Tod eines Haustiers

Kleine Kinder und der Tod eines geliebten Haustiers

Wer Kinder hat, nennt oft auch Haustiere sein eigen.

Kinder lernen durch Haustiere Verantwortung zu übernehmen und genießen die Geborgenheit, die die Tiere ausstrahlen, seien es nun Wellensittiche, eine Katze oder ein auch ein Hund. Die Tiere werden schnell zum Mitglied der Familie. So schläft die Schildkröte Emil neben dem Bett des Kindes und der Hund Rex holt es täglich mit von der Kita ab. Kinder bauen eine intensive Beziehung zu ihren Haustieren auf. Je länger diese in der Familie verweilen, desto tiefer wird die Bindung. Schlimm wird es für Kinder und Eltern, wenn das geliebte Haustier stirbt. Egal ob ganz plötzlich und unerwartet oder nach langer Krankheit bzw. im hohen Alter - für Kinder ist der Tod ihres geliebten Freundes eine schmerzliche Erfahrung, der sie nicht aus dem Weg gehen können.

Wie bringt man Kindern den Tod des Haustiers bei?

Für Eltern ist es eine Herausforderung, das Thema gemeinsam mit ihren Kindern zu bewältigen. Junge Kinder gehen sehr unterschiedlich mit dem Tod des treuen Tieres um, ihre Reaktion hängt stark vom Alter und der damit verbundenen Entwicklungsstufe ab. Richtig klar wird den Kindern die Endgültigkeit des Todes erst ab ca. 9 Jahren. Zwischen sechs und acht Jahren begreifen sie zwar die Zusammenhänge zwischen Leben und Tod und dem Kreislauf in der Natur, es fällt ihnen aber noch schwer, dies auf Persönliches zu beziehen. Drei- bis Fünfjährige hingegen haben kein Verständnis für den Tod als endgültiges festgeschriebenes Ereignis. Sie rechnen damit, dass das Haustier wiederkommt oder einfach nur woanders ist.

Kinder beginnen früher oder später sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und wie es die Erfahrung zeigt, fragen Kinder, um zu verstehen. So kommt es, dass Eltern sich Antworten auf Fragen wie: "Warum ist das Tier gestorben? Werde ich es wiedersehen? Bin ich an seinem Tod schuld? Wie lang dauert der Tod?" und viele andere überlegen müssen. Es gibt nur einen Weg, damit umzugehen: offen, ehrlich und kindgerecht. Kinder brauchen in dieser Zeit viel Trost und Zuwendung und weniger wissenschaftliche formelle Erklärungen.

Worauf achten, wenn man seinem Kind mitteilt, dass das Haustier gestorben ist?

  • Reden Sie mit dem Kind in einer vertrauten Atmosphäre
  • Sprechen Sie mit einer beruhigenden Stimme
  • Suchen Sie Körperkontakt
  • Bleiben Sie immer ehrlich, denn ungenaue Erklärungen verwirren Kinder und erzeugen viel Angst und Misstrauen
  • Suchen Sie einfache Antworten auf seine Fragen
  • Nehmen Sie sich Zeit mit dem Kind dessen Gefühle zu verarbeiten und zuzulassen

Wie könnten Kinder auf die Nachricht reagieren?

  • Viele Kinder erleben eine Flut von Gefühlen, wie Wut, Trauer, Schuld, Angst
  • Manche Kinder scheinen vorerst gar nicht zu reagieren und die Trauer bricht zu einem späteren Zeitpunkt aus
  • Einige Kinder sind eifersüchtig auf Freunde, die noch Haustiere haben
  • Mitunter empfinden die Kinder ein schlechtes Gewissen, weil sie sich ab und an nicht so um das Tier gekümmert haben, wie sie es hätten tun sollen
  • Viele Kinder werden durch Situationen, Gerüche oder Geräusche immer wieder an das Tier erinnert

Wie helfe ich meinem Kind, den Tod des Haustieres emotional zu bewältigen?

  • Antworten Sie auf alle Fragen offen und ehrlich
  • Sie gehen als Vorbild voran. Zeigen Sie auch, welche Gefühle Sie haben
  • Geben Sie dem Kind die Chance - wenn es noch möglich ist - sich von dem Tier zu verabschieden, zum Beispiel wenn der Hund eingeschläfert werden muss
  • Erklären Sie 3 - 5-jährigen Kindern, dass das Tier nicht wieder aufwacht, es sich nicht mehr bewegen, essen oder sehen wird. Der Begriff Tod ist zu abstrakt für die ganz kleinen Kinder
  • Gehen Sie wenn möglich an das Grab des Tieres. Dieser Bezugspunkt ist für Kinder wichtig.
  • Können Sie kein Grab besuchen, hilft auch ein kleiner Platz zum Andenken. Er kann mit Blumen oder einer Kerze geschmückt werden. Religiöse Familien können ein Kreuz aufstellen o.ä.
  • Ersetzen Sie keinesfalls sofort das Haustier durch ein Neues. Ihr Kind muss erst lernen, den schmerzlichen Verlust zu verarbeiten und bereit zu sein, für einen neuen Gefährten.
  • Lassen Sie das Kind mit anderen über das Thema reden, Bilder vom Tier malen usw.
  • Ziehen Sie wenn nötig Lehrer, Erzieher und andere beteiligte Pädagogen mit ins Boot
  • Kinder, die auf längere Zeit den Tod des Tieres nicht verwinden können, sollten Hilfe bei einem Kinderpsychologen in Anspruch nehmen.

Wenn ein Haustier stirbt, ist es oft der erste "Kontakt" der Kinder mit dem Tod. Früher oder später wird auch ein Mensch aus ihrem vertrauten Umfeld sterben. Die Erfahrungen, die sie bereits bei ihrem geliebten Haustier gemacht haben, können dem Kind bei einer späteren Trauerbewältigung helfen.
Text: C. D. / Stand: 15.11.2018

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