Vorkontrolle bei Tieren aus dem Tierheim

Katze auf dem Kratzbaum
Bei der Vorkontrolle wird geprüft, ob das Tier sich bei Ihnen
wohlfühlen wird - Foto: © Florian Hiltmair

Tipps für die Vorkontrolle

Ein Tier aus dem Tierheim zu "adoptieren" ist eine schöne und anspruchsvolle Aufgabe.

Die Hunde, Katzen, Nager und Vögel, welche im Tierheim auf ein neues Zuhause warten, sind aus ganz unterschiedlichen Gründen dort. Manch ein Besitzer konnte sie vielleicht aus finanziellen Gründen nicht mehr halten oder aber eine schwere Krankheit zwang ihn zur Abgabe des Tieres. Doch leider werden auch immer wieder Tiere einfach so ausgesetzt - an Autobahnraststätten an einen Baum gebunden, im Karton vor dem Tierheim abgestellt oder einfach so freigelassen. Wie viel Leid ein Tier in seinem Leben schon erfahren hat, das lässt sich manchmal nur erahnen. Verständlich, dass Tierheime und Tierschutzorganisationen ganz genau hinschauen, wenn es um die Frage geht, wo diese vom Schicksal gebeutelten Wesen in Zukunft zuhause sein werden. Neben dem Selbstauskunftsbogen, den jeder Interessent ausfüllen muss, werden daher auch so genannte Vorkontrollen durchgeführt. Wohnt Ihr tierischer Favorit in einem Tierheim in der Nähe, so bekommen Sie direkt von einem dortigen Mitarbeiter Besuch. Ist die Entfernung zu groß, so wird die Kontrolle von einem Mitglied des Tierschutzvereines aus Ihrer Region durchgeführt.

Aufregung und Sorge, die "Prüfung" zu bestehen

Die Zeit vom ersten Besuch im Tierheim bis hin zur eigentlichen Vermittlung ist meist von viel Aufregung und Freude geprägt. Doch bei vielen Interessenten schwingen auch so einige Bedenken mit, wenn es um das Thema Vorkontrolle geht. Welche Fragen kommen da auf mich zu? Wie genau prüfen die Tierheimmitarbeiter oder die Mitarbeiter des Tierschutzbundes mein Leben und meine Wohnumstände? Muss ich jetzt etwa meine Gehaltszettel vorzeigen, damit ich beweisen kann, dass ich ein Tier und dessen Unterhaltskosten zahlen kann? Fragen über Fragen und natürlich die Sorge: "Werde ich die Prüfung bestehen und meinen tierischen Liebling bald nach Hause holen können?"

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Also zuerst einmal: Angst braucht niemand vor der Vorkontrolle zu haben! Wer alle Angaben im Selbstauskunftsbogen ehrlich und gewissenhaft gegeben hat, der hat wirklich nichts zu befürchten. In erster Linie geht es dem Tierheim darum, zu prüfen, ob das ausgewählte Tier bei Ihnen ein glückliches Zuhause finden kann. Die Wohnumstände müssen natürlich zum Tier passen - ein Berner Sennenhund braucht nun einmal ein großes Grundstück und keine kleine Wohnung. Manchmal flunkern die Interessenten hier und die Mitarbeiter des Tierschutzes finden zum Beispiel nicht das angepriesene Haus nebst Garten vor, sondern stehen beim Kontrolltermin vor einem 12-Geschosser mitten in der Stadt. Den Mitarbeitern des Tierheimes geht es auch nicht darum, ob ihre Wohnung blitzblank geputzt ist. Sie schauen nicht in alle Ecken und sie prüfen auch keine Gehaltsabrechnungen. In einem netten Gespräch kommen die Themen ganz automatisch darauf, wie Sie sich den Alltag mit dem neuen Haustier vorstellen, wie lange dieses am Tag allein sein muss und ob Sie bedacht haben, dass neben der Schutzgebühr, welche im Tierheim für das Tier erhoben wird, noch jede Menge weiterer Kosten auf Sie zukommen. So ganz nebenbei bekommen die Tierschützer dann die Informationen, welche sie brauchen und können sich so einen Gesamteindruck bilden. Sie müssen sich weder verstellen noch alles wissen - seien Sie einfach Sie selbst!

Ein Beratungsgespräch, von dem alle profitieren können

Für die "Adoptivfamilie" hat der Termin der Vorkontrolle einen großen Vorteil. Jemand, der sich sehr gut mit Tieren auskennt, kommt zu Ihnen nach Hause und kann Ihnen all Ihre Fragen beantworten und wertvolle Tipps für den Alltag mit dem tierischen Familienzuwachs geben. Machen Sie sich ruhig im Vorfeld Notizen. Was möchten Sie alles wissen? Welche Informationen fehlen Ihnen noch, um eine endgültige Entscheidung für das ausgesuchte Tier zu treffen? Sind Sie vielleicht unsicher, wie Sie die Eingewöhnungszeit meistern sollen? Haben Sie Fragen zur Fütterung oder Erziehung des neuen Familienmitgliedes? Löchern Sie ruhig den zuständigen Kontrolleur - er wird es Ihnen nicht übel nehmen, sondern mit Freude registrieren, dass Sie sich so viele Gedanken machen!

Jetzt kann es bald losgehen!

Nach der Vorkontrolle wissen Sie meist schon in etwa, wie Ihre Chancen auf das gewünschte Haustier stehen. Der Kontrolleur schreibt einen kleinen "Bericht" an das zuständige Tierheim und wenn alles OK ist, so können Sie in den nächsten Tagen bereits den neuen Familiezuwachs nach Hause holen. Manche Tierheime verfahren allerdings auch anders: sie bringen den tierischen Gesellen direkt zur Vorkontrolle mit und wenn es keine Einwände gibt, so kann er gleich bleiben. Den genauen Ablauf der Vermittlung erfragen Sie am besten in Ihrem Tierheim, da jeder Verein etwas anders arbeitet. Im Regelfall erhalten Sie wenige Wochen nach der "Adoption" noch einmal Besuch vom Tierheim beziehungsweise vom Tierschutzbund. Diese so genannte Nachkontrolle dient dazu, zu prüfen, ob das Tier artgerecht gehalten wird. Natürlich ist auch hier wieder Raum für anstehende Fragen oder Probleme.

Sie sehen - eine Vorkontrolle ist nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Sie selbst können stark von diesem Termin profitieren, wenn Sie die Kontrolle nicht als Kontrolle sehen, sondern als nettes Beratungsgespräch, welches Ihnen helfen wird, sich noch besser auf Ihren neuen tierischen Liebling einzustellen. Die Tierschutzmitarbeiter möchten Ihnen bei der Vermittlung nicht im Weg stehen, sondern schlussendlich auch nur ein glückliches Zuhause für die Tiere finden, in denen sie artgerecht und liebevoll gehalten werden.
Text: K. L. / Stand: 27.07.2019

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