Tierhalterhaftpflicht

Hunde rennen über eine Wiese
Beim Spielen kann der Hund z.B. Passanten verletzen - Dann greift die Tierhalterhaftpflicht - Foto: © Anna Goroshnikova

Erfahren Sie in diesem Artikel, ob eine Tierhalterhaftpflicht sinnvoll ist, worauf Sie als Tierhalter achten sollten und was die Tierhalterhaftpflichtversicherung kostet.

Tierhalter Haftpflichtversicherung: Für die besten Freunde des Menschen

Haustiere bereiten viel Freude, verlangen aber auch viel Verantwortung. Was, wenn Ihr Hund beim Spielen im Park ein Fahrrad umwirft oder einen Passanten verletzt? Oder wenn Ihr Pferd durchgeht, in Panik über ein Feld voller Setzlinge galoppiert und diese dabei zerstört? Dann springt eine Tierhalter Haftpflichtversicherung ein. Diese ist teilweise sogar gesetzlich vorgeschrieben. Gut zu wissen: Die Versicherung schützt auch weitere Personen, die sich um Ihr Tier kümmern, wie z. B. Mitbesitzer, gelegentlicher Tierhüter oder Familienangehörige.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Als Halter eines Hundes oder Pferdes sind Sie für entstandene Schäden voll haftbar.
  • Hunde und Pferde sind nicht über Ihre private Haftpflichtversicherung abgesichert.
  • Versicherbare Kosten sind unter anderem: Personen- und Sachschäden und daraus resultierende Vermögensschäden, Mietsachschäden und Flurschäden, Deckaktschäden.
  • Kleintiere wie Katzen, Kaninchen, Wellensittiche brauchen keine Extra Tierhaftpflichtversicherung: Sie sind über Ihre Privathaftpflicht abgedeckt.

Beispiele für Schäden, die Ihre Versicherung nicht abdeckt

Auch die beste Tierhaftpflichtversicherung springt nicht bei allen Schäden ein. Wenn Ihnen beispielsweise als Tierhalter selbst Schäden durch Ihr Tier entstehen, dann können Sie keine Erstattung der Kosten erwarten. Das gilt ebenfalls, wenn der Schaden durch Vorsatz entstanden ist, z.B. wenn Sie Ihren Hund ohne Leine führen, obwohl in Ihrem Vertrag Leinen- und Maulkorbpflicht festgeschrieben wurde. Vor allem, wenn die Rasse zu aggressivem Verhalten neigt (z.B. Pit Bulls oder Rottweiler). Für solche Hunderassen (sogenannte Listenrassen) ist es generell schwieriger, eine Versicherung zu finden. Sie ist meistens mit höheren Kosten verbunden als bei eher friedlichen Hunderassen. Darüber hinaus hängt der Umfang der versicherten Schäden von der Tierart ab. Für Hunde und Pferde gelten unterschiedliche Einschränkungen im Versicherungsschutz - z.B. besagter Leinen- und Maulkorbzwang für Hunde sowie Sattel- und Trensenpflicht für Pferde. Überprüfen Sie unbedingt die AGB und Tarifbedingungen, welche Schäden für Ihr Tier übernommen werden.

Was kostet die Tierhalterhaftpflicht?

Die Stiftung Warentest empfiehlt eine Mindestdeckung von drei Millionen Euro. (Tests 03/2016) Die Beiträge für eine gute Pferdeversicherung beginnen ab etwa 100 Euro pro Jahr. Ihren Hund können Sie bereits ab etwa 75 Euro jährlich gut und ausreichend absichern. Wie bei allen Versicherungen lohnt sich auch hier ein Preisvergleich! Achten Sie dabei aber genau auf die Leistungen! Denken Sie auch an die Versicherungslaufzeiten!

In manchen Ländern ist die Versicherung für Hunde Pflicht!

Schon jetzt ist es sehr empfehlenswert, für Ihr Pferd oder Hund eine Tierhaftpflichtversicherung abzuschließen, die Sie vor den finanziellen Folgen eines Schadens schützt. In den nächsten Jahren ist eine strengere Gesetzeslage zu erwarten. In manchen Bundesländern ist eine Hundeversicherung schon jetzt Pflicht:

  • Berlin, Brandenburg, Niedersachen und Thüringen setzen bereits jetzt auf eine vollständige Versicherungspflicht.
  • In Nordrhein-Westfalen gilt die Pflicht für alle Hunde ab 40cm Körpergröße.

  • In den Ländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gilt die Verpflichtung für alle Hunde, die bereits auffällig wurden.
  • Die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein regeln den Versicherungszwang anhand einer Rasseliste.

Tierhalter sollten sich am besten schon vor dem Kauf des Haustiers mit dem Thema Tierhalterhaftpflicht auseinandersetzen und eine Versicherung abschließen, die ab dem Tag des Kaufs gültig ist. Lassen Sie sich dazu auch von einem Versicherungsfachmann beraten! Mehr zum Thema Haustiere für Familie
Text: I. S. / Stand: 04.06.2019

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