Entwicklung des Kindes im 5. Lebensjahr

Mutter bringt ihrer Tochter das Fahrrad fahren bei
Im 5. Lebensjahr lernen viele Kinder Fahrrad fahren
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Wichtige Entwicklungsschritte im fünften Lebensjahr

Nach dem vierten Geburtstag Ihres Kindes wird das Fragespiel "Warum?" ein neues Level erreichen. Nun versuchen die Kinder Sachverhalte und Funktionen tiefgründiger zu verstehen. Die ersten Schimpfwörter und Lügen werden aus dem Kindermund sehr zum Leidwesen der Eltern ertönen. Vielleicht erobert es mit dem Fahrrad nun schon seine Welt. Bis Ihr Kind das sechste Lebensjahr erreicht, wird es bereits rund 24.000 Wörter verstehen können.

Das Fragealter

Das fünfte Lebensjahr gilt als klassisches Fragealter. Hat sich das Kind früher noch mit einfachen Worten abspeisen lassen, will es nun Hintergründe genauer erfahren. Das dauernde Nachhaken der Mädchen und Jungen kann Eltern sehr belasten, dennoch ist es wichtig, den wissbegierigen Kleinen als Erwachsener kurze und altersgerechte Antworten zu geben. Möglich wird das Ausformulieren der Fragen eines Kindes durch den neugewonnenen großen Wortschatz. Aktiv nutzen sie rund 5000 Wörter, können jedoch bis zu ihrem fünften Geburtstag bereits 24.000 Wörter verstehen. Darunter fallen auch die ersten Schmipfwörter, die Eltern oft nur mit Verwunderung und Entsetzen vernehmen. Meist schnappen die Kleinen diese Worte auf, verstehen sie noch nicht wirklich, aber erkennen, dass sie eine besondere Reaktion der Erwachsenen hervorrufen. Das ist völlig normal. Nun sollte Ihr Kind auch bereits in der Lage sein, Sätze korrekt zu bilden sowie Nebensätze zu verwenden. Außerdem ist es in der Lage, Lautverbindungen und einzelne Laute richtig auszusprechen. Aus dem "Sneemann und dem Slitten" wird nun der "Schneemann und der Schlitten". Ohne Probleme benennt ein Kind im 5. Lebensjahr die wichtigsten Farben. Die Sprachentwicklung bei Kindern

Die motorischen Fähigkeiten entwickeln sich rasant

Besonders auffällig in diesem Lebensabschnitt ist das Festigen und Erweitern der bisher erlernten motorischen Funktionen. Der Bewegungsdrang der Kleinen ist kaum noch zu bändigen. Die ersten Versuche auf dem Fahrrad oder Laufrad stehen an! Bereits jetzt kann es auf einem Bein hüpfen oder einen Schlusssprung ausführen. Das Gefühl für Rhythmus und Gleichgewicht verbessert sich ebenso markant, wie die räumliche Orientierung der Kinder. Nicht minder auffällig, ist die schnellere Reaktionsfähigkeit der Mädchen und Jungen. Feinmotorisch wird sich in diesem Lebensjahr auch sehr viel bewegen. Die einzelnen Striche und Flächen, welche es noch vor kurzem unsicher zeichnete, werden zu Männlein mit ungefähr vier Teilen (Kopf, Rumpf, Beine, Arme). Auch stellt es keine Probleme mehr dar, mit einer Schere einen Kreis auszuschneiden. Die Kreativität von Kindern fördern

Regeln und Disziplin

Besonders im 5. Lebensjahr empfinden Eltern ihr Kind oft als sehr aufmüpfig. War es im dritten Lebensjahr noch die Trotzphase, handelt es sich nun vielmehr um ein Austesten. Wie weit kann ich gehen? Was geschieht? Auch wenn diese Phase oft ärgerlich ist, benötigen sie die Kinder, um ihre Grenzen abzustecken und damit für sich einen sicheren Raum zu definieren. Immer öfter wird sich ihr Kind Dingen verweigern, die vorher selbstverständlich waren. Es geht häufiger bewusste Gefahren ein und versucht Grenzen zu überschreiten. Etwa will es allein über die Straße gehen oder sich weit aus dem Fenster lehnen. Dabei erschließt sich Ihrem Kind auch das Konzept von gut und böse. Dennoch hat es unterdessen die Fähigkeit entwickelt, Regeln anzuwenden und diese auch zu akzeptieren. (Wenn Kinder sich nicht an Regeln halten) Eltern sind oft geschockt, wenn sie ihr Kind das erste Mal beim bewussten Lügen ertappen. Auch dies ist ein Experiment, indem dem Kinder ganz natürlich herausfinden wollen, was geschehen wird. (Was tun, wenn Kinder lügen?)

Die Fee im Baum und das Monster unterm Bett

Die Phantasie der Kinder im 5. Lebensjahr kennt keine Grenzen. Trotzdem lernen sie in diesem Lebensabschnitt, die Wirklichkeit von der Phantasie immer öfter zu trennen. Mit großem Vergnügen erfinden sie phantasiereiche Rollen und schulen dabei im bevorzugten Spiel mit anderen Kindern ihre soziale Kompetenz. Auch der Umgang und das Verarbeiten von Gefühlen fällt ihnen dadurch leichter.

"Woher kommen die Babys?"

Der Wissensdurst der Kinder macht auch vor dem Thema Sexualität keinen Halt. Fragen wie "Woher kommen die Babys oder was unterscheidet Mann und Frau?" sind nun keine Seltenheit mehr. Die Mädchen und Jungen beginnen immer öfter zu vergleichen und zu hinterfragen: Warum hat Mama große Brüste und Papa nicht? Bereits jetzt verstehen die Kinder diese Sachverhalte, wenn ihre Fragen offen, korrekt und kindgerecht erklärt werden anstatt sie zu tabuisieren.
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Entwicklung des Kindes im 6. Lebensjahr
Text: C. D. / Stand: 30.11.2019

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