Spielzeugfreier Kindergarten

Ein Junge im spielzeugfreien Kindergarten
In einem spielzeugfreien Kindergarten müssen die Kinder sich
ohne Spielzeug beschäftigen - Foto: © Lilia Beck


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Was ist ein spielzeugfreier Kindergarten?

Bei dem Konzept für einen spielzeugfreien Kindergarten geht es keineswegs darum, den Kindern jegliche Form von Spielsachen vorzuenthalten.

Das gefragteste Konsumgut von Kindern ist das Spielzeug, es ist auch zweifelsohne wichtig und entwicklungsfördernd, doch besitzt heute nahezu jedes Kind solche mehr oder weniger "guten" Spielsachen im Überfluss. Spielzeug dient immer häufiger als Mittel, Frust zu bewältigen und Bedürfnisse zu stillen - auch wenn es nur für einen winzigen Augenblick ist, so ist die Spielzeugsucht vorprogrammiert. Es ist wichtig, dass das Spielen, Handeln und Agieren von den kindlichen Bedürfnissen, Fantasien gesteuert wird - und nicht von Fertigprodukten in vorgeschriebenen Bahnen verläuft, weil das Spiel vorgegeben ist. Sinnvolles Kinderspielzeug

Das Konzept

Ein spielzeugfreies Kindergartenmodell heißt also nicht, den Kindern Spielsachen wegzunehmen, sondern sie eben nicht zu überschütten. Durch eine gewisse Zeit ohne Fertigspielzeug erreichen die Kinder zum einen Fähigkeiten, Spielzeug selber zu entwickeln, und zum anderen auf andere Kinder zuzugehen und zu kommunizieren.

Was lernen Kinder dort?

Erzieher werden in einem solchen Konzept unweigerlich mehr gefordert, die Kinder anzuregen, sich bewusst zu werden, zu was sie selber und alleine in der Lage sind. Erzählungen und Aktivität lässt Kinder nicht einen Augenblick lang Spielzeug vermissen.

Strenge bewegungsfreie Kindergärten entfernen häufig auch für die erste Zeit (2-3 Monate) Malsachen - dass soll keineswegs aussagen, dass man gegen Spielzeug ist, denn es gibt sinnvolle Spielsachen, die unbedingt notwendig sind, es sollen nur neue Erfahrungsräume geschaffen und Kinder hinsichtlich ihrer Rhythmen, Schwächen und Stärken sensibilisiert werden. Auch Gruppenprozesse werden durch die temporäre Entfernung gefestigt.
Text: St. H. / Stand: 15.01.2019

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