Sexualentwicklung von Kindern

Wichtige Entwicklungsschritte der Sexualentwicklung

Im Verlauf der Kindheit und Jugend entdecken die Heranwachsenden mit großem Interesse ihren Körper. Die kindliche Sexualentwicklung ist damit eine grundlegende Vorstufe der späteren Sexualität als Erwachsener. Durch ein angemessenes Körpergefühl, eine solide emotionale Basis und einen sicheren Umgang mit Sexualität erleben die Kinder später als Erwachsene lustvolle und erfüllte Momente. Der Grundstein wird also bereits im Kindesalter gelegt.

Die Neugier auf den eigenen Körper im Säuglings- und Kleinkindalter

Kaum dass ein Kind seinen zweiten Geburtstag feiert, erkennt es bereits, dass Mädchen und Jungen im Äußeren voneinander abweichen. Die Frage nach den genauen Unterschieden taucht auf und das Interessen an den Geschlechtsorganen anderer stellt sich ein. Bis dahin erforscht das Kind sogar schon als Säugling seinen eigenen Körper, den Penis oder die Scheide eingenommen. Das erlangte positive Gefühl führt dazu, dass sogar Säuglinge ihre Genitalien spielerisch manipulieren und das Gefühl von Nacktheit genießen. Jungen zeigen dies oft intensiver als Mädchen. Auch wenn es auf die Eltern befremdlich wirkt, wenn etwa der Sohn bereits als Baby eine Erektion hat, ist diese Entwicklungsphase völlig normal und gesund. Bis zum dritten Lebensjahr suchen die Kinder Erklärungen für die Unterschiede von Mann und Frau, sie bezeichnen die Geschlechtsteile mit einem Namen. Eltern sollten von Anfang an ihr Kind darin unterstützen, die Körperteile korrekt zu benennen. Die spielerische sexuelle Manipulation von Mädchen wie auch Jungen sind keineswegs Fehlentwicklungen. Dennoch liegt es im Interesse von Kindern und Eltern, den Heranwachsenden zu erklären, dass das Verhalten in bestimmten Situationen wie im Restaurant oder während der Anwesenheit von Gästen unerwünscht ist. Kinder diesen Alters verstehen solche Regeln durchaus. Ungefähr im vierten Lebensjahr ordnen sie auch sekundäre Geschlechtsmerkmale Männern und Frauen zu. Lange Haare, Ohrringe und Kleidung helfen den Kindern, die Geschlechterrollen zu unterscheiden. Jetzt wird auch das Kind die berühmte Frage stellen: "Woher kommen eigentlich die Babys?". Aufklärung für Kinder

Das Finden der Geschlechterrolle im Vorschul- und Grundschulalter

Bereits als Vorschulkind wissen die Mädchen und Jungen die Unterschiede zwischen Mann und Frau sehr gut. Sie sind stolz darauf, sich zuordnen zu können und identifizieren sich damit. Entsprechend offen zeigen sie ihre Geschlechtsorgane, was zwar im Rahmen einer völlig normalen sexuellen Entwicklung liegt, die Eltern aber oft schockiert. Mit 5 bis 6 Jahren beginnen die Kinder, erste "Doktorspiele" zu entdecken. Die kindliche Neugier veranlasst die Heranwachsenden nun, sich mit den Geschlechtsorganen Gleichaltriger zu beschäftigen. Sie erforschen Gemeinsamkeiten oder Unterschiede, wie etwa Größe, Hautfarbe und Ausprägung. Dadurch erlangen sie ein großes Stück Selbsterkenntnis, was wiederum von beachtlicher Bedeutung für ihre spätere Sexualität ist. Da sich die Mädchen und Jungen immer mehr Erfahrungen und Sachwissen aneignen, wächst auch die Scham und Verlegenheit. Sexuelle Tabus, die ihnen durch die Gesellschaft vermittelt werden, verunsichern die Kinder zusätzlich. Sie testen aus, wie ihre Umwelt auf sexuelle Anspielungen reagiert. Obszöne Wörter, provokante Witze oder "eindeutig zweideutige" Bemerkungen sind unvermeidlich. Hinzu kommt die Tatsache, dass bereits in der Grundschulzeit erste Hormone der vorpubertären Phase ausgeschüttet werden und das Interesse am anderen Geschlecht wächst. Bis zum zwölften Geburtstag erleben viele Mädchen die Menarche (erste Periode) und sind damit geschlechtsreif. Nun könnten sie theoretisch bereits schwanger werden. (Pubertät bei Mädchen) Jungen erfahren bis dahin meist ihre erste Ejakulation (Ejakularche). (Pubertät bei Jungen) Durch die weit verbreitete Unsicherheit versuchen Kinder oft durch Medien Antworten zu erlangen. Gerade jetzt ist die vertrauensvolle Aufklärung durch die Eltern ein wertvoller und unerlässlicher Begleiter für die Kinder.

Pubertät und erste sexuelle Erfahrungen

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die in ihrer Untersuchung "Jugendsexualität 2010" 3542 Jugendliche befragte, hatten mehr als die Hälfte der Teenager bis zu ihrem 17. Geburtstag bereits Sexualverkehr. Dies ist wenig verwunderlich, wird der pubertierende Körper der Jungen doch mit dem Geschlechtshormon Testosteron und der der Mädchen mit Östrogenen geflutet. Die psychischen wie auch körperlichen Veränderungen führen dazu, dass sich auch sexuell vieles wandelt. Erotische Phantasien oder Träume gehören ebenso wie Masturbation, Küssen, Petting und Geschlechtsverkehr zu den Dingen, die Kinder und Jugendlichen beschäftigen. In Zeiten medialer Vernetzung ziehen oftmals Teenager Informationen zu diesen Themen aus dem Internet oder dem Fernsehen. Im Sinne einer gesunden sexuellen Entwicklung obliegt auch in diesem Zusammenhang den Eltern die Aufklärung über Realität und Kommerzialisierung von Bildern im Netz. Nicht selten erlangen die Teenies durch Fehlinformationen ein völlig verklärtes Bild über die Geschlechterrollen sowie die Sexualität von Frauen und Männern. Lesen Sie auch: Das erste Mal

Kindliche Sexualität und Missbrauch

Im Rahmen der Sexualentwicklung sowie Aufklärung von Mädchen und Jungen nimmt das Thema "Missbrauch" eine wichtige Rolle ein. Eltern sollten ihre Kinder in dem selbstbestimmten Zulassen oder Verweigern von Berührungen unterstützen und ihnen schon früh mit auf den Weg geben, welche Zuwendungen tabu oder in Ordnung sind. Indizien für einen sexuellen Missbrauch lassen sich anfangs meist schwer deuten. Oftmals liegen die Auffälligkeiten in aggressivem Benehmen oder völligem Rückzug der Kinder. Auch frühreifes oder vollkommen unangemessenes sexuelles Verhalten könnten auf einen Missbrauch hinweisen. Mitunter spielen die Kinder mit ihren Puppen ihre Erlebnisse nach, etwa das Einführen von Gegenständen in die Vagina oder aber den Anus. Teilweise zeigen die Kinder jedoch auch keinerlei Veränderungen in ihrem Verhalten. Nicht selten wird vor allem von Jugendlichen die Gefahr durch Missbrauch unterschätzt. Ein verantwortungsloser Umgang mit den eigenen Daten auf sozialen Plattformen oder ein extrem freizügiger Kleidungsstil seien nur beispielhaft in diesem Zusammenhang genannt. Bei einem Verdacht auf sexuelle Übergriffe gibt eine Beratungsstelle oder aber das Jugendamt Hilfestellung, die im Interesse des Kindes angenommen werden sollte. Mehr zum Thema Mißbrauch
Text: C. D. / Stand: 27.07.2019

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