Mangelgeburt

Mutter und Baby halten sich an den Händen
Was ist eine Mangelgeburt? - Foto: © jchizhe

In diesem Artikel erfahren Sie was eine Mangelgeburt ist und welche Ursachen und Folgen sie haben kann.

Mangelgeburt: Wenn das Baby zu klein ist

Der Begriff Mangelgeburt ist vielen Schwangeren nicht bekannt. Schließlich kommt dieses klinische Bild erst dann zum Tragen, wenn das Baby geboren wurde. Ist das Neugeborene bei der Geburt viel kleiner und leichter als erwünscht, kann eine Mangelgeburt vorliegen. Die genaue Diagnose aber übernimmt stets der behandelnde Arzt. Schwangere sollten sich am besten schon frühzeitig mit Risikofaktoren und Ursachen beschäftigen, um ihrem Baby einen möglichst gesunden Start ins Leben zu ermöglichen.
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Definition Mangelgeburt

Ein Mangelgeborenes kommt termingerecht zu Welt, ist jedoch sichtbar entwicklungsverzögert. Um herauszufinden, ob es sich um eine Mangelgeburt handelt, nutzen Ärzte die gängigen Perzentilkurven, mit denen die Entwicklung des Körpergewichts von Neugeborenen kontrolliert werden kann.

Sobald das Gewicht des Babys bei der Geburt unter der zehnten Perzentile oder unter 2500 Gramm liegt, ist eine Mangelgeburt wahrscheinlich. Grundsätzlich ist das jedoch im ersten Moment nicht tragisch, denn es gibt auch Babys, die naturgegeben leichter und kleiner sind als andere. Mögliche Folgeschäden sind dann eher selten zu befürchten. Weichen Gewicht und Größe jedoch noch deutlicher vom gewünschten Durchschnitt ab und sinken sie unter die dritte Perzentile, können auch gesundheitliche Probleme nicht ausgeschlossen werden.

Welche Ursachen für Mangelgeburten gibt es?

In den meisten Fällen lässt sich die Ursache für eine Mangelgeburt in der Versorgung des Babys im Mutterleib finden. Sie funktionierte nicht so, wie es für eine altersgerechte Entwicklung notwendig gewesen wäre, weswegen das Baby bis zum Zeitpunkt der Geburt nicht genug wachsen und zunehmen konnte. Mögliche Gründe für eine Mangelgeburt sind hier:

  • Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft
  • Bluthochdruck der Schwangeren
  • eine Plazentainsuffizienz
  • auffällig niedriges Körpergewicht der Schwangeren
  • das Vorliegen einer Placenta previa
  • genetische Störungen oder auch Veranlagungen
  • Infektionen mit Toxoplasmose, Röteln, Zytomegalie, Herpes oder Windpocken
  • sowie Nikotin-, Drogen- oder Alkoholgenuss während der Schwangerschaft
Auch beobachten Mediziner, dass das Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Schwangerschaft ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung eines Mangelgeburt sein kann. Frauen über vierzig verfügen häufig über eine schlechter durchblutete Plazenta, was ein besonderes Risiko darstellen kann.
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Mögliche Folgen einer Mangelgeburt

Rund fünf Prozent aller Babys kommen als Mangelgeburt zur Welt. In einigen Fällen kann das Auswirkungen auf das spätere Leben des Kindes haben. Daher müssen Mangelgeborene besonders engmaschig untersucht und dem Kinderarzt in regelmäßigen Zeitabständen vorgestellt werden. So können mögliche Folgeerscheinungen wie

  • Kleinwuchs
  • Wachstumsstörungen
  • Stoffwechsel-Erkrankungen
  • Hang zum Übergewicht
rechtzeitig erkannt und gegebenenfalls behandelt werden. Zusätzlich bringen Experten Mangelgeburten auch mit geringerer Intelligenz und Sozialkompetenz in Verbindung.

Kann einer Mangelgeburt vorgebeugt werden?

Zunächst gilt: Eine Mangelgeburt bietet nicht immer Grund zur Sorge. Die meisten Babys gleichen ihre Entwicklungsverzögerung bis zum zweiten Geburtstag wieder aus und führen ein unbeeinträchtigtes Leben. Dennoch ist es wichtig, möglichst viel für eine gesunde Entwicklung des Babys im Mutterleib zu tun.

Schwangere sollten daher einen gesunden Lebensstil pflegen, sich ausgewogen ernähren und die Vorsorgeuntersuchungen zuverlässig wahrnehmen. Der behandelnde Gynäkologe nämlich kann beim Ultraschall erkennen, wenn sich die Entwicklung des Fötus verzögert und sinnvolle Maßnahmen ergreifen. Zeigt sich zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft, dass das Baby sich nicht mehr erwartungsgemäß entwickelt, kann auch das frühzeitige Einleiten der Geburt eine angemessene Maßnahme sein. Außerhalb der Gebärmutter können diese Babys dann meist besser versorgt werden.

Ebenfalls sollten sich Schwangere im Umgang mit Haustieren zu schützen wissen und bestimmte Lebensmittel wie Rohmilchprodukte oder rohes Fleisch meiden. In manchen Berufen wie Erzieherin oder Tierarzt-Helferin kann es ebenfalls notwendig sein, ein Beschäftigungsverbot zu beantragen. So sinkt das Risiko für Infektionserkrankungen. Auf Rauchen, Alkohol und andere schädliche Substanzen zu verzichten, sollte darüber hinaus eine Selbstverständlichkeit sein.
Text: A. W. / Stand: 19.07.2018

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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