Mein Kind hat Angst vor Schnee

Wie können Eltern ihrem Kind die Angst vor dem Schnee nehmen?

Wenn draußen die Schneeflocken vom Himmel fallen und Städte und Dörfer in ein weißes Kleid hüllen, dann sind die meisten Kinder ganz aus dem Häuschen.

Sie schnappen sich den Schlitten und kaum hat man sich versehen, haben sie den nächsten Rodelberg für sich erobert. Sie veranstalten lustige Schneeballschlachten, bauen Schneemänner und Iglus oder gehen mit ihren Eltern zum Ski fahren. Doch leider sind nicht alle Kids vom winterlichen Treiben begeistert. Manche von ihnen werden schon ängstlich, wenn sie nur durch die Fensterscheibe hindurch die Schneeflocken tanzen sehen. Sie weigern sich inständig, auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen und wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, geschieht der Gang nach draußen nur unter Protestgeschrei oder aber ängstlichen Schluchzen. Als Eltern kann man da ehrlich verzweifeln. Mein Kind hat Angst vor Schnee! Hilfe - was kann ich tun?

Die Angst vor Schnee tritt meist im Alter zwischen 1,5 und 3 Jahren auf. Sie gehört genau wie die Angst vor dem berüchtigten Monster unter dem Bett zu den ganz spezifischen Kinderängsten, die Eltern in jedem Fall ernst nehmen sollten. Auch wenn wir Erwachsenen es nur schwer verstehen: für die lieben Kleinen ist die Angst vor der weißen Pracht dermaßen real, dass sie wirklich sehr darunter leiden. Einige Kinder getrauen sich einfach nicht, auf dem Schnee zu laufen. Sie finden das knackende Geräusch unangenehm und können es nicht einordnen. Andere getrauen sich vielleicht nach draußen, wollen aber den Schnee auf keinen Fall auf der Haut spüren. Egal welche Angst das Kind genau hat: hier helfen nur Geduld und Verständnis. Vielleicht kann Ihnen der eine oder andere Tipp bei dem Unterfangen von Nutzen sein, wie Sie Ihrem Nachwuchs den Schnee etwas schmackhafter machen können.

Den Schnee mit in die Wohnung nehmen

Kinder, welche Angst vor Schnee haben, fürchten sich nicht automatisch auch vor Wasser. Nehmen Sie doch einfach mal eine Schüssel oder einen Eimer voll Schnee mit in die Wohnung und betrachten Sie diesen aus sicherer Entfernung. Ihr Kind wird sehen, dass Schnee am Ende auch nichts anderes als Wasser ist und kann so vielleicht seine Angst davor etwas verlieren. Hat der Nachwuchs Angst davor, auf dem Schnee zu laufen, so können Sie ihm diesen Schritt ebenfalls mit etwas Schnee in der Wohnung erleichtern. Liegt draußen genügend von der weißen Pracht, so füllen Sie den Boden der Badewanne damit. Vielleicht fällt es ihm so leichter, seine ersten Gehversuche auf dem "komischen weißen Zeugs" zu wagen. Immerhin ist in der Wohnung dann ja nicht alles voller Schnee, sondern nur ein überschaubarer, kleiner Bereich.

Schneeflocken im Detail betrachten

Schneeflocken sind wirklich ganz besonders schöne Gebilde! Im Detail betrachtet sind sie filigrane, kunstvolle Exemplare, welche immer wieder anders aussehen. Einzelne Schneeflocken kann man sehr gut beim ersten Schnee auf der Fensterbank beobachten. Anschließend können Sie mit ihrem Kind zusammen selbst welche malen oder aus weißem Papier basteln. Auch ein schönes Winterbild mit weichen Schneekügelchen aus Watte kann Lust auf die weiße Pracht machen.

Spaß im Schnee - Mama und Papa machen es vor

Dass der Winter Spaß machen kann, das fällt vielen ängstlichen Kindern schwer zu glauben. Zeigen Sie Ihrem Nachwuchs immer wieder, wie lustig es im Schnee sein kann. Während das Kind entweder hinter der Fensterscheibe sitzt oder von einem sicheren, schneefreien Ort (Carport, Vorhäuschen) aus zusieht, toben Sie gemeinsam mit ihren Mann im Schnee. Legen Sie sich mittenrein und zaubern Sie so einen schönen Schnee-Engel. Bauen Sie zusammen einen großen Schneemann mit lustigem Gesicht und einem alten Topf als Hut. Balgen Sie sich bei einer zünftigen Schneeballschlacht. Und nicht zu vergessen: lachen Sie! So merkt Ihr Kind, dass der Schnee nichts Schlimmes ist, sondern dass er Spaß und Freude bringen kann. Lesen Sie auch: Spielen im Schnee mit Kindern

Die Angst vor dem Schnee kann zwar die ganze Familie auf Trab halten, aber zum Glück ist sie oftmals im nächsten Winter schon wieder verschwunden. Ist das Kind etwas älter, so siegt meist die Neugier und der Nachwuchs möchte genau das auch erleben, was seine Freunde im Kindergarten im Winter tun. Rodeln, Schneemann bauen, sich mit Schneebällen bewerfen - Winter kann doch so schön sein!
Text: K. L. / Stand: 22.06.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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