Mutter Sohn Beziehung

Text: A. W. (Familienberaterin) / Zuletzt aktualisiert: 15.10.2019

Mutter und Sohn haben Spaß
Eine harmonische Mutter Sohn Beziehung - Symbolbild: © Pixel-Shot - stock.adobe. com

In diesem Artikel erklärt eine Familienberaterin wie die Mutter Sohn Beziehung harmonisch wird und wie man diese stärken kann.

Mutter Sohn Beziehung: Warum sie so wichtig ist und was sie stärkt

Mütter spielen im Leben ihrer Kinder bedeutende Rollen. Nicht nur bringen sie sie zur Welt, sondern tragen auch Monate und Jahre später große Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Söhne und Töchter. Zusätzlich zur körperlichen Versorgung ist auch die Förderung sozialer und emotionaler Entwicklung wichtig. Natürlich ist hier oft nicht nur die Mutter allein verantwortlich. Die Beziehung zwischen Müttern und Söhnen jedoch hat besonderes Augenmerk verdient.

Mutter und Sohn: Eine Bindung fürs Leben

Müttern, die einen Jungen zur Welt bringen, stehen spannende und aufregende Jahre bevor. Nicht immer werden sie wissen, was in ihrem Sohn vorgeht und häufig werden sie sich mit der Denkweise und dem Verhalten von Männern und Jungen beschäftigen müssen. Das birgt die Chance, Neues zu lernen und sich offen sowie einfühlsam auf die Bedürfnisse des Kindes einzustellen. Vom Baby bis zum Jugendlichen bleibt das ein essenzieller Bestandteil der Mutter Sohn Beziehung.

Dass sich die Qualität der Bindung zwischen Mutter und Sohn auf das gesamte Leben des späteren Mannes auswirken kann, wissen auch Psychologen und Wissenschaftler genau. Immer wieder zeigt sich in Studien, dass die Art des Umgangs der Mutter mit ihrem Sohn Einfluss darauf nimmt, wie er später im Job, in Beziehungen und auch im Thema Selbstfürsorge und Eigenständigkeit handeln wird. (So bringen Sie Kindern Selbstständigkeit bei)

Keinesfalls sollten sich Mütter daher zurückziehen und denken, dass Väter oder männliche Ansprechpartner beim Aufziehen von Jungen wichtiger sind. Natürlich spielen Einflüsse beider Geschlechter eine Rolle, denn so ist es möglich, eine Persönlichkeit aus mehreren Blickwinkeln bei ihrer Entfaltung zu unterstützen. Der Verzicht auf eine Facette aber ist eher schädlich für eine ganzheitliche Entwicklung.

Zu eng oder zu distanziert? Beides bringt Probleme mit sich

In Mutter Sohn Beziehungen gibt es zwei Problem-Konstellationen, die es nach Möglichkeit zu vermeiden gilt. Hierbei handelt es sich einerseits um sehr enge Beziehungsgestaltung und andererseits um stark distanzierten Umgang.

Mütter, die ihre Söhne sehr eng an sich binden und nicht loslassen können, unterbinden die Entwicklung von Selbständigkeit, Selbstvertrauen und Eigenmotivation. Oft zeigen sich im späteren Leben Schwierigkeiten bei Entscheidungen, übersteigerte Erwartungen an Beziehungspartner/-innen oder auch Unwille, sich vom elterlichen Haushalt zu lösen. (Lesen Sie auch: Mein Mann ist ein Muttersöhnchen) Söhne müssen Erfahrungen sammeln, sich die Knie aufschlagen und Konflikte durchstehen. Mütter sollten hier als Rückhalt dienen und im Ernstfall für Sicherheit sowie Schutz sorgen, jedoch nicht die Kämpfe ihrer Kinder ausfechten.

Sehr distanzierte Beziehungen zwischen Mutter und Sohn hingegen können andere Probleme nach sich ziehen. Mütter sind in solchen Konstellationen oftmals gehemmt im Umgang mit ihren Söhnen, da sie eine "Verweichlichung" oder einen "Ödipus-Komplex" fürchten. Der Beziehung fehlt es dann nicht selten an Wärme und Empathie, was sich später in Form von Beziehungsunfähigkeit, starken Selbstzweifeln oder auch übersteigertem Ehrgeiz zeigen kann.

Die gesunde Mutter Sohn Beziehung

Sowohl Enge als auch Distanz können der Beziehung zwischen Mutter und Sohn Schaden zufügen. Nicht verwechselt werden sollten in diesem Zusammenhang jedoch Enge und Nähe. Nähe nämlich ist essenziell für eine gesunde und gute Kindesentwicklung, denn auch Jungen müssen sich der Tatsache bewusst sein, dass sie sich ihrer Mutter anvertrauen und bei ihr entspannen können. Vorlesen und Kuscheln sollten keinesfalls nur Mädchen vorbehalten sein, denn auch Jungen benötigen Wärme und Zuwendung.

Mütter müssen folglich keine Angst haben, ihren Söhnen mit zu viel Empathie oder Gefühl zu schaden. Zeiten, in denen schon kleinen Jungen eingeprägt wurde, dass sie einmal "harte Männer" werden müssen, sind glücklicherweise vorüber. Mit dem eigenen Sohn über Gefühle zu sprechen und ihm auf diese Weise die Welt der Frauen - wie sie denken und fühlen - zu eröffnen, verbessert auch das Verständnis für das andere Geschlecht. Das wiederum hilft jungen Männern dabei, ihre eigenen Beziehungen auf Respekt und Wertschätzung, jedoch nicht im Rahmen altbackener Machtvorstellungen basieren zu lassen.

In der Pubertät, wenn sich aus einem Jungen allmählich ein Mann entwickelt, sollten Mütter sich sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen mit dem Loslassen befassen. In dieser Lebensphase sind auch männliche Ansprechpartner für die heranwachsenden Jungen wichtig, um beispielsweise intimere Dinge zu thematisieren, die Mama vielleicht nicht hören soll. Dafür ist eine gute Vater Sohn Beziehung wichtig.

Ist es gelungen, eine vertrauensvolle Beziehung ohne Zwang und Druck aufzubauen, in der sich der eigene Sohn frei entfalten und doch immer wieder anlehnen kann, bleiben Mütter und Söhne sich ein Leben lang nahe.

So können Mutter und Sohn gemeinsam Zeit verbringen

Auch mit einer gemeinsamen Fahrradtour oder einem Besuch im Kindertheater können Mütter und Söhne ihre Beziehung stärken.

Lesenswerte Artikel:

Tipps zur Erziehung:

Tipps für Eltern: