Senioren Wohngemeinschaften

Senioren Wohngemeinschaft
Gemeinschaftliches Wohnen im Alter - Foto: © deanm1974


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Im Alter in Gemeinschaft wohnen

Es braucht schon etwas Mut sich an den Gedanken zu gewöhnen, sich als ein Mitglied einer Senioren Wohngemeinschaft zu sehen. Und doch wagen immer mehr Senioren diesen Schritt. Aus gutem Grund. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist stark, die Angst vor dem Allein sein groß. Was bei Studenten seit Jahrzehnten beliebt ist, bei jungen Menschen in der Stadt erfolgreich gelebt wird, findet nun auch im Alter Anklang - die Senioren-WG.

Leider sind Senioren Wohngemeinschaften immer noch mit vielen Vorurteilen belegt. Dabei sind sie eine wirkliche Alternative zu Altenheimen oder Pflegeheimen. Die Gemeinschaft steht an erster Stelle. Nicht allein seinen Alltag bestreiten müssen und dennoch auf Wunsch die eigene Tür hinter sich schließen zu können, klingt verlockend. Die rein praktischen Vorteile sprechen für sich. Der Haushalt muss nicht allein bewältigt werden, Entscheidungen werden in der Gemeinschaft getroffen und verantwortet. Von der Einsparung an Mietkosten profitieren die Senioren ebenfalls. Die Miete und die Nebenkosten zu teilen, sind ganz pragmatische Gründe, in eine Seniorenwohngemeinschaft zu ziehen.
Selbstverständlich bleibt auch in einer Senioren-WG ein gewisses Konfliktpotential nicht aus. Das ist nun einmal immer so, wenn mehrere Menschen unter einem Dach leben. Doch im Regelfall finden die Bewohner der WG schnell einen Kompromiss. Es geht dabei immer um ein nachbarschaftliches Verhältnis zueinander.

Gemeinschaftliches Wohnen im Alter

Auch bietet eine Senioren-WG die Möglichkeit, ganz neue Netzwerke zu gründen. Bei einer WG von 3 bis 4 Personen, gibt es auch entsprechend viele Bekannte und Verwandte, die für die Bewohner Unterstützung leisten. Außerdem können gemeinsam Ressourcen genutzt werden. Zum Beispiel ein Fahrservice zum Einkaufen oder den Behörden, der Gang zum Friseur, der Krankengymnastik oder der Ergotherapie. Die Aufgaben im Haushalt werden verteilt. Vielleicht nutzt man eine gemeinsame Reinigungskraft für die Wohnung.

Auch eine Senioren-WG sollte entsprechend dem Alter ihrer Bewohner ausgestattet sein. Das heißt sie sollte einen barrierefreien Zugang haben, entweder im Erdgeschoss ohne Treppen oder mit einem Fahrstuhl. Die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten ermöglicht es den Bewohnern, selbstständig zu bleiben. Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, um die Mobilität aller Bewohner so lang wie möglich gewährleisten zu können. Es ist nicht einfach alle Wünsche aller Bewohner unter einen Hut zu bekommen, doch die gemeinsamen Interessen sollten dabei immer im Vordergrund stehen. Vielleicht hat der eine einen längeren Weg zum Arzt als der andere, oder die Kinder wohnen weiter weg. Bei der noch geringen Zahl an Senioren-WGs müssen die Bewohner schon einmal Kompromisse eingehen.

Schwierig wird es, wenn sich ein Mitglied der WG nicht mehr an der gemeinsamen Arbeit beteiligen kann oder den anderen WG-Bewohnern zur Last wird. Viele Mitbewohner einer WG treffen dann gemeinsam die Entscheidung, dass in einem solchen Fall der Betroffene zugunsten der anderen die Senioren Wohngemeinschaft verlässt. Das gilt natürlich nicht für kleinere Einschränkungen, aber bei intensiver Pflege ist es für die Betroffenen meist besser und auch preiswerter, in ein Pflegeheim oder eine ähnliche Einrichtung umzuziehen.

Senioren Wohngemeinschaften sind eine der Wohnformen im Alter, die sehr lang ein selbstbestimmtes und aktives Leben ermöglichen. Mit Lebensfreude das Alter genießen, gemeinsam mit anderen Menschen und wenn nötig Hilfe zur Selbsthilfe bekommen, so lautet das Motto vieler Senioren Wohngemeinschaften.

Wie finde ich eine Senioren WG?

Zunächst einmal können Sie in den Wohnungsanzeigen der Tageszeitung nachschauen. Im Internet können Sie in den Immobilienportalen suchen. Aber auch eine Nachfrage bei Seniorentreffs oder Pflegediensten kann sinnvoll sein. Gibt es in Ihrer Stadt noch keine Senioren WG, können Sie sich bei Ihrer Krankenkasse informieren was man bei der Gründung beachten muss.
Text: C. D. / K. F. / Stand: 16.05.2017

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