Wenn Kinder Angst vor dem Weihnachtsmann haben

Weihnachtsmann mit Geschenkesack
Wie kann man Kindern die Angst vor dem Weihnachtsmann nehmen? / Foto: © vectorfusionart

Erfahren Sie hier wie Sie Kindern die Angst vor dem Weihnachtsmann nehmen können.

Bescherung mit Weihnachtsmann - Wie Eltern Kindern die Angst davor nehmen

Bei vielen Familien gehört es an Heiligabend zur Tradition: Kurz nach der Dämmerung klopft es an der Tür und der Weihnachtsmann steht mit einem Sack voller Geschenke davor. Viele Kinder freuen sich auf dieses Ereignis und haben sich bereits mit Liedern und Gedichten darauf vorbereitet, die dem Weihnachtsmann vorgetragen werden. Allerdings gibt es Kinder, denen der bärtige, fremde Mann unheimlich ist und die dann Schutz bei Eltern oder Großeltern suchen. Woher rührt diese Angst und wie sollten Eltern darauf reagieren?

Woher kommt der Weihnachtsmannbrauch eigentlich?

Der Weihnachtsmann als Überbringer der Geschenke ist besonders in evangelisch geprägten Ländern verbreitet. Der Ursprung dieses Brauchs liegt vermutlich in Legenden um den Bischof Nikolaus von Myra begründet, der Bedürftige beschenkte. Sein Gedenktag, der 6. Dezember, war ursprünglich auch der Tag des weihnachtlichen Schenkens. Im Zuge der Reformation wurde die Weihnachtsbescherung auf den 24. Dezember verlegt und als Gabenbringer trat der Weihnachtsmann auf. Dieser wird meistens als ein gütiger, alter Herr mit weißem Bart und roter Kleidung dargestellt, der mit einem Geschenkesack und einer Rute ins Haus kommt. Früher hieß es dann oft, dass die braven Kinder die Geschenke und die unartigen Schläge mit der Rute erhalten - eine Tradition, die wohl inzwischen überholt sein dürfte.

Warum haben manche Kinder Angst vor dem Weihnachtsmann?

In der Weihnachtszeit begegnet man Weihnachtsmännern nicht erst bei Bescherung am Heiligabend, sondern sie sind auch häufig auf der Straße, in Kaufhäusern, in Einkaufszentren oder bei Veranstaltungen anzutreffen. Es gibt Eltern, die ihre Kinder dann zum Beispiel dazu drängen für ein Foto mit dem Weihnachtsmann zu posen. Vor allem Kinder, die noch nicht viel Kontakt zu Fremden hatten, können dann verschreckt reagieren. Problematisch kann es auch werden, wenn Eltern oder andere Verwandte häufig während des Jahres mit dem Weihnachtsmann drohen und meinen, wenn das Kind nicht gehorcht, wird er mit der Rute kommen oder keine Weihnachtsgeschenke bringen. Schließlich wird sogar behauptet, dass der Weihnachtsmann alles weiß und sieht. Hier muss sich niemand wundern, wenn die Angst vor dem Weihnachtsmann am Ende die Freude über die Geschenke trübt.
Lesen Sie auch: Wenn Kinder Angst vor Fremden haben

Wie können Eltern den Kindern die Angst vor dem Weihnachtsmann nehmen?

Eltern, die sich zu Weihnachten die Bescherung durch einen Weihnachtsmann wünschen, sollten sich zunächst überlegen, wie ihre Kinder normalerweise auf Fremde reagieren. Außerdem ist es wichtig, die Figur des Weihnachtsmannes positiv zu besetzen. Das ist zum Beispiel durch das gemeinsame Ansehen von Weihnachtsfilmen und Büchern möglich. Auf keinen Fall sollte die Bescherung durch den Weihnachtsmann als Erziehungsmittel eingesetzt werden. Am Heiligen Abend kann das Erwarten des Weihnachtsmannes durch sanfte Vorbereitung in Vorfreude verwandelt werden. (Warten auf den Weihnachtsmann) Wer ihn verkörpert, beispielsweise ein Verwandter oder ein Student, wird im Vorfeld auf eventuelle Ängste des Kindes eingestimmt, um diese während der Bescherung nicht noch zu schüren. Die Eltern, Großeltern oder größere Geschwister signalisieren einem ängstlichen Kind, dass sie ihm zur Seite stehen. Außerdem ist der Zwang zum Aufsagen von Gedichten oder Singen von Weihnachtsliedern zu vermeiden. Erlebt das Kind einen entspannten und schönen ersten Besuch des Weihnachtsmannes, wird dieser im nächsten Jahr sicher gern und angstfrei empfangen.
Text: H. J. / Stand: 08.12.2018

Weihnachten mit Familie

Weitere Familienfeiern