Freinet Kindergarten

Töpfern im Freinet Kindergarten
Eine Töpferwerkstatt in einem Freinet Kindergarten
Foto: © Ints Vikmanis


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Was ist ein Freinet Kindergarten?

Selbstständigkeit und freie Persönlichkeitsentfaltung! Das sind die Begriffe, der die Pädagogik in einem Freinet Kindergarten kurz zusammenfasst. Basis des Modells ist die aktive Gestaltung und die Mitarbeit der Kinder - im Kindergarten, sowie zu Hause.

Kinder dürfen mitbestimmen

So gestalten nicht die Erzieher den Tagesablauf, sondern man trifft sich morgens zu einem Sitzkreis und bespricht, was gemacht werden soll und was nicht. Hier werden dann Ideen, Anregungen und Wünsche gegeneinander abgewogen und umgesetzt. Es ist schwer, das Konzept in seiner Ganzheit in wenigen Worten zu erklären. Im Prinzip wird in einem Freinet Kindergarten Arbeit und Spiel kombiniert, nicht getrennt - das bedeutet: Spielen mit Arbeitscharakter und Arbeiten mit Spielcharakter. Das geht nicht? Doch - überzeugen Sie sich!
In einem Freinet Kindergarten gibt es zum Beispiel auch Werkstätten, Ateliers, Forschungslabore und Töpfereien, wobei bei allem, was die Kinder tun, der Weg das Ziel ist.
Die Kinder dürfen und sollen in Kinderkonferenzen mitbestimmen, auch bezüglich Verwendung von Fördermitteln. Die Erzieher greifen in Handlungen wie Toben, nicht regulativ ein. Anhänger der Pädagogik begrüßen es, dass die Pädagogen sich auf die Kinder einlassen und nicht umgedreht.

Freinet Pädagogik im Kindergarten

Die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, das kritische Begegnen mit der Natur, Selbstverantwortung und Verantwortlichkeit, sind die Grundsätze des Pädagogikkonzepts.
Was in der Theorie äußerst suspekt klingt, zeigt sich in der Praxis durch kreative, lebendige, aufgeweckte und interessierte Kinder als beispielhaft. Was Unwissende als zweifelhaft bewerten, bereitet in der Realität viel weniger Komplikationen.

Wenn Kinder...
  • mit Werkzeugen und Materialien frei experimentieren und ausprobieren dürfen,
  • lernen, Verantwortung zu übernehmen,
  • sich mit Dingen aus ihrem Leben zu beschäftigen,
  • produktiv ihren Alltag mitbestimmen,
  • erfahren, dass man sie respektiert,
...was kann daran falsch sein?

Allerdings erwartet das Modell des Freinet-Kindergartens auch von den Eltern einiges: nämlich kein Besserwisser zu sein, stattdessen lieber eine positive Sichtweise zu haben. Ein Glas ist somit nicht halb leer, sondern halb voll! Was so viel heißen soll, wie zu staunen, was das Kind KANN - und nicht darüber zu grübeln, was es NICHT kann.
Text: St. H. / Stand: 15.11.2018

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