Wieviel Kredit kann ich mir leisten?

Antrag für einen Kredit
Wie finde ich den richtigen Kreditrahmen für mich? - Foto: © Janina Dierks - stock.adobe. com

In drei Schritten zu dem Kredit, den Sie sich wirklich leisten können

Eigenheim, Auto oder Reise - es gibt viele Träume, die Sie nicht einfach aus der Haushaltskasse zahlen können. Die Lösung liegt nahe: Warum nicht einfach einen Kredit aufnehmen? Aber einfach ist das natürlich nicht, es gibt viel zu bedenken.
Wie steht es um Ihre Lebenssituation, Ihren Verdienst, die gewünschte Laufzeit.
Wir erklären Ihnen, wie viel Kredit Sie sich leisten können.

1. Schritt: Klarheit über den zu finanzierenden Wunsch

Dieser Schritt mag Ihnen überflüssig vorkommen: Ich weiß doch schon, warum ich ein Darlehen beantragen will! Aber je nach Verwendungszweck unterscheiden sich die passenden Kreditarten. Außerdem verstecken sich hinter vielen vermeintlich klaren Zielen noch Nebenkosten.
Diese sind auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen und können die Höhe des Darlehens, das Sie benötigen, astronomisch steigen lassen.

Ermitteln Sie die tatsächliche Kredithöhe

Wenn Sie von Ihrem Eigenheim träumen, haben Sie bestimmt schon vom Eigenkapital gehört. Für eine Bank beweist das Eigenkapital, dass der Kreditnehmer von sich aus in der Lage ist, Geld anzusparen. Etwa 20 % Eigenkapital sollten Sie für Ihren Immobilienkredit mitbringen. Dazu kommen noch die Nebenkosten. Diese können bis zu 10 % extra auf den Kaufpreis betragen. Doch was umfassen diese genau? Es handelt sich bei dieser Schätzung um Maklerprovision, Notarkosten und Grundbucheintrag, Grunderwerbsteuer, Gutachterkosten sowie eventuell anfallende Modernisierungskosten.
Wir zeigen Ihnen in einer Beispielrechnung, wie diese Kosten den Kaufpreis in die Höhe treiben:

Art der Nebenkosten Höhe der Kosten Summe bei einem Hauskauf
in Höhe von 500.000 Euro
(Bundesland: Hamburg
Grunderwerbsteuer je nach Bundesland
zwischen 3,5% bis 6,5% des Kaufpreises
22.500 Euro
Notarkosten ca. 1% des Kaufpreises 5.000 Euro
Grundbuchkosten ca. 0,5% des Kaufpreises 2.500 Euro
Maklerprovision je nach Bundesland
zwischen 3,57 bis 7,14% inkl. MwSt.
31.250 Euro
Immobiliengutachten je nach Art, Umfang, Verkehrswert 1.000 Euro (geschätzt)
Modernisierungskosten je nach Zustand des Hauses 10.000 Euro (geschätzt)
Gesamt - 72.250 Euro *

* Unsere Beispielrechnung bezieht sich auf einem Hauskauf in Höhe von 500.000 Euro im Bundesland: Hamburg.

Auch bei einem Auto oder Urlaub kann die Summe durch Extras und laufende Kosten schnell steigen. Berechnen Sie die Nebenkosten für einen Kredit mit "spitzer Feder", d.h. rechnen Sie lieber mit zu viel als zu wenig. So bleiben Ihnen unangenehme Überraschungen erspart.

Verwendungszwecke und Kreditarten

Man kann die Verwendungszwecke Ihres Kredites grob in zwei Teile teilen: Verbrauchskredite oder Investitionskredite. Investitionskredite sind zum Beispiel Baufinanzierungen, weil Sie dabei in ein Haus oder eine Wohnung investieren, die im besten Fall sogar eine Wertsteigerung erreichen kann. Zumindest sollte eine Immobilie im Wert stabil bleiben - sonst ist es eine schlechte Investition und Sie sollten dafür kein Geld leihen! Die meisten anderen Kredite sind Verbrauchskredite.
Die Finanzierung eines Urlaubs ist das einfachste Beispiel: Nach der Reise ist das Geld verbraucht und Sie erhalten nichts als Erinnerungen und Fotos zurück. Eine solche Investition ist also nicht wertstabil. Aber auch Autos oder Elektronik sind keine wertstabilen Geldanlagen. Schon, wenn Sie mit dem Wagen vom Hof des Autohauses gefahren sind, hat es ungefähr ein Viertel an Wert verloren (gegenüber dem Listenpreis). Diesen Wertverlust sollten Sie bei Ihrem Kreditplan bedenken.

Die beiden wichtigsten Kreditarten für Privatpersonen sind der Dispositionskredit und der Ratenkredit.

  • Dispositionskredit, kurz "Dispo":
    Wenn Sie Ihr Girokonto überziehen, nutzen Sie automatisch den Dispositionskredit. Solange Sie sich im Minus befinden, berechnet Ihre Hausbank dafür Zinsen. Wie hoch diese sind, erfahren Sie den AGBs Ihres Kontos. Der Dispo reicht sich häufig bei kleineren Träumen, z.B. die Heimkino-Anlage oder eine Urlaubsreise. Sobald Sie wieder Geldeigänge auf Ihrem Konto haben (durch Gehalt oder durch Überweisung von einem Sparkonto), endet der Dispo automatisch. Wie hoch Ihr Disporahmen ist, können Sie mit Ihrer Bank individuell ausmachen. Wenn Sie wenig Überblick über Ihre täglichen Ausgaben haben, kann der Verzicht auf einen Dispo hilfreich sein.
    Mehr Informationen über den Dispokredit
  • Ratenkredit:
    Wer das Wort Kredit nutzt, meint meistens einen Ratenkredit. Dabei wird die Darlehenssumme in einzelne Raten plus Gebühren (als Zinsen) monatlich zurückgezahlt. Ratenkredite begegnen Ihnen an den verschiedensten Stellen: Als Finanzierung für eine Immobilie oder ein Auto oder auch bei der Ratenzahlung im Versandhandel. Viele Ratenkredite sind zweckgebunden, d.h. beim Antrag geben Sie an, wofür Sie das Darlehen nutzen möchten. Daraus ergeben sich unterschiedliche Konditionen.
    Wissenswertes über den Ratenkredit

Unser Tipp:
Sie werden beim Kreditantrag nach dem Verwendungszweck gefragt werden. Wenn Sie schon alle Eventualitäten im Vorfeld bedacht haben, ist ein erfolgreicher Antrag wahrscheinlicher und wird erfahrungsgemäß auch schneller bearbeitet. Die Mühe lohnt sich also!

2. Schritt: Ihre private und finanzielle Situation

Jetzt kennen Sie Ihren Bedarf. Als nächstes ermitteln Sie, wie es um Ihre private und finanzielle Situation gestellt ist.

Ihre Lebensumstände bestimmen Ihr Risiko

Warum ist Ihre private Situation für den Kredit wichtig? Zum einen bestimmt Sie, ob ein Darlehen ein großes Risiko für Sie darstellt.
Eine monatliche Zinszahlung ist für einen gutverdienenden Single mit fester Anstellung ein geringeres Risiko als für einen Alleinversorger mit drei Kindern, der sein Geld im eigenen kleinen Betrieb verdient. Zum anderen sollten Sie auch Ihre Zukunft mitbetrachten: Wollen Sie eine Familie gründen? Steht Ihre Ehe auf wackligen Beinen? Je stabiler Ihr privates Umfeld ist, desto geringer ist das Risiko, das ein Kredit für Sie darstellt. Darüber hinaus werden natürlich auch die Banken Ihre Lebensverhältnisse unter die Lupe nehmen. Selbstständige haben es häufig schwerer, einen Kredit zu bekommen und müssen deswegen mit schlechteren Konditionen rechnen.
Wie Sie bei Ihrer Bank möglichst gute Konditionen heraushandeln, erfahren Sie am Ende des Artikels.

Auf alle Fälle vorbereitet sein

Ein Kredit ist immer ein Risiko, weil er eine Anleihe an die Zukunft ist. D.h. Sie gehen davon aus, dass Ihre Situation stabil bleibt. Aber Sie sollten sich unbedingt Gedanken darüber machen, was im Fall der Fälle passiert. Alleinverdiener sollten Ihre Familie für den Todesfall unbedingt mit einer Risikolebensversicherung absichern.
Achten Sie darauf, dass in der Police eine Restschuldversicherung vereinbart wird. Dann springt der Versicherer im Todesfall in die Finanzierung ein, dies ist besonders bei der Baufinanzierung sehr empfehlenswert! Ohne Absicherung kann ein Kredit bei Arbeitsplatzverlust, Krankheit oder Scheidung schnell zum Mühlstein um den Hals werden. Wägen Sie diese Risiken sorgfältig ab. Aber natürlich gibt es auch im Fall der Fälle Möglichkeiten, die Belastung zu verringern - etwa über eine Aussetzung oder Verringerung der Raten. Sollten Sie dauerhaft in finanzielle Schieflage geraten, helfen unabhängige Stellen, z.B. die Schuldnerberatung.

Checken Sie Ihre Haushaltsfinanzen

Ihre private Situation hat Begleitumstände, die Sie schwarz auf weiß betrachten können: Ihre finanzielle Situation.
Es ist wichtig, dass Sie die Finanzen Ihres Haushalts in allen Einzelheiten kennen um die Frage " Wieviel Kredit kann ich mir leisten? " sinnvoll beantworten zu können!
Sie sollten sich also Klarheit über Ihr Haushaltseinkommen und die laufenden Ausgaben verschaffen.
Zum Einkommen zählen Gehälter oder Verdienste aus selbstständiger Arbeit, staatliche Leistungen wie Kindergeld oder Rente. Zu den Ausgaben zählen Ihre laufenden Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Kleidung, Haushaltsbedarf, Versicherungen, Kosten für Sport und Hobbys und vieles mehr), Miete und Wohnnebenkosten (zum Beispiel Strom, Gas, Heizung, aber auch Telefon und Streaming-Dienste), weitere Verbindlichkeiten sowie je nach Lebenssituation Kosten für Ihr Auto oder auch Unterhaltskosten. Diese listen Sie auf und berechnen Ihren monatlichen Geldfluss. Sie finden dafür hilfreiche Online-Rechner (zum Beispiel). Als Ergebnis sollte nun ein Plus übrig bleiben. Dieses ist die Summe, die Sie maximal monatlich für die Kreditzinsen zahlen können. Reizen Sie diesen Rahmen lieber nicht aus, sondern bewegen Sie sich vor allem bei langen Laufzeiten in einem sicheren Bereich.

Sie wissen nun, wie hoch die Kreditsumme im Extremfall werden kann und welche Summe Sie zur monatlichen Tilgung zur Verfügung haben. Sie können daraus einen Finanzierungsplan erstellen, der die Grundlage für sämtliche Rahmenbedingungen legt: Kredithöhe, Laufzeit, monatliche Belastungsgrenze und alles weitere, was in Ihrem Fall relevant ist. Als nächstes werden Sie lernen, wie Sie das passende Darlehen für sich finden.

3. Schritt: Den passenden Kredit finden

Jetzt haben Sie alle nötigen Infos zu Ihrem Bedarf zusammen. Sie können mit der Suche nach dem Kredit beginnen, der Ihnen die besten Konditionen bietet. Dafür nutzen Sie entweder einen Online-Vergleich oder gehen zu Ihrer Hausbank (und am besten auch noch zu anderen Kreditinstituten, damit Sie vergleichen können).
Wir verraten Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen und mit welchen unterschiedlichen Ansätzen Sie suchen können.

Das Vokabular des Kredits: Zinsen, Laufzeit, Bearbeitungsgebühren und Co.

Auf der Suche nach einem Kredit müssen Sie natürlich die Begriffe kennen, die damit zusammenhängen. Wir erklären Ihnen hier die wichtigsten Vokabeln rund um die Kreditaufnahme:

Bearbeitungsgebühren
Ihre Bank erhält von Ihnen Zinsen - dadurch sind die Bearbeitungsgebühren abgedeckt. Werden trotzdem Gebühren für Dienstleistungen zusätzlich zu den Zinsen verlangt, gilt dies als "unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers" und ist somit unwirksam (§ 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB).
Bitte beachten Sie, dass dies nur für Privatkredite gilt, nicht für gewerbliche.

Bonität - Die SCHUFA sagt wieviel Kredit Sie sich leisten können!
Um Ihre Kreditwürdigkeit - also Ihre Bonität - einschätzen zu können, bewertet das Kreditinstitut Daten aus Ihrem Finanzhaushalt. Dazu gehören Vermögenswerte (z.B. Immobilien), Ihre erwarteten Einnahmen und Ihr bisheriges Zahlverhalten. Dieses wird durch den sogenannten SCHUFA-Score bewertet. Es errechnet sich aus bisherigen Krediten, abgeschlossenen Verträgen und weiteren Daten. Die genaue Berechnung gibt die SCHUFA nicht preis.
Wissenswertes zur Schufa Selbstauskunft

Endfällige Darlehen / Anschlussfinanzierung
Nach Laufzeitende des Kreditvertrages bleibt häufig eine Restschuld bestehen. Wenn diese in einem Betrag am Ende des Darlehenszeit zurückgezahlt werden muss, spricht man von endfälligem Darlehen. Diese wird über einen neuen Kredit - eine sogenannten Anschlussfinanzierung - beglichen. Diese sollten Sie bereits während der Laufzeit des ersten Kredites planen.

Laufzeit
Jeder Kreditvertrag wird über eine bestimmte Laufzeit geschlossen. Ihre Bank plant also mit Ihnen, in welchem Zeitraum Sie den Kredit zurückzahlen und ob eventuell am Ende noch eine Restschuld bestehen bleibt, für die eine Anschlussfinanzierung notwendig wird. Aus der Laufzeit ergeben sich der Sollzins und die Höhe Ihrer monatlichen Raten. Je länger die Laufzeit, desto geringer sind natürlich die monatlichen Belastungen. Aber umso länger sind Sie auch der Bank gegenüber verpflichtet.

Tilgungen und Sondertilgungen
Gemeinsam mit den Zinsen ergeben die Tilgungen Ihre monatliche Belastung. Wenn Ihr Kreditvertrag das Recht auf Sondertilgung beinhaltet, können Sie zusätzlich höhere Tilgungen vornehmen, z.B. nach einer Bonuszahlung oder bei einer Erbschaft. Üblich sind variable Tilgungen oder jährliche Sondertilgungen in einer Höhe von 5 %. Durch die Sonderzahlungen können Sie den Kredit schneller abbezahlen. Aber achten Sie auf die versteckten Kosten: Meist wird ein Sonderzins vereinbart. Rechnen Sie unbedingt aus, ob das Recht auf Sondertilgungen sich bei erhöhtem Zinssatz noch lohnt!

Zinsen: Effektivzins, Nominalzins, Sollzins, Nettozinssatz
Bei den vielen verschiedenen Zinsbegriffen schwirrt einem schnell der Kopf. Dabei ist es eigentlich ganz einfach:
Der Effektivzins gibt an, wie hoch die tatsächlichen Kreditkosten sind. Er setzt sich zusammen aus dem vereinbarten Sollzins und Kreditnebenkosten (z.B. Kontoführungsgebühren, Tilgungssatz, Auszahlungskurs etc.). Der Effektivzins enthält also alle Kosten und sollte die Grundlage Ihres Vergleiches sein. Sollzins, Nominalzins und Nettozinssatz sind unterschiedliche Worte für den gleichen Wert: Dies sind die Zinsen, die die Bank für Ihren Kredit berechnet hat - aber noch ohne die weiteren Kosten. Dieser Wert eignet sich also nur bedingt für einen Vergleich mit anderen Angeboten.
lesen Sie auch: Was ist ein effektiver Jahreszins?

Zinsbindung
Sie können mit Ihrer Bank feste Zinsen über die gesamte Laufzeit oder Änderungen zu gewissen Zeitpunkten vereinbaren. Ob sich die Festschreibung lohnt, hängt vom Zinsniveau beim Abschluss ab. Wenn Sie damit rechnen, dass die Zinsen nach Abschluss steigen, sollten Sie den Zinssatz festschreiben lassen. Im Moment sind die Zinsen recht niedrig, aber natürlich sollten Sie die Entwicklung kritisch beobachten. Eine lange Zinsbindung schlägt sich meistens in höheren Monatsraten nieder.

Kosten für Kredit ausrechnen
Überlegen Sie vorab gut wieviel Kredit Sie sich leisten können und wollen! - Foto: © pictworks - stock.adobe. com

Drei verschiedene Ansätze, einen Kredit zu wählen

Es gibt für Sie drei Wege, Ihre Kreditmöglichkeiten abzuwägen. Der erste Weg geht über die Kreditsumme selbst, der zweite über die Laufzeit und der dritte über die monatlichen Raten, die Sie laut Ihrem Finanzierungsplan maximal stemmen können. Je nachdem, für welchen Weg Sie sich entscheiden, werden sich vermutlich andere Anbieter bei der Suche ergeben.
Diese vergleichen Sie dann anhand des Effektivzinses miteinander.

Weg 1: Kreditsumme

Der einfachste Weg, beim Online-Vergleich einen Kredit zu finden, geht über die Höhe des Kredits. Sie geben dann bei den zahlreichen Vergleichsportalen die gewünschte Kredithöhe ein und vergleichen die Konditionen. Gerade bei sehr geringen Summen (unter 5.000 Euro) und sehr hohen Summen (über 60.000 Euro) ist das Angebot aber dünn. Für Kleinkredite können Sie mit Ihrer Hausbank über eine Erweiterung des Dispos sprechen. Oder Sie nehmen einen sogenannten Minikredit auf. Bei einem Betrag unter 1.000 Euro sind die Vergaben an weniger Regeln gebunden. Unter anderem bedeutet das für Sie,

  • dass die Bearbeitung viel schneller ist (manchmal sogar als Sofortkredit),
  • dass weniger Unterlagen geprüft werden (mehr dazu später)
  • dass Sie die Bank nicht über den Verwendungszweck informieren müssen

Bei hohen Summen über 60.000 Euro sollten Sie direkt nach Anbietern suchen, die sich auf Ihren Verwendungszweck spezialisiert haben (also beispielsweise Baufinanzierung oder Unternehmensgründung). Viele Banken vergeben Kredite in dieser Höhe sonst nicht an Privatpersonen.

Weg 2: Laufzeit

Dieser Weg erscheint auf den Blick ungewöhnlich, aber es gibt durchaus intelligente Anwendungsfälle. Wenn Sie zum Beispiel ein neues Auto kaufen möchten, aber auf keinen Fall länger als 36 Monate Laufzeit haben möchten, könnten Sie anhand der Laufzeit planen. Je nachdem, wie hoch Sie die monatlichen Raten ansetzen, ergeben sich bei der Suche unterschiedliche Kredithöhen.
Sie können darüber regulieren, wie viele Extras Sie sich gönnen und dabei trotzdem in Ihrem monatlichen Budget bleiben können.

Weg 3: monatliche Rate

Auch dieser Weg ist eher ungewöhnlich, aber stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie müssen eine größere Anschaffung machen, z.B. einen Zweitwagen, weil Ihre Familie sich vergrößert hat. In Ihrem engen Haushaltsplan ist aber auf keinen Fall mehr als 100 Euro pro Monat Luft für diese Ausgabe. Beim Online-Vergleich erhalten Sie unterschiedliche Kreditangebote, die andere Kredithöhen oder andere Laufzeiten beinhalten. Sie entscheiden sich natürlich für das Angebot, das bei gleicher Laufzeit einen höheren Kredit gewährt. Achten Sie auf die weiteren Konditionen (vor allem den Effektivzins)!

Unser Tipp:
Der übliche Weg geht über die Suche nach der Kredithöhe und die kosten für den Kredit. Aber in manchen Fällen kann es sich auch lohnen, die Suche mit anderen Kriterien zu starten. Vergleichen sollten Sie immer alle Konditionen!

Extra: So ist Ihr Antrag bei der Bank erfolgreich

Wenn Sie auf Basis Ihrer finanziellen Möglichkeiten den optimalen Kredit für sich gefunden haben, dann geht es an den Antrag. Wenn Sie diesen sorgfältig vorbereiten, steht der Bewilligung und damit Ihrem Traum nichts mehr im Weg!

Wenn Sie sich online um einen Kredit bewerben, kommt es vor allem auf die Vollständigkeit der Unterlagen an. Bei größeren Investitionen, wie etwa einer Immobilie, werden Sie vermutlich nur bei einer Filialbank fündig werden. Im Gespräch gelten ähnliche Regeln wie bei einem Vorstellungsgespräch: Bereiten Sie sich gut vor (bringen Sie Ihren Finanzierungsplan mit und informieren Sie sich über die Konditionen, die das Kreditinstitut anbietet), achten Sie auf eine angemessene Garderobe und überzeugen Sie durch ein sicheres und sympathisches Auftreten! Ihr Berater entscheidet zwar auf Basis harter Fakten, aber auch persönliche Faktoren sind für die Bewilligung entscheidend. Diese Unterlagen sollten Sie für den Antrag vorbereiten- egal ob online oder im persönlichen Gespräch:

  • Einkommensnachweise (Gehaltszettel bei Angestellten, bei Selbstständigen Einkommensteuererbescheide der letzten zwei Jahre & EÜR fürs laufende Geschäftsjahr)
  • Finanzierungsplan
  • Vermögensaufstellungen /mögliche Sicherheiten (Immobilien, Unternehmenswerte)
  • Ggfs: Nachweise über Mieteinkünfte
  • Verbindlichkeiten: laufende Kredite oder Unterhaltszahlungen
  • Aktuelle Versicherungspolicen
  • Für Immobilienkredite: Nachweis von Eigenkapital, Genehmigungen, Flächenberechnungen, Baupläne
  • Personalausweis oder Reisepass
  • SCHUFA-Auskunft

Bitte beachten Sie, dass konkrete Kreditanfragen bei der SCHUFA erfasst werden. Sie sollten also nur dann einen Antrag ausfüllen, wenn Sie wirklich an dem Vertrag interessiert sind.
Kreditanfragen "Nach dem Gießkannenprinzip" verschlechtern Ihre Chancen auf ein Darlehen mit guten Konditionen!
Im Zweifel lassen Sie sich von einem Anwalt beraten. Unser Artikel kann und will nicht den Rat eines Rechtsanwalts ersetzen! Informieren Sie sich auch zum Thema Restschuldversicherung.

Quellenangabe bzw. weiterführende Informationen:

Text: I.S. / Stand: 04.06.2019

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