Entwicklung des Kindes im 7. Lebensjahr

Mädchen mit Schultüte
Im 7. Lebensjahr beginnt für viele Kinder die Schule
Foto: © Kzenon


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Wichtige Entwicklungsschritte im siebten Lebensjahr

Endlich wird die Schule beginnen, Ihr Kind erobert einen ganz neuen Lebensabschnitt. Das siebte Lebensjahr ist geprägt von der Vorwitzigkeit des Kindes und deutlich mehr Selbstständigkeit. Mit zunehmendem Geschick beherrscht es feinmotorische Aufgaben und fordert seine Grenzen immer intensiver ein.

Die Zeit der Suchbilder und Witze

"Finde die sieben Unterschiede in den beiden Bildern!" - ist eine der Lieblingsaufgaben der Kinder im siebten Lebensjahr. Nun beginnen sie auch erstmals, Witze zu verstehen und erzählen sie nach. Entsprechend fällt vielen Eltern ein ganz neues Phänomen an ihren Kindern auf: sie beherrschen zunehmend Ironie und Sarkasmus. Längst nehmen sie nicht mehr alles wörtlich, sondern wissen den Wortwitz auch gezielt selbst einzusetzen. Dabei lassen sie selbstverständlich kaum ein Fettnäpfchen aus, schließlich ist Sarkasmus immer eine Gratwanderung und muss langsam erlernt werden. Verbale Grenzen testen die Kinder nun aus und beobachten aufmerksam, was geschieht. Ihr Wortschatz nimmt stetig zu, daher fällt es ihnen auch leichter, Bildszenen zu beschreiben und sogenannte Wenn-Dann-Fragen zu beantworten. Bis 10 zählen und einfache Mengen bis 4 erfassen, vermögen Kinder im siebten Lebensjahr durchaus. Mehr zum Thema Rechnen lernen

"Ich kann allein über die Straße gehen!"

Nachhaltig sind die Veränderungen in der Selbstständigkeit der Kinder. Eigene Leistung zu erbringen, steht im Vordergrund. Dabei sind die Sechsjährigen darauf angewiesen, dass ihre Eltern ihnen gewisse Dinge, wie etwa den Schulweg, zutrauen. Diese Selbstständigkeit zieht sich wie ein roter Faden durchs Lebensjahr. Das Kind beherrscht das abendliche baden allein, geht selbstständig zur Toilette und kann bereits sicher mit Gabel und Löffel, eventuell sogar dem Messer, umgehen. Es zieht sich selbstständig an. (So lernen Kinder sich allein anzuziehen) Immer öfters akzeptiert es auch Kritik und lässt andere Meinungen zu. Der Umgang mit Enttäuschungen wird ein schwieriger Lernprozess für die Kleinen, dennoch ist er unerlässlich. Unterstütz wird dieser Vorgang dadurch, dass sich Kinder im siebten Lebensjahr oft ein Vorbild außerhalb der Familie suchen. Nicht immer wird es sich dabei um einen Erwachsenen handeln oder gar eine Person, die den Eltern recht ist. Das Kind bestimmt nun zunehmend selbst, welchen Umgang es pflegen möchte und wie es sein Verständnis von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit definiert. Entsprechend oft prüft es die Authentizität seiner Eltern. Halten sie was sie versprechen? Lügen sie? Was ist richtig und falsch? Es wird vorkommen, dass das Kind die Entscheidung der Eltern kritisiert und Erklärungen dafür einfordert, die es auch bekommen sollte.

Adé Osterhase und Weihnachtsmann

Phantasie und Realität werden zunehmend unterschieden. Oft beginnen die Kinder im siebten Lebensjahr an Geschichten wie den Weihnachtsmann oder den Osterhasen zu zweifeln. Gestalten wie die "Zahnfee" verlieren ihren Reiz. Regelmäßig wird das Kind nun klare Linien zwischen Erfunden und Wahr ziehen. Auch zeitliche Begriffe werden korrekter eingeordnet. Vorgestern ist kein abstrakter Zeitpunkt mehr.

Knoten binden, Schleifen legen

Manche Kinder beherrschen bereits zum Schulanfang die Schleife, mindestens jedoch sollten sie über die Fähigkeit verfügen, einen Knoten zu binden. (So lernen Kinder das Schleifen binden) Mit zunehmender Sicherheit zeichnen die Kinder im siebten Lebensjahr Männlein, die mindestens über 8 Teile verfügen und nicht mehr im Bild schweben. Typische Zeichnungen von sechsjährigen Kindern enthalten oft Häuschen, eine Sonne und Blumen oder Bäume. Während die Grobmotorik beim Radfahren, dem 5 Meter weiten auf den Fersen gehen oder dem 10-sekündigen Zehenballenstand immer sicherer wird, benötigen sie vor allem in der Feinmotorik eine visuelle Kontrolle. Kinder dieses Alters sind in der Lage, beidhändig zu werfen und zu fangen. Zehn Schlusssprünge vorwärts sind für sie kein Hindernis, auch beherrschen sie den Seiltänzergang rückwärts. Sie können räumliche Differenzen gut einschätzen und üben fleißig das Zielwerfen. Mit Stolz prellen sie 3 - 5 Mal den Ball oder hüpfen 5 Mal einbeinig hintereinander. Oft organisieren sie sich zum Spiel in Gruppen, wobei sie nun beginnen, geschlechtsspezifisches Verhalten zu zeigen.
Entwicklung des Kindes im 8. - 10. Lebensjahr
Text: C. D. / Stand: 20.05.2019

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