Barbarazweige schneiden mit Kindern

Brauch der Barbarazweige

Wer am Heiligen Abend ein kleines Wunder erleben will, schneidet am 4. Dezember - dem Barbaratag - Zweige.

Am Weihnachtstag erblühen sie und bringen eine wunderschön anzuschauende Blütenpracht in die Stube. Während viele Traditionen in Vergessenheit geraten, erfreut sich das Schneiden der Barbarazweige wieder großer Beliebtheit. Besonders in Familien mit Kindern ist es ein altbewährter Weihnachtsbrauch. Weihnachten feiern

Die Legende besagt: Blühen die Zweige vor oder noch besser zu Weihnachten, wird Glück im Folgejahr die Familie begleiten. In verschiedenen Regionen wurden die Zweige früher auch als Hochzeitsankündigung gesehen. Die Töchter der Familie brachten kleine Zettel mit Namen von Verehrern an jedem Zweig an. Der Zweig, welcher zuerst aufblühte, verkündete den zukünftigen glücklichen Gatten.

Die Legende der Heiligen Barbara

Die alte Weihnachtstradition geht zurück auf eine Legende. Ihr zufolge soll die Heilige Barbara auf dem Weg zum Gefängnis mit ihrem Kleid an einem Kirschzweig hängen geblieben sein. In ihrer Zelle hegte und pflegte sie den Zweig mit Wasser. Die Überlieferung besagt, dass der Zweig erblühte, als sie am 24. Dezember hingerichtet wurde.

Was eignet sich als Barbarazweig?

Als Barbarazweige eignen sich alle Laubgehölze, die vor den Blättern ihre Blüten bilden. Klassisch schneidet man Kirsch- oder Apfelzweige, aber auch die von Birnen, Kornelkirschen, Flieder und Holunder sowie Haselnuss und Forsythie. Alternativen sind zudem Triebe der Weide oder Schlehe bzw. der Birke oder des Goldregens. Selbst Pflaumen- oder Mandelzweige gedeihen bis Weihnachten und bringen eine leuchtende und duftende Blütenpracht hervor. Geschmückt werden die Zweige mit weihnachtlichen Motiven, kleinen Kugeln oder Lichterketten.

Wann schneidet man Barbarazweige?

Barbarazweige werden am 4.Dezember geschnitten, da es nicht nur der Tag der Heiligen Barbara ist, sondern auch rund drei Wochen vor Weihnachten liegt. Genauso lang brauchen die Triebe der Gehölze in der warmen Wohnung, um zu blühen. Vorher müssen sie jedoch einmal Frost erlebt haben. War der Winter bis zum 4. Dezember nicht mit Minustemperaturen gnädig, so hilft eine Nacht in der Gefriertruhe den Zweigen auf die Sprünge. Danach gehören sie in eine Vase mit Wasser, welches aller drei Tage gewechselt werden soll. Ein warmer Ort neben der Heizung oder dem Ofen regt die Knospen zum Blühen an. Doch Vorsicht: zu wenig Luftfeuchtigkeit kann die Zweige austrocknen, regelmäßiges Einsprühen mit einer Blumenspritze beugt dem vor. Das schräge Anschneiden der Stile bzw. das Weichklopfen der Spitze erleichtert den Zweigen die Wasseraufnahme. Weihnachtsdeko basteln

Die Tradition der Barbarazweige

Die Barbarazweige sind auch für Familien und Menschen ohne konfessionellen Hintergrund eine schöne Tradition in der Weihnachtszeit. Die Zweige sehen sehr dekorativ in der Vase aus und sind ein naturnaher Schmuck in der Adventszeit. Sie erfreuen jeden am Heiligen Abend mit einem wunderschönen Blütenwunder. Und wer möchte schon auf viel Glück im Folgejahr verzichten?
Text: C. D. / Stand: 18.09.2018

[ Zum Seitenanfang ]

Weitere Familienfeiern