So kann Baby trinken lernen

Text: K. L. (Stillberaterin und selber Mutter von 3 Kindern) / Letzte Aktualisierung: 28.04.2026

Baby beim trinken lernen
Ein Trinklernbecher hilft Baby beim trinken lernen - Foto: © master1305 - stock.adobe.com

Eine erfahrene Mutter erklärt in diesem Artikel wie Sie Ihr Baby beim Trinken lernen unterstützen können.

Nach dem Stillen muss das Baby trinken lernen

Muttermilch oder künstliche Säuglingsnahrung bestimmen die ersten 6 Monate im Leben eines Kindes dessen Speiseplan. Während dieser Zeit braucht das Baby in der Regel keine weitere Flüssigkeit - Ausnahmen sind sehr heiße Tage, Fieber oder starkes Schwitzen, dann darf etwas Wasser oder ungesüßter Tee angeboten werden. Etwa ab dem 6. Lebensmonat kommt die erste Beikost hinzu und nun wird es notwendig, sich über geeignete Getränke und darüber, wie das Baby trinken lernt, Gedanken zu machen.

Wie Baby mit einem Becher trinken lernen kann

Viele Eltern bieten ihrem Baby zuerst einen so genannten Trinklernbecher an. Dieser hat eine kleine "Schnauze", aus der das Baby - ähnlich wie bei einer Flasche - die Flüssigkeit heraussaugen kann. Eine Dichtung verhindert das Auslaufen, was für unterwegs praktisch ist. Trinklernbecher sind aber nur als Übergangslösung gedacht: Logopäden und Zahnärzte raten, möglichst früh auf einen offenen Becher oder einen Becher mit 360-Grad-Rand zu wechseln. Die Saugbewegung am Schnabel ähnelt zu sehr dem Saugen an Brust oder Flasche und kann bei dauerhafter Nutzung die Mund- und Kieferentwicklung beeinflussen.

Babys sind recht neugierige kleine Persönlichkeiten und eifern mit Vorliebe den Erwachsenen nach. Das ist beim Trinken lernen genauso. Ab etwa dem 6. Lebensmonat können Sie Ihrem Baby Wasser oder ungesüßten Tee aus Becher oder Tasse anbieten. Das wirklich selbstständige Trinken aus einem offenen Becher gelingt den meisten Kindern aber erst zwischen dem 9. und 12. Lebensmonat - vorher braucht es noch viel Übung und Geduld. Natürlich geht am Anfang noch das meiste daneben, denn die Kleinen müssen erst das richtige Gefühl für diese bis dahin unbekannte Tätigkeit erlernen. Sie als Eltern können einiges dafür tun, damit dieser Lernprozess nicht zu Stress und Unbehagen führt. Wichtig ist zunächst einmal die Wahl des richtigen Trinkgefässes. Besonders geeignet sind Kunststoffbecher, welche einen gut abgerundeten Rand haben. Aber auch eine stabile, dickwandige Tasse kann verwendet werden. Dünnwandige oder zerbrechliche Gläser sollten Sie für kleine Kinder vermeiden - bei einem Sturz brechen sie schnell und es besteht eine erhebliche Schnittgefahr durch Scherben.

Nehmen Sie sich für die ersten Trinklernversuche Zeit und überstürzen Sie nichts. Halten Sie Ihr Baby beim Trinken aufrecht auf Ihrem Schoß und geben Sie zunächst einmal ganz wenig Wasser oder Tee in den Becher. Ihr Baby wird sicherlich erst einmal seine kleine Finger eintauchen und so die neue Situation erkunden. Lassen Sie es ruhig gewähren. Vielleicht führt es dann ja schon den Becher zum Mund und wagt seine ersten richtigen Trinkversuche.

Welches Getränk ist aber nun für Ihr Baby geeignet?

Nun, am besten ist es, wenn Sie Ihrem Kind Wasser anbieten. Viele Mineralwässer sind für die Babynahrung geeignet und sind auch in der Variante ohne Kohlensäure erhältlich. Wenn Sie Ihr Baby an einfaches Wasser gewöhnen, so wird es dies auch später ohne Probleme trinken. Anders ist es, wenn Sie gleich mit gesüßtem Tee oder gar mit Saft anfangen. Dann kann es nämlich sein, dass Ihr Kind Wasser oder Tee verweigert und eine Vorliebe für süße Getränke bekommt. In Hinblick auf die Zahngesundheit wäre das nicht besonders förderlich. Wasser hat zudem noch einen weiteren Vorteil: es klebt nicht und hinterlässt keine Flecken auf der Kleidung oder dem Teppichboden. Das ist besonders in der Anfangszeit wichtig, wenn sich Ihr Kind beim Versuch zu trinken den Becherinhalt über den Kopf gießt.

Manche Eltern bieten ihrem Baby zum Trinken auch jenseits des 6. Lebensmonates eine Flasche mit Sauger an. Das wirkt sich nicht nur ungünstig auf den Kiefer aus, sondern kann, besonders in Kombination mit gesüßten Getränken, auch zu Zahnkaries führen. Kinderärzte und Zahnärzte empfehlen, spätestens im zweiten Lebensjahr (also zwischen 12 und 18 Monaten) auf Becher oder Tasse umzustellen und die Flasche nicht zum Einschlafen zu geben. Lesen Sie auch unsere Tipps zur Babypflege.

Häufige Fragen zum Trinken lernen

Ab wann sollten Babys aus dem Becher trinken?

Ab dem 6. Lebensmonat können Sie Ihrem Baby Wasser oder ungesüßten Tee aus dem Becher anbieten. Das wirklich selbstständige Trinken klappt aber meist erst zwischen dem 9. und 12. Lebensmonat - vorher landet das meiste daneben, was zum Lernprozess dazugehört. Ab dem ersten Geburtstag sollte zunehmend der offene Becher zum Einsatz kommen, weil dieser die Mund- und Zungenmuskulatur besser fördert.

Welcher Becher ist für Babys geeignet?

Für den Anfang sind Trinklernbecher mit Schnabelaufsatz oder Strohhalm praktisch, sollten aber nur als Übergangslösung dienen. Logopäden und Zahnärzte empfehlen den frühen Wechsel zu offenen Bechern oder Bechern mit 360-Grad-Rand, da diese die natürliche Trinkbewegung schulen. Dünnwandige oder zerbrechliche Gläser sollten Sie für kleine Kinder vermeiden - Bruch- und Schnittgefahr.

Was sollte ein Baby trinken?

Wasser ist ideal. Auch ungesüßter Kindertee eignet sich, sollte aber nicht zur Gewohnheit werden. Süße Getränke, Saft und Limonade gehören nicht in die Babyflasche - sie schaden Zähnen und gewöhnen das Kind an Süße.

Wie viel sollte ein Baby trinken?

Im ersten Lebenshalbjahr deckt Muttermilch oder Pre-Nahrung den Flüssigkeitsbedarf vollständig. Ausnahmen sind sehr heiße Tage, Fieber oder starkes Schwitzen - dann darf etwas Wasser angeboten werden. Mit Beginn der Beikost reichen 100 bis 200 ml Wasser am Tag. Im zweiten Lebensjahr sollten es etwa 600 ml zusätzlich sein.

Entwicklung vom Baby: