Ein Tier aus dem Tierheim zieht ein

Katze guckt skeptisch
In den ersten Tagen wird das Tier skeptisch sein
Foto: © Mammut Vision

Ein Tier aus dem Tierheim soll zuhause einziehen

Aufregende Tage liegen hinter Ihnen. Sie haben sich für ein Tier aus dem Tierheim entschieden und dieses bei Ihren Besuchen dort schon etwas kennen gelernt. Vielleicht gab es ja mehrere Bewerber und Sie haben nach langem Warten dann endlich den "Zuschlag" bekommen. Herzlichen Glückwunsch! Nun beginnt für Sie und Ihren neuen tierischen Liebling eine spannende Zeit.

Abschied vom Tierheim

Die meisten Familien holen ihr neues Haustier gemeinsam aus dem Tierheim ab. Nachdem der Schutzvertrag abgeschlossen und die Schutzgebühr bezahlt ist, kann es endlich nach Hause gehen. Katzen und Kleintiere transportiert man am besten im PKW in einer Transportbox. Hunde dürfen in den Kofferraum - dieser sollte allerdings mit einem Gitter beziehungsweise einem festen Gepäcknetz vom Fahrgastraum abgetrennt sein. Im Zoofachhandel sind zudem spezielle Gurte für Hunde erhältlich, mit denen Sie Ihren Vierbeiner auf der Rückbank sichern können. Manche Tierheime füttern die Tiere am Tag der "Abreise" nicht. So soll verhindert werden, dass sie während der Autofahrt erbrechen. Es kann also gut sein, dass sich Ihr neuer Liebling zu Hause erst einmal auf seinen Futternapf stürzt!

Vorbereitungen für das Tier aus dem Tierheim

Zu Hause angekommen lassen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze erst einmal die neue Umgebung erkunden. Die Zeit zum ausgiebigen Schnüffeln muss sein und gibt dem Tier eine erste Orientierung. Lassen Sie Ihrem neuen Gefährten Zeit alles genau zu entdecken und gönnen Sie ihm dann etwas Ruhe. Viele Tiere sind das Autofahren nicht gewohnt und sind allein schon durch den Transport gestresst. Dazu die vielen neuen Eindrücke - es ist doch alles so aufregend! Da kann es schnell passieren, dass eine Pfütze oder ein Häufchen in der Wohnung landet, obwohl das Tier eigentlich stubenrein ist. Bei Kleintieren gestaltet sich der Umzugstag dagegen meist völlig problemlos. Sie fühlen sich im gut ausgestatteten Käfig schnell wohl und heimisch. Egal ob Hund, Hase oder Katze: idealerweise haben Sie vor dem Einzug des neuen Haustieres schon alles vorbereitet. Schlafplatz, Futter, etwas zum Spielen - wer daran bereits im Vorfeld denkt, erspart sich in den ersten Stunden zu Hause viel Stress.

Die ersten Tage mit dem neuen Freund

Noch ist für Ihr neues Haustier alles fremd. Wo findet es sein Futter? An welcher Stelle ist der Schlafplatz? Und wer gehört denn eigentlich alles zur neuen Familie? Besonders bei Hunden ist es wichtig, dass sie genau wissen, welche Menschen von nun an zum Rudel gehören. Daher empfehlen die Tierheimmitarbeiter, das neue Haustier vor dem Wochenende zu sich zu holen und am besten einige Tage Urlaub zu nehmen. Und auch wenn die Freunde oder Verwandten schon neugierig nachfragen und nun auch endlich einmal den tierischen Familienzuwachs kennen lernen möchten: warten Sie damit noch einige Tage! Die Situation mit einem neuen Haustier ist so ähnlich wie diese, wenn eine junge Mutter mit ihrem Baby aus der Klinik nach Hause kommt. Zuerst einmal steht die Eingewöhnung an und Besucher können diese Phase empfindlich stören. Die Eingewöhnungszeit ist von Tier zu Tier verschieden und hat unter anderem viel damit zu tun, aus welchen Verhältnissen Ihr neuer Gefährte kommt. Manche Tiere haben in ihrem Leben schon viel Leid erfahren, wurden misshandelt oder ausgesetzt. Es dauert natürlich seine Zeit, bis sie wieder in der Lage sind, Vertrauen aufzubauen. Mit viel lieben Worten, Ermutigung und Geduld können Sie ihrem Tier helfen, dass es Zutrauen zu Ihnen fasst und bald ein fröhlicher Begleiter wird.

Veränderungen mit Geduld und Humor begegnen

Ein Haustier zu haben bedeutet immer eine große Veränderung. Besonders in den ersten Tagen läuft selten alles glatt und das eine oder andere Missgeschick kann passieren. Vielleicht hat die Katze den Kratzbaum noch nicht für sich entdeckt und wetzt stattdessen ihre Krallen an der neuen Couch. Oder der junge Hund hat die Sache mit der Sauberkeitserziehung noch nicht begriffen und hinterlässt auf dem Teppich im Wohnzimmer eine Pfütze.

Ein Tier bringt nun mal neben jeder Menge Freude auch eine gehörige Portion Trubel mit ins Haus! Sehen Sie's gelassen! Ihr tierischer Liebling muss sich eben erst einmal bei Ihnen eingewöhnen und auch Sie müssen sich auf Ihr neues Haustier einstellen. Neben ganz viel Geduld kann Ihnen dabei auch eine Prise Humor weiterhelfen!

Von Anfang an wichtig: Konsequenz und Respekt

Eingewöhnung hin oder her: ganz wichtig ist vom ersten Tag an eine konsequente Erziehung. Was das Tier darf oder was es lassen sollte - das ist im Vorfeld zu klären. Wenn der Vierbeiner nicht auf das Sofa darf oder für die Katze das Schlafzimmer tabu ist, so sollten Sie das gleich von Anfang an "klarstellen". Im Gegenzug müssen Sie und auch die anderen Familienmitglieder den Ruhe- und Schlafplatz des Haustieres respektieren. Dort wird der Familienzuwachs weder gestreichelt, geknuddelt noch in anderer Art und Weise gestört.

Kosten für das Tier aus dem Tierheim

Im Regelfall richtet ein Kleintier kaum einen Schaden an, und wenn doch, so trifft es meist das Mobiliar der eigenen Wohnung. Ganz anders kann die Situation aussehen, wenn ein Hund zur Familie gehört. Um im Fall der Fälle Sach- und Personenschäden abzudecken, empfiehlt es sich immer, eine Hundehalterhaftpflicht-Versicherung abzuschließen. Informieren Sie sich am besten über die verschiedenen Tarife und entscheiden Sie sich dann für einen Anbieter, bevor Sie Ihren Vierbeiner aus dem Tierheim holen. Ebenfalls wichtig: melden Sie Ihren Hund bei der zuständigen Gemeinde an. Dort entrichten Sie die Hundesteuer und erhalten eine Steuermarke, welche Ihr Liebling immer am Halsband tragen sollte.

Ein Tier aus dem Tierheim ist ein ganz besonderes Wesen - bleiben Sie gespannt, was das Leben mit ihrem neuen tierischen Liebling so alles für Sie bereithält!
Text: K. L. / Stand: 19.10.2020

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