Wissenswertes zur IBAN

IBAN - Die internationale Kontonummer

Seit dem 1. Februar 2016 hat die IBAN die bisher bestehenden nationalen Kontonummern innerhalb der Europäischen Union ersetzt.

Hintergrund ist die Vereinfachung des Zahlungsverkehrs durch die Verwendung eines einheitlichen Standards. Die IBAN bringt Bankkunden und Banken im Vergleich zu den herkömmlichen Zahlungsdaten viele Vorteile, aber auch Nachteile. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Was ist die IBAN und wie ist sie aufgebaut?

Die Abkürzung IBAN kommt aus der englischen Sprache und steht für International Bank Account Number, also internationale Bankkontonummer. Der Aufbau der IBAN wird durch die ISO-Norm ISO 13616-1:2007 Teil 1 definiert, die durch die Internationale Organisation für Normung (ISO) und das European Committee for Banking Standards (ECBS) erarbeitet wurde. Eine IBAN darf nur durch ein Finanzinstitut herausgegeben werden und höchstens zweiunddreißig Stellen haben. Jede IBAN in Deutschland hat 22 Stellen und beginnt mit dem Ländercode DE. Es folgen eine zweistellige Prüfziffer, die achtstellige Bankleitzahl und die bis zu zehn Stellen lange Kontonummer. Sofern diese kürzer ist, werden die verbleibenden Stellen mit Nullen aufgefüllt. Die IBAN für folgendes fiktives Beispielkonto würde daher wie folgt aussehen:

Beispiel für eine IBAN:

Land: Deutschland
Prüfziffer: 21
Kontonummer: 555555
Bankleitzahl: 11111111

IBAN: DE21 1111 1111 0000 5555 55

Im Schreibverkehr auf Papierformat wird die IBAN meistens in Blöcken mit Leerstellen dazwischen geschrieben. Beim elektronischen Format gilt die Zusammenschreibung.

Die Vorteile und Nachteile der IBAN

Durch die IBAN sollen Missverständnisse im internationalen Geldverkehr vermieden werden, wie sie vor deren Einführung durch den unterschiedlichen Aufbau von Kondodaten in den einzelnen Ländern vorkommen konnten. Eine große Rolle zur ordnungsgemäßen Abwicklung von Buchungen spielt die Prüfziffer. Mit deren Hilfe ist es möglich, die Richtigkeit der Kontonummer und der Bankleitzahl zu überprüfen. Zahlungsaufträge können bei Verwendung der IBAN zudem weitestgehend automatisiert werden, sodass für die Banken mehrere Arbeitsschritte entfallen. Das spart Kosten und beschleunigt den Zahlungsvorgang. Ein Nachteil der IBAN ist natürlich ihre Länge. Allzu einfach kann es hier zu einem Zahlendreher kommen. Entsteht dadurch eine IBAN, die so nicht existiert, wird die Überweisung nicht ausgeführt. Problematischer ist es, wenn eine Zahlung dadurch auf einem falschen Konto landet, denn die Kreditinstitute sind nicht verpflichtet, das Geld zu erstatten. Der Zahlende kann jedoch die Daten des Empfängers anfordern und den Betrag zurückfordern. Wenn sich dieser weigert, macht er sich nach § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) strafbar. Eine IBAN kann man auf verschiedenen Websites im Internet überprüfen lassen. Außerdem bieten die meisten Banken auf ihren Seiten einen IBAN-Generator an, mit dessen Hilfe die internationale Kontonummer berechnet werden kann, wenn die Kontonummer und die Bankleitzahl eingegeben werden.

Der SWIFT-Code beziehungsweise BIC für internationale Transaktionen

Nationale IBAN-Formate werden seit dem Jahr 2007 bei der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) registriert. Diese haben zusätzlich den SWIFT-Code entwickelt, der neben der IBAN bis zum Februar 2016 für Überweisungen innerhalb der Europäischen Union notwendig war. Beim Transfer in Regionen außerhalb der EU wird der Code vorerst weiterhin benötigt. Der SWIFT-Code, auch als BIC bekannt, ersetzte die bisher übliche Bankleitzahl und besteht aus acht oder elf Zeichen. Mit diesen kann jedes Kreditinstitut im internationalen Bankverkehr akkurat identifiziert werden. Die acht Zeichen können Buchstaben oder Ziffern sein. Vier Zeichen definieren den Standort des Kreditinstituts, also Stadt und Land, vier weitere Stellen dienen der konkreten Bankenkennung. Bei elfstelligen Codes kennzeichnen die restlichen drei Stellen gegebenenfalls einzelne Filialen einer Bank.
Text: H. J. / Stand: 22.09.2017

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an Ihre Bank! Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!

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