Warten auf den Weihnachtsmann
Text: C.D. (Mutter) / Letzte Aktualisierung: 21.08.2025
Das lange Warten auf den Weihnachtsmann / das Christkind
Die Adventszeit ist für Kinder eine Zeit voller Spannung und Erwartung. Einen ganzen Monat lang öffnen sie täglich gespannt ein Türchen ihres Adventskalenders und warten geduldig auf den großen Moment. Doch besonders am Heiligabend will die Zeit einfach nicht vergehen. Endloses Fragen nach der Bescherung bringt keine Erlösung und die Spannung steigt mit jeder Stunde. Mit den richtigen Strategien können Eltern diese aufregende Zeit sinnvoll gestalten und ihren Kindern das Warten erleichtern.
Warum Kindern das Warten so schwerfällt
Kinder haben ein anderes Zeitgefühl als Erwachsene. Was für uns wenige Stunden sind, fühlt sich für sie wie eine Ewigkeit an. Besonders am Heiligabend steigt die Spannung mit jeder verstreichenden Stunde. Am Vormittag wird in vielen Familien traditionell der Baum geschmückt, doch spätestens nach dem Mittagessen beginnen die ersten Kinder zu nörgeln und mit bohrenden Fragen die Weihnachtsstimmung zu belasten. Das Problem verstärkt sich, wenn Eltern selbst gestresst sind und versuchen, die Kinder mit einem Mittagsschlaf ruhig zu stellen. Doch die Kleinen schlafen vor Aufregung ohnehin nicht. Besser ist es, das Fest gut vorzubereiten und die Kinder aktiv in die Gestaltung des Tages einzubeziehen. Lesen Sie auch: Wie Kinder warten lernen
Bewährte Strategien für den Heiligabend
Kinder in die Vorbereitungen einbeziehen
Kinder fühlen sich wohl, wenn sie zum Weihnachtsabend beitragen können. Lassen Sie sie beim Baumschmücken helfen - im Duft von Zimtplätzchen und heißem Kinderpunsch hängen die Kleinen behutsam die Dekoration an den Weihnachtsbaum. Diese Aktivität beschäftigt sie fast einen ganzen Vormittag.
Weitere Aufgaben für Kinder:
- Den festlichen Tisch decken
- Das eigene Zimmer aufräumen (weil der Weihnachtsmann vielleicht Kontrolle macht)
- Gemeinsam Plätzchen für den Abend backen
- Weihnachtlichen Baumschmuck oder Figuren basteln
- Bei der Vorbereitung des Abendessens helfen
Damit Kinder Adrenalin abbauen können, empfiehlt sich ein schöner Winterspaziergang. Liegt Schnee, toben die Kinder gern im Freien, bauen einen Schnee-Weihnachtsmann oder gehen mit den Erwachsenen rodeln. An Heiligabenden ohne Schnee begeistert ein Spaziergang mit einer selbstgebastelten Laterne in der Dämmerung.
Alternative Aktivitäten im Freien:
- Besuch auf dem Weihnachtsmarkt mit Karussellfahrt
- Eine Tasse heiße Schokolade trinken
- Zuckerwatte als besonderen Leckerbissen
- Weihnachtliche Schaufenster betrachten
Gemeinsame Aktivitäten für gemütliche Stunden
Weihnachtsgeschichten und Märchen
In gemütlicher Runde werden Weihnachtsgeschichten vorgelesen oder erfunden, gemeinsam gesungen und musiziert. Kommen Großeltern zu Besuch, freuen sich die Kinder über neue Spielgefährten. Gerne erzählen Oma und Opa aus ihrer Kindheit - die Kleinen hören meist gespannt zu.
Beliebte Weihnachtsgeschichten:
- "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens
- "Die Schneekönigin" von Hans Christian Andersen
- "Die Weihnachtsgans Auguste" von Friedrich Wolf
- "Der kleine Lord" von Frances H. Burnett
Um sich als Eltern eine Auszeit zu gönnen, darf auch der Fernseher eingeschaltet werden. Zu Weihnachten laufen wunderschöne alte Märchenfilme, die zeitlich frei einsetzbar sind - besonders dann, wenn die Spannung der Kinder zur Höchstform aufläuft.
Beliebte Filme an Heiligabend:
- "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"
- "Das kalte Herz"
- "Der kleine Muck"
- "Das Feuerzeug"
- "Die Weihnachtsgeschichte"
- "Das singende, klingende Bäumchen"
- "Die Weihnachtsgans Auguste"
- "Pippi Langstrumpf"
- "Michel aus Lönneberga"
- "Kevin allein zu Haus"
Nachmittags finden viele Menschen den Weg in die Kirchen zu Krippenspielen und Gottesdiensten. So kann Kindern die Historie von Weihnachten und deren Bedeutung wunderschön veranschaulicht werden - unabhängig davon, ob die Familie religiös ist oder nicht.
Umgang mit der Ungeduld
Die Frage aller Fragen: "Wann ist es endlich soweit?" Bei all der Ablenkung wird dennoch immer wieder die Frage auftauchen, wann es endlich soweit ist. Das ist völlig normal und in Ordnung. Diese Vorfreude macht Weihnachten für Kinder so besonders. Statt sich darüber zu ärgern, können Eltern diese Momente nutzen:
- Ehrlich antworten: "Nach dem Abendessen" oder "Wenn es dunkel wird"
- Eine Uhr zeigen und erklären, wie lange es noch dauert
- Gemeinsam einen Zeitplan für den Tag erstellen
- Die Aufregung anerkennen: "Ich verstehe, dass du dich so freust"
Feste Rituale helfen Kindern dabei, die Zeit zu strukturieren:
- Vormittags: Baumschmücken
- Mittags: Gemeinsames Essen
- Nachmittags: Spaziergang oder Kirchenbesuch
- Früher Abend: Ruhige Aktivitäten wie Geschichten oder Filme
- Abends: Bescherung - Endlich gibt es Weihnachtsgeschenke für Kinder!
Das Warten auf den Weihnachtsmann muss nicht zur Geduldsprobe werden. Mit der richtigen Vorbereitung, sinnvollen Beschäftigungen und einer entspannten Grundhaltung wird der Heiligabend zu einem wunderschönen Familienerlebnis. Wichtig ist, die Ungeduld der Kinder nicht als störend zu empfinden, sondern als Teil der weihnachtlichen Magie zu akzeptieren.
Die schönsten Weihnachtserinnerungen entstehen oft nicht bei der Bescherung selbst, sondern in den gemeinsam verbrachten Stunden davor. Diese Zeit des Wartens, Vorbereitens und Zusammenseins ist es, die Weihnachten zu etwas Besonderem macht und Kindern ein Leben lang in Erinnerung bleibt.