Ein Zweithund kommt ins Haus

Tipps für die Eingewöhnung des Zweithundes

Nach langen Überlegungen ist es nun endlich soweit: der Tag, an dem der Zweithund einzieht, ist gekommen. Bestimmt sind alle in der Familie schon ganz aufgeregt und freuen sich auf das neue Mitglied im Rudel. Damit sich der Zweithund gut einlebt und die Eingewöhnungsphase nicht zum Nervenkrieg für alle Beteiligten wird, ist es wichtig, einige Dinge zu beachten.

Das Betreten des häuslichen Reviers

Im Idealfall konnten sich beide Hunde bereits beim Züchter oder im Tierheim etwas kennenlernen. Vielleicht haben sie schon gemeinsam im Freilauf gespielt oder aber sich erst einmal verhalten beschnuppert. Was kann jetzt noch schiefgehen? Eine ganze Menge! Betritt der Zweithund das neue Zuhause, so dringt er damit in das Revier des ersten Hundes ein. Um diese Situation etwas zu entspannen ist es ratsam, den neuen Hund zuerst in die Wohnung oder das Haus zu lassen. Hier darf er sich ganz in Ruhe umschauen und alles beschnuppern, während der erste Hund in dieser Zeit mit Herrchen oder Frauchen einen Spaziergang unternimmt. Treffen beide Vierbeiner dann zusammen, so ziehen Sie sich etwas zurück, beobachten jedoch die Situation. Gut möglich, dass jetzt mit Knurren und Bellen das Revier verteidigt wird und erstes Dominanzgebaren auftritt. Lassen Sie die Hunde die Lage solange allein klären, wie diese sich nicht ernsthaft gefährden. Erst in diesem Fall müssen Sie eingreifen.

Wer bekommt zuerst das Futter?

Auch bei Hunden, welche sich auf Anhieb gut verstehen, hört beim Fressen die Freundschaft auf. Futterneid ist oft ein großes Thema und keinesfalls sollten beide Fellnasen aus einem Napf gemeinsam fressen. Besser: nacheinander füttern, wobei der neue Hund als zweites seine Mahlzeit bekommt. Nach einigen Tagen (manchmal dauert es auch etwas länger) wird einer von beiden Tieren die Führungsrolle übernommen haben. Dann füttern Sie den "Chef" zuerst. Vorsicht auch beim Kauknochen: geben Sie diese den Hunden niemals, wenn sie nicht die ganze Zeit dabei anwesend sein können. Der Kau-Spaß kann ganz schnell in einen wilden Kampf voller Aggressionen ausarten, weil der eine Hund den Knochen des anderen haben möchte. Sie wissen doch: die Kirschen in Nachbars Garten schmecken immer besser!

Spielzeug

Ähnlich wie beim Futter verhält es sich mit herumliegendem Spielzeug. Egal ob es sich dabei um einen Ball, eine Beißwurst oder eine Quietschente handelt - all diese Dingen können der Auslöser für einen Kampf unter den Hunden sein. Generell sollte den Tieren keinerlei Spielzeug frei zur Verfügung stehen. Das ist bei einem einzeln gehaltenen Hund genauso wichtig wie bei zwei oder drei Vierbeinern.

Gassi gehen

Ganz frische Besitzer eines Zweithundes erkennt man häufig daran, dass sie ziemlich planlos mit zwei verknoteten Leinen auf dem Gehweg stehen und von ihren Fellnasen durch die Gegend gezogen werden. Doch nur die Ruhe! Auch wenn die ersten Spaziergänge noch alles andere als entspannt verlaufen: Übung macht den Meister! Läuft der erste Hund bereits gut an der lockeren Leine, so muss dies der Neuzugang erst noch lernen. Hier sind einige Stunden "Einzelunterricht" angebracht und schon geht das Gassi gehen mit beiden Vierbeinern leichter. Und wie werden die Hunde nun geführt? Nun, im Alltag hat es sich bewährt, beide Tiere an einer Seite laufen zu lassen. Das ist zum einem praktischer, wenn auf dem Gehweg Passanten entgegenkommen und zum anderen wird dadurch vermieden, dass beide Hunde jeweils in eine andere Richtung ziehen. Verbindungsstücke zwischen den Leinen sind nur dann sinnvoll, wenn Ersthund und Zweithund gut miteinander harmonieren und beide das lockere Laufen an der Leine beherrschen.

Bitte keinen Hund bevorzugen

Natürlich ist der neue Hund erstmal der, auf den sich alle stürzen wollen. Er wird gestreichelt und geknuddelt, gekrault und mit Koseworten überschüttet. Der Ersthund kann dabei eine so große Eifersucht entwickeln, dass er entweder gegen den Neuzugang oder gegen seine Besitzer Aggressionen zeigt. Seine Gefühle sind in dem Moment absolut verständlich, denn sicher würden Sie es auch nicht mögen, wenn Ihr Mann oder Ihre Frau Ihnen einen neuen Partner vorsetzt und sich nur noch mit diesen beschäftigt! Auch wenn es schwerfällt: verteilen Sie Ihre Liebe und Zuneigung gleichmäßig und bevorzugen Sie nicht einen der beiden Hunde.

Zwei Hunde bedeuten nicht die doppelte Arbeit. Zwar ist der Aufwand gegenüber nur einem Hund etwas höher, doch dies relativiert sich durch die Freude, welche beide Hunde ihrem Besitzer schenken. Haben Sie auch eine Tierhalterhaftpflicht?
Text: K. L. / Stand: 27.07.2019

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