Schufa Selbstauskunft

Text: H. J. (Diplom-Medienberaterin) / Letzte Aktualisierung: 23.11.2020

Schild Schufa
Wissenswertes über die Schufa Selbstauskunft - Foto: © motorradcbr - stock.adobe. com

Die SCHUFA Selbstauskunft - Was sie bedeutet und wofür sie nützlich ist

Wer einen Kredit aufnehmen oder eine Wohnung anmieten möchte, muss oft einen Nachweis über seine Zahlungsfähigkeit vorlegen. Hierfür eignet sich die Bonitätsauskunft der SCHUFA, oft auch Selbstauskunft genannt. Aber auch andere Wirtschaftsauskunfteien bieten einen Bonitätscheck auf Antrag an.

Was macht die SCHUFA?

Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine Wirtschaftsauskunftei, die die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern prüft und dessen Bonität anhand von sogenannten Scores berechnet.
Damit soll beispielsweise herausgefunden werden, ob die finanzielle Situation des Antragsstellers für einen Kredit die Rückzahlung der Raten und Zinsen oder bei einem Wohnungsbewerber die regelmäßige Zahlung von Mieten zulässt.

Zur Berechnung wird eine spezielle Formel herangezogen, die dem Geschäftsgeheimnis der SCHUFA unterliegt.
Die Daten für die Berechnung stammen von allen Vertragspartnern eines Verbrauchers, die diese an die SCHUFA übermittelt haben. Erfasst werden unter anderem

  • alle Konten bei Banken
  • Bestellungen und bezahlte oder unbezahlte Rechnungen bei Versandhäusern und Online-Händlern
  • bestehende Leasingverträge
  • Insolvenzverfahren
  • Mahnverfahren
  • Mietschulden
  • Inkassoverfahren
  • Anträge auf die SCHUFA Bonitätsauskunft durch Dritte, also nicht durch den Verbraucher selbst
  • Lesen Sie auch: Wieviel Kredit kann ich mir leisten?

Daneben spielen aber auch andere Faktoren bei der Berechnung eine Rolle, und zwar:

  • das Geschlecht
  • der Familienstand
  • der Wohnort

Mithilfe der gesammelten Daten berechnet die SCHUFA einen Basisscore. Je höher dieser liegt, umso besser wird die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers eingeschätzt. Generell lässt sich sagen, dass ein ermittelter Basisscore über 97,5 Prozent ein geringes Ausfallrisiko darstellt. Liegt der Score unter 80 Prozent wird bereits ein sehr hohes Risiko angenommen und bei einem Wert von weniger als 50 Prozent ist die Einschätzung des Ausfallrisikos kritisch.

Wann wird eine Bonitätsauskunft benötigt?

Ein Nachweis über die eigene Bonität, also die Zahlungsfähigkeit, kann in den verschiedensten Situationen benötigt werden. Üblicherweise muss so ein Nachweis in den folgenden Fällen erbracht werden:

  • Beantragung eines Kredits
  • Eröffnung eines Girokontos
  • Mieten oder Kaufen einer Immobilie
  • Leasen eines Fahrzeugs

Vor allem dann, wenn der zukünftige Vertragspartner ein sehr hohes finanzielles Risiko eingeht, wie es beispielsweise bei der Überlassung einer größeren Kreditsumme der Fall ist, wird ihm der Bonitätsnachweis sehr wichtig sein.

Hinweis:
In den Medien und im Internet wird oft Werbung für die Vergabe von Krediten ohne vorherige Bonitätsauskunft oder sogar mit einem negativen SCHUFA-Eintrag gemacht. Häufig handelt es sich dabei aber um Kreditinstitute, die im Ausland sitzen oder sich die Kreditvergabe mit extrem hohen Zinsen sowie Gebühren bezahlen lassen. Vorsicht ist auf alle Fälle geboten, wenn Anbieter schon vor der Unterzeichnung eines Kreditvertrags Gebühren oder Vorschüsse verlangen. Im schlimmsten Fall wird die Kreditsumme dann nie an den Kreditnehmer überwiesen und das bereits gezahlte Geld ist unwiderruflich verloren.

Bonitätsauskunft bei der Schufa
Eine Auskunft bei der Schufa kostenlos anfordern - Foto: © marcus_hofmann - stock.adobe. com

Wer darf die SCHUFA Bonitätsauskunft beantragen?

Jeder deutsche Bürger hat einmal im Jahr das Recht zu erfahren, welche personenbezogenen Daten Unternehmen über ihn gespeichert haben. Grundlage hierfür sind Artikel 15 der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) und § 34 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz). Das gilt auch für die Bonitätsauskunft der SCHUFA. Ein Kreditgeber, ein Immobilienmakler oder ein Vermieter dürfen Auskünfte über die Bonität ihres Vertragspartners normalerweise nicht ohne dessen schriftliche Einwilligung einholen. Von dieser Regel gibt es allerdings eine Ausnahme, und zwar dann, wenn ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden kann, beispielsweise weil die materielle Vorleistung sehr hoch ist. In diesem Fall muss der Vertragspartner allerdings vorher darauf ausdrücklich hingewiesen werden, um eventuell Abstand zu nehmen.

Hinweis:
Ein Antrag auf Bonitätsauskunft durch Dritte kann sich nachteilig auf den Bonitätsscore auswirken, da solche Anfragen durch die SCHUFA gespeichert werden. Besser ist es daher, die Bonitätsauskunft selbst einzuholen. Bei der Bewerbung um eine Wohnung kann es zudem von Vorteil sein, wenn die Auskunft bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden kann.

Was ist die SCHUFA Selbstauskunft?

Die SCHUFA bietet verschiedene Produkte an, mit denen Verbraucher nicht nur ihre Bonität beweisen, sondern auch regelmäßig Einblick in die über sie gespeicherten Daten nehmen können. Wie bereits erwähnt, hat jeder Bürger einmal jährlich das Recht auf eine kostenlose Auskunft. Diese, früher als SCHUFA Selbstauskunft bekannt, wird inzwischen als sogenannte Datenkopie ausgehändigt.

Eine Schufa Selbstauskunft kostenlos anfordern - Die kostenlose Datenkopie als Selbstauskunft

Die kostenlose Selbstauskunft der Schufa also die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der DSGVO kann auf der Website der Auskunftei beantragt werden. Leider ist der Zugang zu dieser Selbst- beziehungsweise Eigenauskunft etwas versteckt. Der Link dazu findet sich unter
meineschufa.de -> Produkte -> Datenkopie.
Der Antrag kann online ausgefüllt werden. Der Bonitätscheck durch die SCHUFA wird daraufhin einige Tage dauern. Im Anschluss wird die Datenkopie per Post zugestellt. Sie enthält unter anderem neben dem Namen, der Adresse und dem Geburtsdatum des Antragstellers auch diese Schufa Auskünfte kostenlos:

  • sämtliche Daten, die Vertragspartner der SCHUFA gemeldet haben, beispielsweise Angaben zu Kreditverträgen
  • die bestehenden oder gekündigten Konten bei Banken
  • missbräuchliche Nutzung von Geldkarten oder Konten
  • Kundenkonten bei Versandhäusern oder bei Online-Händlern
  • Auch noch offene oder fällige Forderungen durch Vertragspartner stehen in der kostenlosen Selbstauskunft

Die kostenpflichtige SCHUFA-BonitätsAuskunft

Die Datenkopie wird von manchen Kreditgebern oder Vermietern als Bonitätsauskunft nicht als ausreichend erachtet. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte daher die kostenpflichtige SCHUFA-BonitätsAuskunft beantragen, die gegen eine Gebühr von rund 30 Euro als fälschungssicheres Zertifikat ausgestellt wird. Der Ausdruck erfolgt in diesem Fall auf einem Spezialpapier mit Wasserzeichen. Außerdem erhält der Antragsteller Zugriff auf eine Online-Version, die umgehend beispielsweise an den zukünftigen Vermieter weitergeleitet werden kann. Bei der kostenlosen Datenkopie gibt es diese Möglichkeit nicht.

Weitere Produkte der SCHUFA

In bestimmten Situationen kann es möglich sein, die bei der SCHUFA gespeicherten Daten über einen längeren Zeitraum im Blick zu behalten. Hier bietet sich eines der drei kostenpflichtigen Abonnements an:

  1. meineSCHUFA kompakt
  2. meineSCHUFA plus
  3. meineSCHUFA premium

Wer führt außerdem Bonitätsprüfungen durch?

Neben der SCHUFA geben noch weitere Auskunfteien Auskünfte über die Bonität wie zum Beispiel:

  • CRIF Bürgel
  • Creditreform Boniversum
  • infoscore

Außerdem können die eigenen Bonitätsdaten bei einigen Internetportalen online im Internetbrowser oder mittels einer App auf dem Smartphone überprüft werden. Erforderlich hierfür sind in der Regel zuvor die Registrierung und eine Identitätsprüfung, beispielsweise durch den Personalausweis. Anbieter sind unter anderem:

  • bonify
  • Score Kompass

Lesen Sie die AGB und die Datenschutzerklärung der Anbieter bevor Sie eine Bonitätsauskunft beantragen!
Wer auf Wohnungssuche ist, sollte schon bei der Wohnungsbesichtigung eine aktuelle Selbstauskunft vorweisen. Spätestens bei der Wohnungsbewerbung wollen viele Vermieter dieses Dokument sehen.
Alle Angaben ohne Gewähr!

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