Hund verträgt das Autofahren nicht

Was tun gegen die Übelkeit des Hundes beim Autofahren?

Die meisten Hundebesitzer möchten mit ihrem Tier viel erleben.

Ob lange Spaziergänge durch den Wald, ein Urlaub an der See, die Arbeit auf dem Hundeplatz oder der Besuch von Freunden in der Nachbarstadt - auch die Fellnase hat es gern, zusammen mit ihrem "Rudel" unterwegs zu sein. Wenn da bloß nicht das leidige Thema Autofahren wäre... Nicht alle Hunde lieben den fahrbaren Untersatz und die Gründe dafür können ganz unterschiedlicher Natur sein. Doch im Alltag lässt sich das Autofahren eben manchmal nicht vermeiden und daher ist es auf jedem Fall einen Versuch wert, den Hund daran zu gewöhnen.

Ursachen für die Übelkeit beim Autofahren

Viele Besitzer von Welpen oder Junghunden klagen darüber, dass ihr Liebling regelmäßig im Auto erbrechen muss. Nach dem ersten Lebensjahr verringern sich meist die Probleme, was darauf schließen lässt, dass dann die körperliche Entwicklung inklusive des Gleichgewichtsorganes im Ohr abgeschlossen ist. Doch wie beim Menschen auch sind eben manche Hunde auf diesem Gebiet sensibler als andere und so kann es durchaus sein, dass es auch einem Hund mit 10 Jahren im Auto noch übel wird. Etwas anders sieht es bei sehr ängstlichen Tieren aus. Vielleicht haben sie schlechte Erfahrungen mit dem Auto gemacht oder das komische Ding auf vier Rädern ist ihnen von Anfang an irgendwie unheimlich. Diese Hunde steigern sich so in ihre Angst hinein, dass ihnen dadurch schlecht wird und sie unter Umständen erbrechen müssen.

Manchmal entscheidet der Platz im Auto

Laut Straßenverkehrsverordnung müssen im Auto mitfahrende Hunde ausreichend gesichert sein. Viele Hundebesitzer entscheiden sich für eine Hundebox im Kofferraum. Andere wählen ein Geschirr mit einem Gurt, welcher sich im Schloss des Sicherheitsgurtes verankern lässt. So kann das Tier vorn bei seinem Herrchen oder Frauchen mitfahren. Nun kann es durchaus sein, dass es einem Hund nur hinten in der Box schlecht wird, während er im Fahrgastraum problemlos mitfahren kann. Hier sollten Sie einfach ein wenig experimentieren. Manche Hunde fühlen sich wohler, wenn sie aus der Seitenscheibe herausschauen können, und andere wissen die räumliche Enge einer Hundebox zu schätzen. Auch die Auffassung des Besitzers spielt hier eine Rolle. Ein Hund, welcher ständig erbricht, ist in einer Box schlecht zu "kontrollieren". Befindet er sich aber im Fahrgastraum und ein weitere Person sitzt neben ihm, so kann diese meist recht gut eine Schüssel unterhalten, wenn es wieder mal "soweit ist".
Tipps für das Familienauto

Kein Futter vor der Fahrt!

Um ein Erbrechen möglichst zu vermeiden, sollten Sie Ihren Hund mindestens 4 Stunden vor der Autofahrt nicht füttern. Maximal ein kleines Häppchen Trockenfutter ist erlaubt und auch nur dann, wenn sich der Hund sonst aus Hunger übergeben würde (was manch ein Tier macht). Diese Regel lässt sich natürlich nur bei geplanten Touren einhalten. Ist der Magen leer, so hält sich die Übelkeit meist in Grenzen. Doch manche Fellnasen müssen trotzdem erbrechen, auch wenn es sich dabei eher um ein Würgen handelt, da sich ja kein Futter im Magen befindet.

Achten Sie auf Ihren Fahrstil

Als Fahrer selbst bekommt man viele Bewegungen des Autos gar nicht so intensiv mit. Doch die Insassen, welche auf der Rückbank Platz genommen haben, spüren Kurven und starke Beschleunigungs- oder Abbremsmanöver bedeutend stärker. Treten Sie also nach Möglichkeit nicht abrupt auf die Bremse und legen Sie auch keinen Schnellstart hin. Eine leicht reduzierte Geschwindigkeit und eine gleichmäßige Fahrweise dagegen werden von Hunden (und übrigens auch von Menschen!) als deutlich angenehmer empfunden.

Sanfte Medizin kann Linderung schenken

Die Homöopathie hält einige Mittel bereit, um den Vierbeinern die Fahrt mit dem Auto zu erleichtern. Hier kommen zum Beispiel Cocculus oder Nux Vomica in Frage. Jedoch muss das passende Mittel und die richtige Potenz immer zusammen mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker gefunden werden. Manche Hundebesitzer berichten auch von erstaunlichen Erfolgen nach der Gabe von Bachblüten Rescue-Tropfen oder einem Einzelmittel aus dem Bachblüten-Sortiment.

Reisetabletten für Hunde bei längeren Fahrten

Übergibt sich der Hund immer wieder im Auto, so sehen Besitzer vor allem der Urlaubsfahrt mit Sorgen entgegen. Für diesen Fall haben sich Tabletten gegen Reiseübelkeit bewährt. Vielleicht kennen Sie diese von Freunden oder Bekannten, deren Kinder im Auto erbrechen müssen. Speziell für Tiere gibt es hier jedoch eigene Medikamente - welche genau das sind, das wird Ihnen Ihr Tierarzt sagen.

Das Auto den Bedürfnissen anpassen

Ein sich übergebender Hund im Auto ist immer unangenehm. Vor allem dann, wenn er dabei den Innenraum beschmutzt und der Geruch nach Erbrochenem noch Tage später in der Luft liegt. Doch Sie können einiges dafür tun, dass es nicht soweit kommt. Ist Ihr Hund in einer Box untergebracht, so legen Sie am besten eine (zugeschnittene) Gummimatte hinein. Diese ist schnell herausgenommen und kann mit Wasser abgespült werden. Befindet sich der Hund im Fahrgastraum, so schützen Decken oder Handtücher die Sitzpolster. Auch eine wasserdichte Betteinlage für Babys leistet hier gute Dienste. Der bereits weiter oben erwähnte "Spuck-Napf" kann verhindern, dass sich das Erbrochene auf Sitze oder in den Fußraum ergießt. Zudem sollten Sie immer eine Rolle Küchenpapier und eine Wasserflasche dabei haben, um im Fall der Fälle das Gröbste zu reinigen. In Polstern oder im Fußraum hängender Duft von Erbrochenen kann, wenn das Reinigen mit Wasser nicht ausreicht, mittels eines Duftsprays beseitigt werden. Dieses Spray ist auch speziell gegen Tiergerüche erhältlich.

Gewöhnung an das Auto für ängstliche Vierbeiner

Nicht nur das Gleichgewichtsorgan kann für Übelkeit sorgen, sondern auch Angst und Panik. Ängstliche Hunde müssen zuerst einmal an das Auto gewöhnt werden. Besteht die Möglichkeit, den fahrbaren Untersatz im Garten oder auf einem eingezäunten Grundstück abzustellen, so sollten Sie dies tun. Öffnen Sie alle Türen und streuen Sie ein paar besonders feine Leckerlis in das Auto. Beachten Sie den Hund nicht weiter und lassen Sie ihn das Auto allein erforschen. So verliert er die erste Scheu davor. Ist dieser Schritt gemeistert, so können Sie sich zusammen mit dem Tier in das Auto setzen und beispielsweise ein paar Seiten lesen. Später wird dann der Motor gestartet. Wird dies toleriert, so fahren Sie eine ganz kurze Strecke, steigen aus und spielen mit dem Hund. Das wird solange wiederholt, bis der Hund auf der Fahrt keine Anzeichen von Angst mehr zeigt. Danach werden die Fahrstrecken allmählich verlängert - immer jedoch mit einem lohnenswerten Ziel (zum Beispiel ein Zerrspiel, ein Bad im See, einen Besuch beim Hundekumpel...)

Mit viel Geduld, einem ordentlichen Fahrstil und der nötigen "Grundausstattung für spuckende Vierbeiner" können Sie die Autofahrten für alle Beteiligten angenehmer gestalten. Es lohnt sich wirklich hier Geduld zu haben und sich in kleinen Schritten vorzutasten. So konnte schon manche Fellnase ihre Übelkeit beim Autofahren verlieren.
Text: K. L. / Stand: 22.06.2017

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