Schwanger und Haustiere

Sie sind schwanger und haben Haustiere? Dann sollten Sie einiges beachten! Wir geben hier Tipps für Hund, Katze, Nager, Vögel und Reptilien.

Schwangerschaft: Was Haustierbesitzer wissen müssen

Schwangere mit Hund
Schwanger und Haustier - Was beachten? - Foto © capifrutta

In vielen Fällen lebt schon vor der Familienplanung ein Tier mit im Haus. Ob Hund, Katze, Vogel oder Maus: Häufig fragen sich Schwangere, ob das Zusammenleben mit einem Tier während der Schwangerschaft problematisch ist. Grundsätzlich kann hier Entwarnung gegeben werden. Wer einige wichtige Details kennt und verantwortungsbewusst handelt, wird sich nicht von seinem geliebten Haustier trennen müssen.

Hunde und Katzen: Tipps für Schwangere

Hunde und Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren überhaupt. In beiden Fällen müssen Schwangere vor allem beim Thema Hygiene Sorgfalt walten lassen. Nach dem Streicheln oder der Fellpflege ist es wichtig, sich die Hände gründlich zu waschen. So können mögliche Erreger oder auch Schmutz aus dem Fell des Tieres leicht entfernt werden. Um eine Übertragung möglicher Parasiten oder auch Viruserkrankungen zu verhindern, ist außerdem auch ein gesunder Abstand zum jeweiligen Haustier sinnvoll. Das bedeutet nicht, dass der geliebte Vierbeiner nicht mehr beschmust werden darf. Küsse auf die feuchte Nase aber sollten besser nicht zur Kuschelstunde gehören. Auch ist es wichtig, dass Katze und Hund ihrem schwangeren Frauchen nicht das Gesicht lecken.

Da Schwangere grundsätzlich etwas anfälliger für Infektionen mit Parasiten oder Viren sind als Nicht-Schwangere, sollten Hunde und Katzen in regelmäßigen Abständen gegen Würmer, Flöhe und Milben behandelt werden. Auch der Impfstatus der Tiere ist in jedem Fall ein wichtiges Thema. Der Tierarzt weiß genau, welche Impfungen entscheidend sind und kann mögliche Lücken im Impfschutz schnell schließen.

Ein zusätzlicher Punkt bei der Haltung von Katzen ist die Gefahr einer Infektion mit Toxoplasmose. Steckt sich eine Schwangere mit diesem Erreger an, kann das sowohl das Risiko für Früh- oder Fehlgeburten steigern als auch das Ungeborene schädigen. Insbesondere die Katzentoilette sollten Schwangere daher nicht selbst reinigen. Wer sich unsicher ist, kann sich beim behandelnden Gynäkologen testen lassen. Fällt der Toxoplasmose-Test negativ aus, besteht ein Ansteckungsrisiko.
Hundebesitzer sollten besonders auf Zecken achten. Diese können vom Hund auf den Mensch "springen" und Krankheiten übertragen. Hier hilft gründliches Absuchen des Hundes, am besten mehrmals.

Vögel und Nager: Hygiene ist wichtig

Ob Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster oder Mäuse: Auch Nager im eigenen Haushalt bringen ein gewisses Risiko für die Übertragung von Krankheiten mit sich. In jedem Fall sollte das Fell der Tiere regelmäßig auf Milben und Pilze untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Da Mäuse und Hamster Überträger des LCM-Virus sein können und Frettchen sowie Ratten Leptospirose oder auch Listeriose auf die Schwangere übertragen können, stellt eine Trennung von diesen Tieren während der Schwangerschaft tatsächlich eine sinnvolle Lösung dar. Ist das Baby dann geboren, dürfen die Nager wieder einziehen.

Wer sich nicht von seinen Nagetieren trennen will, kann beim Tierarzt einen Test auf bestimmte Erreger durchführen lassen. Sind die Tiere keine Träger, kann auch der Kontakt gefahrlos aufrecht erhalten werden. Das Reinigen des Käfigs übernehmen dennoch besser Verwandte.

Bei Vögeln besteht ein geringes Risiko, dass sich Schwangere mit Psittacose, auch Papageienkrankheit genannt, infizieren. Die Folge kann eine Erkrankung mit Symptomen sein, die einem starken grippalen Infekt ähneln. Da Psittacose über den Kot von Vögeln übertragen wird, ist das Ergreifen von Vorsichtsmaßnahmen recht einfach. Wer den Käfig in der Schwangerschaft nicht selbst säubert und einen Bogen um den Kot der Tiere macht, verringert sein Infektionsrisiko deutlich.

Reptilien: Lieber wenig Kontakt

Schwangere, die Reptilien halten, sollten besonders vorsichtig sein. Das liegt daran, dass ein Großteil der Reptilien, die heute im Handel gekauft werden können, mit Salmonellen infiziert sind und diese folglich auch auf den Menschen übertragen können.

Eine Infektion mit Salmonellen jedoch kann eine schwere Magen-Darm Infektion hervorrufen, die vorzeitige Wehen oder Fehlgeburten wahrscheinlicher macht. Abgesehen hiervon ist auch die Schwächung der Schwangeren durch eine Salmonelleninfektion nicht zu unterschätzen. Von Reptilien Abstand zu halten und Terrarien nicht selbst zu säubern, ist daher eine besonders wichtige Vorsichtsmaßnahme während der Schwangerschaft.
Text: A. W. / Stand: 17.05.2018

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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