Wenn Kinder unpünktlich sind

Kindern Pünktlichkeit beibringen

Pünktlichkeit ist eine Zier... Doch leider nicht für die meisten Kinder. Sie leben im Hier und Jetzt und widmen ihre gesamte Aufmerksamkeit dem Augenblick.

Während die Eltern mit dem Gefühl von Zeitnot ständig unter Druck stehen, nutzen die Kleinen fast jede Ablenkung. Kommen die Kinder dann zu spät vom Spielplatz nach Hause, erfüllt dies die Eltern natürlich mit Sorge. Das Gefühl und Verständnis für die Zeit entwickeln Kinder jedoch erst in der Grundschule. Je älter sie werden, desto mehr müssen sie lernen, autonom mit ihrem Zeitguthaben umzugehen.

Pünktlichkeit abhängig vom Alter

Je jünger ein Kind ist, desto schwieriger fällt ihm das Erfassen der Zeit. In der Grundschule lernen die Kinder die Uhr und die erste Selbstständigkeit wird langsam erarbeitet. Kommt ein achtjähriges Kind eine viertel Stunde zu spät nach Hause, lag es wahrscheinlich daran, dass es einfach nicht auf die Uhr geschaut hat. Ein zwölfjähriges Kind jedoch beherrscht die Uhr und kennt einzelne Zeitperioden genau. Bei ihm werden die Eltern einen anderen Ansatz als Problemlösung wählen.

Was tun, wenn die Kinder unpünktlich sind?

Wer selbst immer auf den letzten Drücker erscheint, braucht sich nicht wundern, wenn auch sein Kind nur im akademischen Viertel zu Terminen erscheint. Hektische Eltern, die ständig Kinder zur Eile ermahnen und selbst unentwegt unter Zeitdruck stehen bzw. zu spät kommen, vermitteln ihrem Kind die falschen Werte. In ihrer Vorbildrolle legen die Eltern immer einen wichtigen Grundstein für die Pünktlichkeit ihrer Kinder. Dennoch wird deswegen kein Kind stets zur perfekten Zeit am vorgesehenen Ort erscheinen. Manchmal müssen andere Wege bestritten werden.

Konsequenzen beharrlich durchsetzen

Hat das Kind ein korrektes Zeitverständnis entwickelt, so können gemeinsam mit ihm die Konsequenzen für sein Zuspätkommen erarbeitet werden. Zum Beispiel: Kommst du unpünktlich zum Abendbrot nach Hause, dann gibt es eben keines mehr. Oder: Wenn du verspätet zur Abfahrt im Kindergarten erscheinst, wird der Ausflug ohne dich stattfinden. Die Konsequenzen im sicheren Rahmen müssen Kinder einfach erleben, damit sie verstehen, dass ihr Handeln auch für sie Folgen hat.

Kind durch Hilfsmittel unterstützen

Viele Kinderuhren besitzen einen Timer, auch die Erinnerungsfunktion des Mobiltelefons kann als Hilfestellung für das Kind genutzt werden. Des Weiteren können Sie die Eltern anderer Kinder auf dem Spielplatz oder Freunde bitten, ihr Kind zur rechten Zeit zum Gehen aufzufordern. Orientierungshilfen können auch ganz abstrakt ausfallen. Zum Beispiel: Wenn der Laden neben dem Bolzplatz schließt, ist es an der Zeit, nach Hause aufzubrechen.

Grenzen erweitern oder Vergünstigungen kürzen

Besonders bei älteren Kindern sollten Eltern darüber nachdenken, ob die Ausgehzeiten für ihren Sohn oder die Tochter noch altersgemäß sind. Vielleicht kommt das Kind immer zu spät, weil dieselbe "Sperrstunde" schon seit Jahren gilt und in seinem Alter einfach nicht mehr angemessen ist. Hält sich jedoch ein Kind nicht an die Vorgaben der Eltern, so liegt es durchaus im Rahmen, auch Vergünstigungen zu kürzen. Ein Kind kann sich dann zum Beispiel durch Vertrauenspunkte einen Bonus erarbeiten. Kommt es immer zur richtigen Zeit nach Hause, darf es an einem Tag deutlich länger unterwegs sein oder sich etwas wünschen.
Wie sollte man das Kind bestrafen, wenn es sich nicht an die Regeln hält?

Durch ständigen Termindruck verlieren Kinder nach und nach ein Stück Kindheit und Unbeschwertheit. Dennoch müssen sie Pünktlichkeit erlernen. Oft ist dies kein einfacher Prozess, Eltern werden dabei immer wieder an den Rand des Wahnsinns getrieben.
Text: C. D. / Stand: 13.12.2018

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