Kosten für den Kindergarten

Zimmer in einem Kindergarten
Wie hoch sind die Kosten für den Kindergarten? - Foto: © Kot63

Ab einem gewissen Alter sollte ein Kind in die Kita gehen. Viele Eltern fragen sich spätestens dann wie hoch die Kosten für den Kindergarten sind. Erfahren Sie hier u.a. wie die Kitakosten berechnet werden.

Betreuungskosten im Kindergarten

Ab dem dritten Geburtstag heißt es für die meisten Kinder in Deutschland: "Rucksack packen und ab in den Kindergarten!" Schon die Jüngsten fühlen sich ganz groß, wenn sie endlich in der Gruppe spielen dürfen, ohne dass Mama und Papa dabei sind. Für Eltern jedoch ist die Kinderbetreuung häufig mit hohen Kosten verbunden. Dabei ist es durchaus interessant, wie sich die Gebühren überhaupt zusammensetzen und warum sich auch in Deutschland so große Unterschiede zeigen.

Wie werden die Kitakosten berechnet?

Grundsätzlich muss ein Kindergarten dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter für ihre Tätigkeit entlohnt und die laufenden Kosten des Betriebs gedeckt werden können. Die Finanzierung kann hier ganz unterschiedlich gestaltet werden, denn während städtische und kirchliche Einrichtungen Zuschüsse erhalten, müssen private Kindergärten alle Kosten aus eigener Tasche zahlen.

In Deutschland gibt es zwei Modelle nach denen die Kitakosten berechnet werden:

Die Berechnung nach Modulen
Hier sind die Kosten für alle Kinder gleich und es werden keine einkommensabhängigen Unterschiede gemacht. Eltern wählen je nach gewünschter Betreuungszeit unterschiedliche Modelle und bilden so einen passenden Zeitrahmen für sich und ihre Kinder. Die Kosten aller Module werden dann addiert und es entsteht ein Gesamtbetrag. Oftmals bieten Kindergärten Frühmodule, ein Vormittagsmodul und verschiedene Nachmittagsmodule mit oder auch ohne Essen an.

Die einkommensabhängige Berechnung
Bei dieser Form der Berechnung wird das gesamte Einkommen der Eltern zugrunde gelegt. Wer mehr verdient, muss für die Betreuung seiner Kinder entsprechend tiefer in die Tasche greifen, während Eltern mit geringerem Einkommen entlastet werden sollen. Wie genau bei dieser Berechnung vorgegangen wird, ist individuell. Während manche Kindergärten nach Einkommensstufen vorgehen, rechnen andere anhand des Netto- oder auch Bruttoeinkommens völlig individuelle Gebühren aus.

Zusätzlich zu den Gebühren für die bloße Betreuungszeit kommen auf viele Eltern auch Kosten zu, die aus gesonderten Angeboten und der Verpflegung resultieren. So berechnen Kindergärten für das Mittagessen oder auch ein Frühstücksbuffet weitere Gebühren und auch extra Angebote wie Musikkurse oder Bastelutensilien können die Betreuungskosten in die Höhe schnellen lassen. Wie hoch diese Zusatzgebühren ausfallen, liegt ganz in den Händen der jeweiligen Einrichtung. Lesen Sie auch: Was kostet ein Kind?

Warum variieren die Kosten für den Kindergarten in Deutschland teilweise so stark?

Wie bereits erwähnt, gibt es in Deutschland sowohl kommunale und kirchliche als auch private Einrichtungen. Die Kosten für private Kindergärten liegen meist auf einem deutlich höheren Niveau, da keine Zuschüsse geltend gemacht werden können.

Doch auch bei Einrichtungen, bei denen ein Träger für finanzielle Unterstützung sorgt, kann das Gebührenmodell variieren. Das liegt vor allem daran, dass Kindergärten in Deutschland ganz unterschiedlich bezuschusst werden. So können sich Einrichtungen mit hohen Zuschüssen günstigere Gebühren leisten, während solche mit eher geringer Unterstützung mehr Geld von Eltern verlangen müssen. Wie hoch die Zuschüsse ausfallen, ist dabei stets abhängig von der Gemeinde, dem Bundesland oder auch der zuständigen Kirche.

Kostenfreie Betreuung kommt nur langsam ins Rollen

Über Betreuungskosten wird in Deutschland schon lange diskutiert. Vielen Politikern ist längst klar, dass Eltern bei der Ausübung einer Berufstätigkeit Unterstützung brauchen und durch zusätzliche Gebühren belastet werden. Der Ruf nach kostenfreier Betreuung wird daher in den letzten Jahren immer lauter.

Bereits umgesetzt sind kostenfreie Angebote dennoch eher selten. Hessen plant die Einführung kostenfreier Betreuung ab 2018, während andere Gemeinden und Länder wie Rheinland-Pfalz und Berlin dieser Philosophie bereits teilweise folgen. Doch auch bei kostenfreier Betreuung kommen Eltern nicht ganz um Gebühren herum. Oft nämlich wird nur ein bestimmter Zeitraum täglich gebührenfrei gestaltet. Dieser beläuft sich in den meisten Gemeinden auf rund fünf bis sechs Stunden täglich. Wer längere Betreuungszeiten braucht, muss daher auch weiterhin zahlen.

Tipp: Am besten informieren Sie sich frühzeitig über die Kitakosten. So können Sie die Kosten in verschiedenen Kindergärten vergleichen und sich rechtzeitig für einen Kitaplatz anmelden.
Text: A. W. / Stand: 11.10.2017

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