Meerschweinchen als Haustiere

Ein Meerschweinchen
Meerschweinchen als Haustiere - Foto: © absolutimages

Tipps für Meerschweinchen

Was sollte man über die Haltung und Pflege von Meerschweinchen wissen?

Haltung und Pflege von Meerscheinchen

Meerschweinchen sind genau wie Wellensittiche oder Katzen sehr beliebte Haustiere.

Zwei Meerschweinchen fressen eine Gurke
Meerschweinchen fressen auch gerne mal ein Stück Gurke
Foto: © Sabimm
Die putzigen Nager stammen ursprünglich aus Südamerika und verdanken ihren Namen vermutlich spanischen Seefahrern, welche sie über das Meer bis zu uns nach Europa gebracht haben. Die häufigsten als Haustiere gehaltenen Meerschweinen sind die Glatthaar-, die Rosetten-, die Angora- und die Texelmeerschweine sowie die so genannten Peruaner. Viele Kinder wünschen sich solch einen Nager als Haustier und Eltern sind recht schnell dabei, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen. Dennoch muss gesagt werden: Meerschweine sind von Natur aus Fluchttiere und sind nicht zum kuscheln oder schmusen geeignet. Für Kinder unter 8 Jahren sind sie zudem nur bedingt zu empfehlen - hier sollte immer ein Elternteil anwesend sein, wenn sich das Kind mit dem Tier beschäftigt. Der richtige Umgang mit dem Tier muss auf jeden Fall erst gelernt werden und Kindern sowie Eltern sollte klar sein, dass es sich bei einem Haustier um ein lebendiges Wesen und nicht um ein Plüschtier handelt.

Die meisten Meerschweinchen werden in Käfigen gehalten. Viel besser jedoch ist ein Gehege, in dem die Tiere viel Bewegungsspielraum haben. Mindestens 0,5 qm Bodenfläche sollten für die kleinen Nager eingeplant werden. Ein Futternapf sowie eine Tränke dürfen natürlich nicht fehlen. Für den Schlafplatz bietet der Handel fertige Holzhäuschen an. Wer seinem kleinen Nager etwas Gutes tun möchte, der kauft Unterschlupfmöglichkeiten aus Kork. Hier können sich die Meerschweinchen zurückziehen und zur Ruhe kommen. Der Boden des Käfigs oder des Geheges wird mit Kleintierstreu ausgelegt. Ein- bis zweimal die Woche muss der gesamte Käfig bzw. das Gehege gründlich gesäubert werden. Was Meerschweinchen allerdings wirklich zum Glücklichsein brauchen, ist mindestens ein weiterer Artgenosse. Die kleinen Tiere fühlen sich allein völlig einsam und sollten deshalb nie einzeln gehalten werden.

Das Wesen der Meerschweinchen

Meerschweinchen sind sehr soziale Wesen. In freier Wildbahn leben sie im Rudel mit ca. 20 anderen Tieren zusammen. Sie verständigen sich über verschiedene Laute, welche jeweils eine eigene Bedeutung haben. Oft werden die putzigen Gesellen als Tiere verkauft, die sich gern streicheln lassen und mit denen man gut kuscheln kann. Und in der Tat sieht man immer wieder Meerschweinchen, welche sich scheinbar freiwillig ihre Streicheleinheiten abholen. Doch informiert man sich genauer über diese Tiere, so stellt man fest, dass dieses Verhalten alles andere als normal ist. Die süßen Nager kuscheln sich nur an ihren Besitzer, wenn sie sehr einsam sind und daher unter enormen Stress stehen. Haben sie genügend Auslauf und Artgenossen an ihrer Seite, so wird man dieses Verhalten nicht beobachten können. Allerdings können Meerschweinchen futterzahm werden - das heißt, sie kommen der menschlichen Hand entgegen, wenn diese ihnen Leckerbissen reicht.

Lebenserwartung

Ein Meerschweinchen kann bei guter Ernährung und artgerechter Unterbringung bis zu 8 Jahre alt werden. Vor der Anschaffung eines solchen Tieres muss man sich daher im Klaren sein, dass man für eine relativ lange Zeit die Verantwortung für den Nager übernimmt. Stirbt ein Tier, so muss man dem "verwitweten" Part in jedem Fall einen neuen Mitbewohner an die Seite stellen.

Was kostet ein Meerschweinchen?

Ein ausreichend großer Käfig kostet mindestens 100 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für die Inneneinrichtung - etwa 30 Euro muss man dafür einplanen. Für die Nager selbst werden 15-20 Euro pro Tier fällig. Und schließlich darf man auch die Futterkosten und das Einstreu nicht unterschätzen: diese schlagen mit monatlich rund 30 Euro zu Buche. Auch bei guter Haltung und Pflege kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Meerschweinchen einmal tierärztliche Hilfe benötigt. Die Kosten hierfür können den Anschaffungspreis weit übersteigen - allerdings wird jeder verantwortungsbewusste Tierhalter seinen Nager trotzdem bei gesundheitlichen Problemen behandeln lassen.
Text: K. L. / Stand: 10.10.2018

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