Ein Tier aus dem Tierheim holen

Verschiedene Tiere
Ein Tier aus dem Tierheim? - Foto: © absolutimages

Infos zum Thema Tierheim

Was sollte man beachten, wenn man ein Tier aus dem Tierheim holen möchte?

Infos zum Thema Tiere aus dem Tierheim:

Ein Haustier aus dem Tierheim

Der Tag war stressig, die Probleme aus dem Büro lassen sich auch auf der Autofahrt nach Hause nicht abschütteln und im Hinterkopf lauert der lästige Zahnarzttermin in der nächsten Woche. Doch kaum wird daheim die Türe aufgeschlossen, springt fröhlich die vierbeinige Fellnase durch den Flur und beginnt mit ihrer stürmischen und liebevollen Begrüßung.

Haustiere sind gut für die Seele

Hund im Tierheim
Abschied vom Tierheim - Foto: © Martin Hahn

Haustiere schenken Glücksmomente und können richtig treue Freunde und Wegbegleiter sein. Studien belegen, dass sich das Zusammenleben mit einem Tier vor allem auf die Psyche aufbauend auswirkt. Ein Haustier weckt positive Gefühle in uns und die Beschäftigung mit ihm macht nicht nur Spaß, sondern beruhigt auch und schenkt neue Kraft. Kein Wunder also, dass in vielen Familien ein tierischer Gefährte zu Hause ist. Tierliebhaber erwerben ihren neuen Freund beim Züchter oder im Zoofachgeschäft. Eine echte Alternative hierzu ist das Tierheim: in fast jeder größeren Stadt warten Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Hasen, Wellensittiche und manchmal auch Exoten darauf, dass sie von lieben Menschen abgeholt werden, welche ihnen endlich wieder ein festes Zuhause geben.

Nichts überstürzen!

Die Entscheidung ist gefallen - Sie möchten ein Tier aus dem Tierheim aufnehmen. Vielleicht haben Sie schon genauere Vorstellungen, aber genauso gut kann es sein, dass Sie noch völlig im Dunklen tappen und sich erstmal eine ausführliche Beratung wünschen. Besuchen Sie ruhig mehrere Tierheime in der Umgebung - Sie werden merken, dass es zwischen den verschiedenen Einrichtungen große Unterschiede geben kann. Gut aufgehoben sind Sie, wenn sich die Mitarbeiter dort für Sie Zeit nehmen und nicht mit einigen wenigen Worten abwimmeln. Tipp: vereinbaren Sie vorher einen Termin, denn im laufenden Betrieb ist nur selten die Zeit für ein ausführliches Gespräch. Auch wenn Sie schon feste Vorstellungen von einem Tier haben und innerlich schon die Entscheidung für einen bestimmten Kandidaten getroffen haben - es ist immer gut, wenn Sie flexibel bleiben. Die Mitarbeiter kennen ihre Tiere am besten und es kann gut sein, dass Ihr Wunschhund oder die ausgesuchte Katze so gar nicht zu Ihrer Familie oder Ihren Wohnumständen passen und Ihnen daher ein anderes Tier vorgeschlagen wird.

Selbstauskunftsbogen

In der Regel werden Sie im Tierheim gebeten, einen so genannten Selbstauskunftsbogen auszufüllen. Keine Sorge: hier geht es nicht darum Sie auszufragen. Vielmehr interessieren sich die Mitarbeiter des Tierheimes für Ihre Wohnsituation, Ihre Vorstellung bezüglich des Zusammenlebens mit dem neuen Haustier, ob das Tier am Tage lange Zeit allein bleiben muss und wer im Falle des Falles die Betreuung übernimmt. Sinn und Zweck des Selbstauskunftsbogens ist es, einen Tierheimbewohner in eine wirklich zu ihm passende Familie zu vermitteln. Viele Tiere haben einen langen Leidensweg hinter sich, wurden abgeschoben oder ihre Besitzer hatten nicht die finanziellen Mittel um sie weiter zu versorgen.

Lernen Sie "Ihr" Tier kennen!

Haben Sie sich in einen ganz besonderen Kandidaten "verguckt"? Wunderbar! In Ihrem und im Interesse des Tieres ist es wichtig, dass Sie sich nun gegenseitig kennen lernen. Kommen Sie zu den Öffnungszeiten öfters im Tierheim vorbei, schmusen Sie mit der ausgesuchten Miezekatze oder führen Sie den auserwählten Hund Gassi. Sie werden schnell merken, ob die Chemie stimmt oder ob sie Charakterzüge entdecken, mit denen Sie überhaupt nicht "können". Ihr tierischer Liebling wird sich in jedem Fall freuen, wenn Sie ihn oft besuchen und Sie auch bald wieder erkennen. Bei Kleintieren werden Sie in der Regel nicht so häufig erscheinen müssen, da diese meist schon nach dem ersten oder zweiten Gespräch vermittelt werden.

Vorkontrolle

Scheint eine Vermittlung von Seiten des Tierheimes auch nach mehrmaligen Besuchen noch sinnvoll und sind Sie weiterhin fest an "ihrem" Tier interessiert, so wird bei Ihnen zu Hause eine so genannte Vorkontrolle durchgeführt. Ein Mitarbeiter des Tierheimes beziehungsweise der örtlichen Tierschutzorganisation wird Sie dazu in Ihren eigenen vier Wänden besuchen und sich so ein Bild von Ihrer Familie und Ihren Wohnumständen machen. Dabei geht es vor allem darum, zu prüfen, ob die Angaben aus dem Selbstauskunftsbogen der Wahrheit entsprechen. Haben Sie im Tierheim den Fragebogen ehrlich und gewissenhaft ausgefüllt, so brauchen Sie keine Sorge vor dem Kontrollbesuch zu haben. Sehen Sie diesen Termin als eine Chance, noch offene Fragen zu klären und wertvolle Tipps und Hinweise in Bezug auf die geplante Tierhaltung zu bekommen. Infos über die Vorkontrolle

Kosten für ein Tier aus dem Tierheim

Ist die Vorkontrolle zur vollen Zufriedenheit erfolgt, so steht dem Einzug des tierischen Gefährten nichts mehr im Weg. Das Tierheim wird mit Ihnen einen Schutzvertrag abschließen und Sie müssen für das ausgewählte Tier eine Schutzgebühr zahlen. Diese liegt bei Hunden meist zwischen 200 und 300 Euro, bei Katzen zwischen 70 und 100 Euro und für Kleintiere wie Hasen oder Meerschweinchen müssen Sie mit ca. 20 bis 40 Euro rechen. Diese Gebühr dient zur Deckung der Kosten und fließt in vollem Umfang in den Tierschutz zurück.

Nun beginnt für den ehemaligen Tierheimbewohner und auch für Sie und Ihre Familie eine neue, aufregende Zeit! Wir wünschen Ihnen dabei viel Freude, wunderschöne Momente und auch die nötige Geduld, sich auf ihren neuen Freund einzustellen.
Text: K. L. / Stand: 15.11.2018

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