Wieviel Fernsehen für Kinder?

Junge guckt im Bett Fernsehen
Zum Einschlafen noch etwas Fernsehen?
Foto: © M.W.


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Auch Fernsehen muss von Kindern erlernt werden

Kinder lieben Fernsehen. Die bunten und bewegten Bilder, mit Musik und Spannung faszinieren sie.

Wenn es nach ihnen ginge, würden sie weit mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen, als es gut für sie wäre. In diesem Moment ist die Verantwortung der Eltern gefragt. Sie sollten je nach Alter des Kindes den Fernsehkonsum einschränken und passend dazu das Programm wählen. Unumstritten ist, dass zu viel Fernsehen den Kindern schadet.

Zu hoher Fernsehkonsum hat besonders in den frühen Jahren der Kindheit starke Auswirkungen für das restliche Leben. Kinder die sehr viel Fernsehen, leiden oft an Übergewicht. Es fehlt an Bewegung. Zu viel Zeit vor dem Fernsehgerät kann eine Teilursache für Typ - 2 - Diabetes sein. Vom gesundheitlichen Aspekt einmal abgesehen, kann zu viel TV Aggressionen bei Kindern hervorrufen, insbesondere, wenn es die falschen Sendungen sieht. Auch Schwierigkeiten in der Schule, gerade in Fächern wie Mathematik oder Lesen, können die Folge sein. Kinder, die sehr viel Zeit vor dem Fernseher verbringen, erreichen leider häufig nur niedrige Schulabschlüsse.

Wie lange sollten Kinder fernsehen dürfen?

Umso wichtiger ist es, als Eltern in einer Vorbildfunktion für die Kinder zu fungieren.

Kinder ahmen ihre Eltern nach und schauen sich das Verhalten ab. Doch Kinder verarbeiten das Gesehene anders als Erwachsene. Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren können die fiktive TV Welt nicht von der Wirklichkeit unterscheiden. Für sie ist es real. Erst im Vorschulalter erkennen sie, dass es sich nur um eine Geschichte handelt. Während der Grundschule trennen die Kinder dann Wirklichkeit und Fiktion. Noch können sie sich aber nicht wirklich von der Geschichte lösen und ausreichend distanzieren. Als Konsequenz können Probleme in der Verarbeitung des Gesehenen auftreten, zum Beispiel dass das Kind nachts Schwierigkeiten beim Schlafen oder Albträume hat. Schnelle Bildfolgen überfordern auch noch Kinder im Grundschulalter.

Kinder im Alter von bis zu zwei Jahren sollten täglich maximal 15 bis 20 Minuten fernsehen, drei bis fünf Jährige nicht mehr als 20 Minuten bis eine halbe Stunde. Ab dem Schulalter dürfte es theoretisch sogar eine Stunde werden. Erst mit zehn Jahren ist eine Fernsehdauer von eineinhalb Stunden am Tag in Ordnung. Die Zeitangaben verstehen sich jeweils als Maximum, empfehlenswert ist trotzdem weniger TV. Fernsehen ist bei der richtigen Auswahl nicht schlecht für Kinder, aber wie so oft im Leben ist es nur in Maßen sinnvoll. Fernsehen kann Wissen vermitteln, mit dem die Kinder wahrscheinlich anderweitig nie in Kontakt gekommen wären. Und doch: Die Phantasie und das logische Denken eines Kindes schult man am besten statt mit dem Fernseher durch Lesen. Es zwingt die Kinder das Gehörte in der eigenen Gedankenwelt in Bilder umzuwandeln, statt es wie im Fernsehen nur fertig präsentiert wie ein Schwamm aufzusaugen.

Feste Fernsehzeiten

Fernsehen kann eine feine Sache sein, zum Beispiel als Belohnung. Doch lassen Sie ihr Kind nicht allein vor dem Fernseher, auch wenn es verlockend ist, dass plötzlich Zeit für andere Arbeiten übrig bleibt, ohne dass ein Kind dabei die Wohnung verwüstet. Feste Fernsehzeiten helfen den Kindern auch, Struktur in den Tag zu bekommen. Zwischen dem Fernsehkonsum und der Schlafenszeit sollten Sie als Eltern dem Kind genügend Zeit einräumen, das Programm zu verarbeiten. Ein junges Kind braucht dafür ca. eine Stunde. Sie als Eltern können auch über die Sendung mit ihrem Kind reden und dabei helfen, das Gesehene zu verarbeiten. Lassen Sie ihre Tochter oder ihren Sohn doch einfach die Geschichte nacherzählen, so fördern sie noch die Sprache, die Phantasie und das Erinnerungsvermögen ihres Kindes.
Text: C. D. / Stand: 13.12.2018

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