waldorf Kindergarten
Kinder im Waldorf Kindergarten sind meist sehr kreativ
Foto: © michael schade


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Was ist ein Waldorf Kindergarten?

Die Pädagogik, das Modell "Waldorf" lässt sich nicht auf die Kindergartenzeit zusammenfassen - nicht zuletzt, weil das Waldorf Konzept vielmehr eine Lebenseinstellung und zu komplex ist, um es auf drei Jahre zu reduzieren.

Mit einem Waldorf Kindergarten bzw. dem Grundgedanken, verbindet man nach wie vor selbst gebackenes Brot, Jutekleider und langweiliges Holzspielzeug - es ist Zeit, mit dem Vorurteil aufzuräumen und es verstehen zu lernen.
Mehr über die Waldorfpädagogik

Das Konzept

Von Geburt an ist das Kind neugierig und aufmerksam, es begegnet seiner Umwelt mit sensiblen Antennen und nimmt gierig alles auf, was sich ihm präsentiert - stets den Blick auf Eltern und Erzieher gerichtet. Genau diese Fähigkeit, diese natürliche Auffassungsgabe, ist die Basis von Waldorf: Man braucht die Umgebung von einem Kind nur so zu gestalten und darzubieten, dass es von ihr lernen kann und nachahmenswürdig ist.

Kinder sind Spiegel der Erwachsenen! So wie die Eltern mit dem Kind sprechen, so sprechen auch sie. Geschichten von den Eltern werden durch die Kinder weitererzählt. Welchen Stellungswert haben für die Eltern Computer, Fernseher und Co? Wie begegnen Erwachsene ihrer Umwelt und welche Konsequenzen hat das? Kinder ahmen nicht nur Haltungen nach, sondern "kopieren" auch Gesinnung und Ansichten.

Was lernen Kinder dort?

Der Heilpädagoge Karl König aus Österreich bringt es wie folgt auf den Punkt:Ein Kind lernt in den ersten drei Jahren alles, was er zum Menschsein braucht: Gehen, Sprechen und Denken!

Ein Schweizer Psychologe bekräftigt diese Tatsache, denn er erkannte, wenn ein Kind kein Gleichgewichtssinn entwickeln konnte, kann auch sein seelisches Gleichgewicht nicht in Balance halten - so bringen Bewegungsdefizite auch Sprachdefizite mit sich.

Für ein Waldorf Kindergarten bedeutet all dieses Wissen, dass Kindern, deren Sinnesentfaltung nicht gefördert wird, ihrer intellektuellen Fähigkeiten beraubt werden. "Irgendwann" nennt ein Kind sich selbst nicht mehr beim Namen, sondern spricht von ICH. Später kommt ein DU hinzu - wie plötzlich entwickelt sich auch ein Zeitgefühl in Form von gleich, später. Es folgen sinnvolle Handlungsabfolgen, die Erwachsene vormachen, vorleben.

Tätig-Sein fördert das Denken eines Kindes! Ein Spielzeug, dessen Funktionalität nicht durchschaubar ist (Technik), bremst es in all seinen Entwicklungen. Kinder müssen zweckfrei Spielen, Entdecken, Wahrnehmen können, denn nur so kann der Nachwuchs seiner Umwelt ohne Vorurteile begegnen. Mit Eintritt in den Kindergarten (nach Waldorf ideal erst mit 4 Jahren) kommt schließlich die Fantasie zum Spielen hinzu - das heißt, alles, was das Kind jetzt wahrnimmt, wird im Inneren bewegt, gedreht und neu erspielt: Es kreiert seine eigene Welt.

Was ein Waldorf Kindergarten an dieser Stelle anbietet, ist "lebenswichtig" - es pflegt die Fantasie, die Vorstellungskraft, den Schöpferwillen, in dem er den Kindern Raum und Zeit schenkt. Lernen und Reifen durch Freude und Leben mit der Fantasie und nicht durch eine Bilderflut und vorgegebenen Einflüssen.
Text: St. H. / Stand: 06.10.2018

Weiterführen können Sie das Ganze in den Waldorfschulen

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